Guest Author: Silke Schlotz – Go See

Photographer: Silke Schlotz / Model: Alexandra u. Ian / Modelagentur: Modelwerk

Als ich vor einem Jahr nach Hamburg gezogen bin, kannte ich niemanden und hatte nur mit wenigen Model-Agenturen aus der Gegend gearbeitet. Darum habe ich als erstes Meetings organisiert, um Booker und Models kennenzulernen.

“Ein Himmel für Portrait Fotografen”

Hamburg hat so viele schöne Gesichter und noch mehr, die ständig auf Durchreise sind. Ein Himmel für Portrait Fotografen, daher habe ich auch gerne sofort Go See’s angeboten und angefragt.

Ein „Go See“ bedeutet ganz schlicht, jemand kommt und stellt sich vor.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Helena / Modelagentur: Core Artist Management

Wenn Models sich in großem Rahmen einem Kunden für einen speziellen Job vorstellen, kommen sie meistens zu mehreren und haben nur ein paar Minuten mit dem Kunden. Wir kennen das als Casting.

Ein Go See ist in meinem Fall ähnlich, aber kleiner und hier geht es nicht unbedingt um einen Job, fördert aber definitiv die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit oder Empfehlung.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Ali / Modelagentur: Modelwerk

Ich treffe mich mit Bookern in der Agentur, um die Sedcards der New Faces und Models on Stay zu sehen oder bekomme per E-Mail Anfragen ein bestimmtes Model zu treffen. Meistens finden Go See’s spontan statt. Gerne am selben Tag oder innerhalb der Woche. Wo, ist der eignen Präferenz überlassen.



Photographer: Silke Schlotz / Model: Allen / Modelagentur: Modelwerk

Im letzten Jahr habe ich am häufigsten in meinem Studio (Wohnzimmer) fotografiert. Ich hatte das Gefühl ein kreatives Detox zu brauchen. Eine weiße Wand, ein Licht, ein Model, kein Make-Up, kein Styling. 20 Minuten. Fertige Bilder. Go See’s sind perfekt dafür!

Ein Go See bedeutet nicht unbedingt, dass Fotos gemacht werden. Manchmal trifft man sich nur, schaut das Buch des Models durch und redet ein wenig. Man sollte unbedingt mit der Agentur kommunizieren, was man vor hat und wie viel Zeit eingeplant werden soll.

Mir war die einfache Vorgehensweise am liebsten. Ich wollte meinen fotografischen Stil neu entwickeln und mich selbst beobachten, was für Fotos ich kreieren kann, ohne Team und mit den mindesten Maßnahmen. Back to Basics sozusagen. Das hat mir viel beigebracht. Nicht nur meine persönliche Ästhetik. Auch schnelles arbeiten, da ich mir selbst Zeitlimits setzte.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Alice / Modelagentur: Modelwerk

Mit einem Blick die Vorzüge an einem Model zu erkennen und diese in Szene setzen, seien es die Wangenknochen, Hals oder Beine. Kommunizieren zu können, was man möchte, trotz eventueller Sprachbarrieren mit Models aus dem Ausland. Licht, Kamera und Bildausschnitt souverän und schnell anzupassen. Und danach die gleiche Effektivität bei der Bildauswahl und -bearbeitung. Es gibt keine Mindestanzahl an Bildern, die man erreichen muss. Die besten Fotos zählen.

Der Kreislauf mich von einem Model inspirieren zu lassen, um daraus Bilder zu schaffen die hoffentlich ebenfalls inspirieren, ist sehr guttuend. Für mich war nach einem Go See immer sehr deutlich mit welchem Model ich gerne ein Editorial schießen würde und für welches ich mich sofort für einen Kunden einsetzen würde. Dementsprechend hat das Go See seinen Zweck erfüllt.

Im letzten Jahr habe ich 34 Go See’s zwischen Kundenaufträgen und Editorials gemacht und ich habe immer noch Lust auf mehr!

Mit dem kommenden Frühling hoffe ich außerdem auf mehr davon Outdoor. Verschiedene Gegenden nutzen und mit einem Model in Harmonie bringen. Ich plane einige Reisen dieses Jahr und werde dafür bestimmt Agenturen kontaktieren, um die neuen Eindrücke mit neuen Gesichtern festzuhalten. Das hat dann nicht nur den Zweck des Go See’s, sondern pflegt auch Bekanntschaften.

Letztes Jahr habe ich Emory (Modelwerk) in Hamburg fotografiert. Ein paar Monate darauf dann in L.A.. Sie hat ihre Freundin Rudie (Body & Soul Models) mitgebracht, welche ich dann dort und wieder ein paar Monate später auch in Hamburg fotografierte.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Emory u. Rudie / Modelagentur: Modelwerk u. Body and Soul Models

Auf meiner Japan-Reise im Juni hoffe ich Dylan (Isagani Models) wieder zu sehen, den ich im August in Berlin fotografiert habe, welcher aber gerade in Tokyo wohnt.

Photographer: Silke Schlotz / Model: Dylan / Modelagentur: Isagani

Für größere geplante Outdoor Projekte ist es zusätzlich sehr hilfreich mit einem Go See vorher zu testen, welche Models sich on Location wohlfühlen.

Letztes Jahr bin ich von geplanten Shootings zu reduzierten Portraits übergegangen. Dieses Jahr freue ich mich die gesammelte Inspiration und Erfahrung in größeren Projekten wieder umsetzen zu können und hoffe einige meiner Lieblingsgesichter dafür wiederzusehen.

WEBSITE
http://silkephoto.com/

FACEBOOK
https://www.facebook.com/SilkePhoto/

INSTAGRAM
https://www.instagram.com/silkeschlotz/

Text und Bilder stammen von Gastautor Silke Schlotz.

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.