Be Coultique – Steven P. Carnarius

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Fotograf Steven P. Carnarius hat das Talent jede Herausforderung mit Bravour zu meistern. Mit gekonntem Weitblick versteht er Projekte kreativ und innovativ umzusetzen.

Elle:
Du stammst ursprünglich aus dem Thüringischen Gera, bist aufgewachsen in Unterfranken und betreibst seit über 10 Jahren dein Atelier von Bamberg und Berlin aus. „Provinz“ und Hauptstadt – wie kam es zu diesem Schritt?

Steven P. Carnarius:

Den ersten Kontakt mit Bamberg bekam ich in meiner Schulzeit. Aus der „dörflichen“ Hauptschule wurde ich in die große Stadt geschickt, um meine Mittlere Reife zu machen. Ja, und wer einmal in Bamberg zu Gast war, kann das vielleicht nachvollziehen: Man kann sich nur in diese Stadt verlieben.

Ich finde, die Provinzler, wie man so schön in Berlin sagt, darf man nicht unterschätzen. Hier gibt es sehr viele Unternehmen und Persönlichkeiten mit Weltruf. Hier werde ich geerdet, kann Luft und Inspiration tanken, hier ist einfach meine Heimat. Zu Berlin habe ich familiär bedingt seit meiner Kindheit einen Bezug. Frische Impulse, Menschen von unterschiedlicher Couleur.

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Elle:
Neben der Fotografie hast du dich aber noch weiteren kreativen Bereichen verschrieben, darunter Kommunikationsdesign. Wann hast du deine kreative Veranlagung zum ersten Mal bemerkt?

Steven P. Carnarius:

Die Frage ist schwer zu beantworten. Ich habe weder als Kind eine Kamera geschenkt bekommen, noch gezeichnet. Ehrlich gesagt: Ich kann nicht einmal zeichnen. Sokrates sagte: „Das haben mir die Götter gesagt!“ So würde ich es auch erklären. In jungen Jahren träumte ich davon ein eigenes Design-Atelier zu betreiben. Das war so gedanklich mein Ding: Nachts arbeiten, Mittags im Cafe sitzen.

Mit 17 Jahren machte ich eine solide Kaufmannsausbildung in einer Unternehmensberatung. Während dieser Zeit übernahm ich bereits die Marketingabteilung und wurde von meinem damaligen Chef ins kalte Wasser gestoßen, auch Grafikdesign für unsere Kunden zu entwerfen. Nach dem Motto: Mach mal. Anscheinend hatte ich alles richtig gemacht. Nach fünf Jahren (und bereits 3 Jahren freiberuflich nebenbei) habe ich gekündigt, um mich mit meinem Atelier dann selbständig zu machen. Ironie dabei – Bei meinem Einstellungsgespräch auf die Frage nach den Zielen meines Leben antworte ich damals „Da muss ich Sie enttäuschen, ich werde nach spätestens fünf Jahren mein eigenes Rat drehen“. Jetzt mache ich es etwas kurz, aber so war es tatsächlich.

Als Kommunikationsdesigner selbständig gemacht, aus Inspirationsgründen dann auf eigene Kosten eine Villa in Bamberg gemietet um Grafik, Architektur und Kunst in meinen Räumen zeigen zu können. Eine kleine Galerie, wenn man so will. Ausstellungen ohne großes Budget kuratiert und geplant zum Schluss mit über 25 Sponsoren zusammen gearbeitet. Irgendwie, bei dem ganzen kreativen Chaos fing ich an zu fotografieren. Ich weiß nicht warum? Mir war einfach danach. Während dieser persönlichen Entwicklung versuchte ich die beiden Welten in mir, Design & Photographie zu verbinden. Herausgekommen ist ein komplett eigenständiger Fotostil: Die Mischung aus moderner Photographie und digitaler Nachbearbeitung in der Optik von Malerei vergangener Meister. Nach all der Zeit wird es daher für mich schwierig zu sagen, was ich eigentlich bin: Ein feinsinniger, gefühlvoller Mensch, der fortwährend Lust auf etwas spannendes, niveauvolles und neues hat vielleicht?

