Heute ist ein ganz besonderer Tag!

Wann haben wir angefangen auf andere und nicht auf uns hören? Das Bedürfnis nach einer heilen und damit auch gerechten Welt, in der man aufeinander achtet und andere nicht das spüren lässt, was einem selbst nicht widerfahren soll, war bei mir schon immer stark ausgeprägt. Gerechtigkeit und Loyalität schreibe ich nicht nur dank Rechtschreibreform groß.

Die Gesellschaft, die Medien, das Umfeld formt einen, noch bevor man selbst in der Lage ist, sich Gedanken zu gewissen Themen zu machen. Ich hätte anfänglich nie gedacht, dass das eine Stärke ist, aber zu meinem Glück bin ich willensstark und habe meinen eigenen Kopf, mit dem ich zwar nicht durch die Wand muss, aber es wahrscheinlich durchaus könnte. Einstellungen, die wir vorgelebt oder vermittelt bekommen haben, haben wir akzeptiert und danach nicht mehr hinterfragt. Wieso hinterfragen wir so viel Grundsätzliches nicht? Nur weil es Tradition ist? Weil es alle machen? Weil es mein geliebtes Umfeld auch tut?

Ich bin froh über jede Diskussion, die an meinem Weltbild rütteln will, es bewegt einen dazu seinen Standpunkt zu überdenken und das wieso genauer zu hinterfragen und mich so selbst besser kennenzulernen. Meine Werte und Prinzipien werden mir dadurch klarer und ich weiß, was und wem ich Raum in meinem Leben gebe und Zeit schenke und bei wem ein höfliches Nicken völlig ausreicht.

Ein wichtiges Thema, welches ich bis dato nie hinterfragt hatte, war Fleisch zu essen. Ich habe es regelrecht verdrängt und wäre froh gewesen, man hätte mich früher danach gefragt. Es gab so viele Gelegenheiten, beim Anstehen an Fleischtheke, Bekannte, die sich vegan ernährten und es immer noch tun, Oma, die im Supermarkt Niere und Leber kaufte etc., aber ich wurde weder gefragt, noch habe ich mein Verhalten selbst hinterfragt. Ich fand vieles abstoßend, Innereien wollte ich nie probieren, Ente und Gans aß ich nicht, weil ich sie als kleiner Wurm immer fütterte, mit Pute und Huhn hatte ich kein Problem, Hase wollte ich nicht auf dem Teller, weil ich ein Kaninchen hatte, aber Schwein und Rind war in Ordnung.

Dass man Wild schießt habe immer verurteilt, aber dass man die Nutztiere mit Bolzenschussgeräten hinrichtet war mir nicht bewusst, dass sie nicht an Altersleiden starben, war mir jedoch klar. Ich habe die Augen geschlossen, Scheuklappen aufgesetzt und erst nach den ganzen Haltungs-, Transport- und Herstellungsprozessen wieder die Augen aufgemacht und mir mein Schnitzel reingezogen.

Durch Zufall hat mich Model und ehemaliger Autor Philipp während einem Essen in Berlin auf meine Ernährung angesprochen, er ging davon aus, dass ich Vegetarierin bin. Mir fehlten rationale Argumente dagegen, als ich das typische „aber es schmeckt“ stammelte, merkte ich selbst, dass ich was ich tat nicht rechtfertigen und schon gar nicht dahinter stehen konnte.

Alles weitere war ein Prozess und ist es immer noch, ich bin auch jetzt nicht perfekt, hier und da passiert auch mir noch ein Missgeschick, sei es Zimtsterne, die dann nicht mal vegetarisch waren oder der Cocktail, bei dem man Eiweiß als Zutat überlas. Das nicht ausfallen wollen flammt bei mir ab und an auch auf und ich esse bei Familientreffen dann doch das Gericht mit Käse mit. Alles bereue ich im Nachgang, bei dem Gedanken an die Zimtsterne wird mir heute noch schlecht und ich bekomme das Verlangen mir den Mund auszuspülen.

Was ich damit aber eigentlich sagen will, überdenkt eure Angewohnheiten und im Speziellen euren Fleischkonsum. Dem Klima, eurer Gesundheit, aber besonders wegen der unschuldigen Seelen, die im Kindesalter auf euren Tellern landen.

Freut euch auf denn Prozess, tauscht gewisse Produkte aus, probiert euch geschmacklich aus, bestellt im Restaurant mal nicht das Rumpsteak, sondern die vegetarische Empfehlung, testet neue Gerichte, viele uns eher weniger bekannte Kulturen bieten tolle Alternativen, ihr findet definitiv neue Lieblingsspeisen. Kauft kein neues Lederteil, braucht alte Sachen auf, entdeckt neue nachhaltig Labels, überlegt zweimal ob ihr das Shirt jetzt braucht. Denkt schon im Kleinen über eure Wochenendgestaltung nach, gefällt euch die Tierhaltung dort, ist es artgerecht. Besucht mal nicht den Zoo, wie wäre es mal mit einem Gnadenhof?

Eins ist essenziell wichtig, verurteilt niemanden, ihr könnt gewisse Äußerungen nicht nachvollziehen oder als respektlos empfinden, sucht das Gespräch oder distanziert euch. Jeder hat ein anderes Tempo, wichtig ist, dass man keine signifikanten Rückschritte macht und offen für das Thema Veganismus bleibt. In diesem Sinne Happy World Vegan Day!

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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