Protestonaut-Kalender 2016 – Im Interview mit den Gründern Sophia und Alexander Hauk

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Der Protestonaut geht auch dieses Jahr wieder auf Reisen und sensibilisiert für wichtige gesellschaftspolitische Themen. Im Interview mit den Gründern des Protestonaut-Projekts erfahrt Ihr mehr über den Kalender und könnt vorab Euch schon eine Bild über die aktuelle Themenwahl machen.

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Elle: Jedes Monatsmotiv ziert ein Astronaut, genauer gesagt den Protestonaut, mit den Motiven macht Ihr auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam. Wie kam es zu der Idee den Protestonaut-Kalender damals ins Leben zu rufen?

Sophia und Alex:

Am Anfang stand die Idee, etwas zusammen zu machen. Mit meiner Schwester hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon jahrelang für Weihnachten einen Kalender mit Familienfotos für unsere Familie gemacht. Warum also nicht auch zusammen mit meinem Ehemann einen eigenen Kalender gestalten? Ab und zu – mehr nebenbei – sprachen wir über die Idee und waren uns dann einig, dass wir einen Foto-Kalender zu verschiedenen politischen Themen machen. Dann war da noch die Frage nach dem roten Faden, der alle Motive miteinander verbindet. Irgendwie sind wir auf einen Astronauten gekommen. Im All haben Astronauten einen außergewöhnlichen Blick auf die Erde und schweben über Problemen des blauen Planeten. Die Figur haben wir Protestonaut getauft. Der Name setzt sich aus dem lateinischen Wort protestari, was “öffentlich bezeugen” heißt, und dem griechischen Silbe -nautēs, was übersetzt Matrose heißt, zusammen. Wir finden, das passt ganz gut, denn wie ein Matrose steuert der Protestonaut verschiedene Inseln an, Themeninseln.

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Elle: Auch in diesem Jahr nehmt Ihr Euch Themen wie dem digitalen Wandel, Rente, Flüchtende, Überfischung und Tierschutz an.  Rund ein halbes Jahr lang hab ihr euch mit dem neuen 18-seitigen Protestonaut-Kalender im DIN-A3-Format beschäftigt, dabei war die Fotografin Sophia Hauk für die Bebilderung zuständig und Alexander Hauk, Diplom-Politologe und Journalist, für die augenöffnenden Kommentare. Wie darf man sich den Arbeitsprozess zum Protestonaut-Kalender vorstellen? Und wer versteckt sich in dem Astronauten-Anzug?

Sophia und Alex:

Am Anfang steht die Themenfindung. Die Inspiration kommt aus vielen Quellen – Bücher, Zeitungen, Filme, Internet. Input kommt auch von empfehlenswerten Blogs wie zum Beispiel nachdenkseiten.de. Auch die Filme von Thilo Jung von der Bundespressekonferenz sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr informativ.

Welches Thema es in den Protestonaut-Kalender schafft, hängt von mehreren Faktoren ab, etwa der Aktualität und der Relevanz. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Umsetzbarkeit. Das heißt, ob wir für das Thema ein ausdruckstarkes Fotomotiv finden. Dieses Jahr hatten wir zum Beispiel das Thema Flüchtende im Kalender. Uns war klar, dass wir das Thema aufgreifen wollen, ohne dabei aber die Not der Betroffenen zur Schau zur stellen. Zusammen mit der Flüchtlings-Fußballmannschaft des SV Babelsberg 03 konnten wir das Thema umsetzen. Nicht immer finden wir so eine tolle Lösung wenn es um die Suche nach Motiven geht.

Viele Motive entstehen in geschlossenen Räumen. In diesem Jahr etwa vor dem Aquarium im Hagenbeck Tierpark in Hamburg oder in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz oder im Alten Stadtbad Leipzig. Hier brauchen wir eine Erlaubnis und Genehmigung und stimmen uns mit den Verantwortlichen ab.

Parallel zur Location-Suche läuft die Faktenrecherche für einen objektiven Text. Als Basis dienen hier Studien und Fachbücher. Mein Mann und ich machen vieles zusammen. Mein Schwerpunkt liegt in der Fotografie, er kümmert sich überwiegend um die Recherche und Texte. Außerdem gibt es viele Freunde und Bekannte, die uns unterstützen. Das Layout zum Beispiel macht Alexander Weiß. Romy Oberender hat bei mehreren Fotos die Nachbearbeitung gemacht.

Kurz zum Kostüm: Darin könnte jeder stecken. Die Verkäuferin, der Bankangestellte, die Lokalpolitikerin, der Student, die Managerin, der IT-Fachmann, die Leserbriefschreiberin, der Arbeitssuchende, die Lehrerin oder der Privatier. Für die Fotoshootings haben es schon ganz viele unserer Freunde getragen. Das entspricht ja auch der Idee hinter dem journalistischen Kunstprojekt.

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Elle: Der Ansturm auf den diesjährigen Kalender war enorm, Ihr seid zur Zeit ausverkauft, um so glücklicher bin ich, dass mein Exemplar schon seinen Platz an der Wand gefunden hat. Neue Protestonaut-Kalender für 2016 habt Ihr nun nachbestellen lassen, diese sind ab Januar erhältlich. Seid ihr schon an der Planung für den Kalender 2017 und welche Themen liegen Euch momentan noch besonders am Herzen, die einen Platz darin finden sollten?

Sophia und Alex:

Die Nachfrage hat uns selbst überrascht. Nachdem mehrere Medien über den Kalender berichtet hatten, darunter bild.de, das Hamburger Abendblatt, die Augsburger Allgemeine und nachdenkseiten.de, haben uns die Bestellungen kurz vor Weihnachten überrollt. Im Moment lassen wir gerade eine kleine Auflage nachdrucken, die wir Anfang Januar versenden werden. Die Themen gehen uns so schnell nicht aus. Für das kommende Jahr und den Protestonaut-Kalender 2017 gibt es bereits erste Pläne. Es sind wieder interessante Themen, die viele Menschen betreffen. Noch ist allerdings nichts konkret. Themenvorschläge und Tipps für tolle Foto-Locations sind jederzeit willkommen.

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Vielen Dank für dieses interessante und informative Interview!!!

Ich möchte alle darin bestärken, dieses fortlaufende beeindruckende Projekt zu unterstützen und weiterhin Euren Horizont zu öffnen und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Weitere Informationen zum Projekt auf protestonaut.de und zur Fotografin schaut auf der Internetpräsenz von Sophia Lukasch 
vorbei.

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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