Guest Author: Silke Schlotz – Shooting Abroad

Photographer: Silke Schlotz / Model: Shouta Tanaka

Meinen Juni habe ich 3 Wochen in Japan verbracht. Ein normaler Touristenurlaub war geplant, dennoch wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen dort auch zu fotografieren. Mit straffem Zeitplan, durchgeplant vom ersten bis zum letzten Tag, hatte ich 2 halbe Tage für Shootings frei. Das ist genug Zeit zum Fotografieren, aber etwas knapp um zu planen.

こんにちは – Konichiwa!

Da dies mein erster Aufenthalt in Japan war, konnte ich vorher nicht sagen, wo ich fotografieren möchte. Im Ausland und generell an neuen Orten will ich den Charakter der Umgebung mit meinem Stil einfangen. Dazu muss man wissen, dass Tokio aus 23 Bezirken besteht, die alle einen anderen Charakter haben. Nun musste ich entscheiden, welchen ich am liebsten darstellen will, ohne viel Zeit für Location scouting zu haben. Unsere ersten zwei Tage in Tokio konnte ich Einblicke erhalten in die Gegenden Asakusa, Shinjuku, Ginza, Roppongi, Shibuya, Harajuku, Omotesando, Daikanyama und den Tsukiji Fischmarkt. Danach sind wir für 1,5 Wochen innerhalb Japans auf Reisen gegangen.

1,5 Wochen in denen ich mir Gedanken machen konnte, wo ich fotografieren möchte. Glücklicherweise waren fast alle Orte, die wir gesehen hatten, fotogen, dennoch musste ich jetzt die Details durchdenken. Welcher „japanischer Charakter“ lässt sich gut mit meinem Stil verbinden?Wie weit ist die Gegend von meinem Hotel entfernt und auch für mein Model gut erreichbar? Ist zu der Tageszeit, in der ich fotografieren möchte, alles voller Menschen? (Tokio hat die meisten Einwohner weltweit!) Kann ich dort auch shooten, falls es regnet? (Die Regenzeit in Japan beginnt im Juni!) Und, und, und,..

Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models
Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models

Wegen der vielen Unsicherheiten habe ich beschlossen erstmal zwei kleine Shootings zu planen und Agenturen spontan für Models zu kontaktieren, falls nötig. Ich hatte bereits geplant Dylan Sadachi (Isagani Models) wieder zu sehen, den ich schon in Berlin vor einem Jahr fotografiert habe. Er wohnt aktuell in Tokio. Und ein weiteres Fashion/Alternativ Model, Shouta Tanaka, habe ich vor Beginn der Reise auf Instagram gecastet.

Meine absolute Lieblingsästhetik in Japan sind die Stromkabel in den Straßen. Sie gehören für mich zu einem „traditionellen japanischen Charakter“, den ich unbedingt portraitieren wollte.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models
Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models

Dafür waren Dylan und die Gegend Asakusa perfekt. Asakusa hat eher einen kleinbürgerlichen Stil aus den 80ern. Wenn man die Touristen am bekannten Sensoji Schrein hinter sich lässt, findet man schnell kleinere Straßen zwischen Wohnhäusern. Hier waren kaum Passanten unterwegs und Dylan konnte sogar heimlich seine Outfits wechseln.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models
Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models
Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan Sadachi / Modelagentur: Isagani Models

Bei Shouta bin ich auf ein paar Probleme gestoßen. Ich habe mich diesmal andersrum nicht von der Stadtästhetik, sondern von seinem besonderen Look inspirieren lassen. Zu ihm passte ein cleaner, zeitloser Stil, der ihn im Vordergrund behält. Darum beschloss ich mit ihm in Roppongi zu shooten und damit auch das moderne Tokio zu visualisieren.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Shouta Tanaka

Roppongi ist eine neue Gegend mit high-end Malls und Skyscrapern. Außerdem befindet sich dort eine riesige Spinnen Skulptur von Louise Bourgeois und ich konnte nicht widerstehen Shouta mit ihr abzulichten. Die Location ist jedoch sehr bekannt und war so auch am Tag unseres Shootings voll mit Menschen. Ich musste also improvisieren und konnte nur aus der Froschperspektive fotografieren.

Für den minimalistischen Look bin ich vielen Bäumen, Menschen und Gebäuden ausgewichen. Spontan das passende Set mit dem besten Licht zu finden ist on Location immer eine Herausforderung.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Shouta Tanaka

Als wir in der Nähe eines Einkaufszentrums waren, wurden wir zweimal angesprochen und gebeten nicht zu fotografieren. Glücklicherweise bleiben die Japaner auch hierbei freundlich, dennoch sollte man auch mit so etwas immer rechnen und ebenfalls freundlich und respektvoll bleiben, besonders wenn man die Sprache nicht spricht. Ein lokales Model ist in solchen Situationen sehr hilfreich, Shouta konnte uns immer 2-3 Minuten länger fotografieren aushandeln. Er und ich haben uns übrigens hauptsächlich über Google Translate unterhalten und während dem Shooting durch Körpersprache und „yes“ oder „no“ kommuniziert.

Sprachbarrieren sollten einem Shooting nicht im Weg stehen, Pocket Wifi ist hier sehr hilfreich. Als weitere Tipps empfehle ich auf großes Equipment zu verzichten, um lange Aufbauzeiten und zu viel Aufmerksamkeit zu vermeiden und eine Sonnen-Tracker App runterzuladen, so weiß man an jedem Ort, wann die Sonne so steht wie man es gerne hätte.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Shouta Tanaka

Obwohl es am Ende nur zwei kleine Shootings waren, hat mir die Planungszeit definitiv einige Stunden Schlaf geraubt. Man sollte also überlegen, ob man diese Arbeit wirklich mit in den Urlaub bringen will. Ich ringe bei der Entscheidung jedes Mal aufs Neue mit mir – Erholung oder Bereicherung für die kreative Seele. Am Ende gewinnt meistens der Ehrgeiz. :)

彼女は写真家だ。

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Text und Bilder stammen von Gastautor Silke Schlotz.

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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