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Elle:
Der eine favorisiert kleine Stuppsnasen, volle Lippen und eine lange brünette Mähne, während der andere eine Vorliebe für verträumte Augen und ein bubischen Kurzhaarschnitt hat. Bei Auftragsarbeiten entscheidet sich der Kunde für Model seiner Wahl, nach welchen Kriterien wählst du deine Models für freie Projekte aus?

Steven P. Carnarius:

Mein Bauchgefühl, Sympathie, Charisma. Ganz einfach. Ich lege mich dabei nie optisch fest. Wenn ich spüre die Person hat etwas zu sagen, dann werde ich interessiert. Lagerfeld sagte einmal, man muss sich für die Menschen interessieren, wenn man für sie etwas kreieren will. Das würde ich bejahen.

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Elle:
Ich frage oftmals nach dem Traumprojekt; denn es ist sehr spannend zu erfahren, wie das jeder Fotograf für sich empfindet. Für welchen Modedesigner würdest du gerne eine Fotostrecke auswählen und wo und mit wem würdest du gerne diese Aufnahmen umsetzen?

Steven P. Carnarius:

Bei meinem Traumprojekt würde ich mich gar nicht so an mein Lieblingsthema Mode denken. Mode ist ja ein sehr oberflächliches, vergängliches Gebiet.

Ich würde dann lieber etwas für die Menschen machen. Z. B. habe ich die Idee, eine Portraitstrecke mit und für Personen mit HIV zu kreieren. Sie sind ein liebenswerter Bestandteil unserer Gesellschaft. Ihre Erfahrung mit dem Leben im Alltag, die Reaktionen der Gesellschaft, Vorurteile und Erlebnisse darzustellen wäre schon cool. Das ist zwar ein sehr heikles Thema, bei dem ich gerne zum Nachdenken anregen möchte. Für Akzeptanz der Betroffenen wecken und das alte Denken der 80iger Jahre entdämonisieren. Das wäre mein Ziel. Den Mensch in den Mittelpunkt stellen, nicht das Virus.

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Elle:
Was macht für dich ein gelungenes Bild aus?

Steven P. Carnarius:

Die Frage kann ich nur bezüglich meiner Arbeiten beantworten. Die von Kollegen beurteile ich nicht, da ich meine, dass sich doch jeder bei dem, was er tut, seine Gedanken macht. Und wer wäre ich, um das zu beurteilen? Bei den meistens meiner Arbeiten wirst du sehen, dass ich Geschichten erzähle, die mit den dargestellten Person unmittelbar zu tun haben. Dadurch und durch meinen eigenen Stil wird dann so etwas wie eine Seele sichtbar. So meine ich jedenfalls.

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Elle:
Eine limitierte Edition an Photoprints kann man nun exklusiv bei fuckingcoolstuff.com erwerben, einem Online Conceptstore für eine designaffine Zielgruppe. Wie kam es zu dieser Kooperation und wie stehst du Kooperationen allgemein gegenüber?

Steven P. Carnarius:

Bei dem Unternehmen das hinter Fuckingcoolstuff steht bin ich der Creative Director. Daher kann man nun auch dort Werke von mir erwerben. Vorher hatte ich meine Photoprints direkt über meine Webseite vertrieben, jetzt kümmert sich ein Profi darum. Daher finde ich das super. Und ich bin natürlich offen für neue Künstler mit eigenem Stil. Kein Thema, wenn die Qualität stimmt.

Kreative Kooperationen mit anderen Kunstschaffenden aus den Bereichen Musik, Film und Malerei initiierte ich seit 2008. L`Art pour L´Art. Gemeinsam an einem Projekt mit voller Leidenschaft arbeiten. Das kann man aber alles auf meiner Webseite nachlesen. Sonst schweife ich zu sehr aus.

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Elle:
Wo siehst du dich und deine Fotografie in 10 Jahren.

Steven P. Carnarius:

In ausverkauften Ausstellungen.

Ich bedanke mich bei dir für die Einladung zum Interview.

Elle:
Ich habe zu danken, freut mich dass du dich ….

I’m Coultique because ich sing meine eigenen Lieder.


Mehr fotografische Werke von Steven P. Carnarius findet Ihr auf seiner Webseite und um up to date zu bleiben folgt seiner Fanpage.

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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