Models we LOVE – Lea Huppenbauer

Photo: Hellen Pass / Haare und Make-up: Joyiaa

Lea Huppenbauer ist mehr als schön. Sie ist gebildet, selbstbewusst und charakterstark, so wie man sich eben ein “Model zum Verlieben” vorstellt.

Elle:
Du bist sowohl in der Stadt, als auch in den Sommermonaten in den ländlichen Schweizer Alpen aufgewachsen. Wie entfliehst Du ab und an dem Trubel der Kölner Großstadt?


Lea Huppenbauer:

Ich muss zugeben, dass ich das ländliche Leben sehr vermisse! In der Natur fühlt sich meine Seele einfach am wohlsten. Wenn die Hektik und die Reizüberflutung mir in Köln mal zu viel werden, gehe ich super gerne mal ein Wochenende wandern.. Das hilft mir immer sehr meine innere Ruhe wiederzuerlangen.

Photo: Markus Hoppe / Haare und Make-up: Paula Tsukino

Elle:
Du hast bisher mit Fotografen wie Sallyhateswing, Hellen Pass, Markus Hoppe und Dennis Kilch zusammengearbeitet. Wie kamst Du zum Modeln? Was gefällt und nervt Dich am Model-Business am meisten?


Lea Huppenbauer:

Ich bin über meinen damaligen Partner zum Modeln gekommen. Ohne seinen Zuspruch hätte ich nie geglaubt, dass ich schön oder schlank genug zum Modeln wäre. Heute bin ich sehr froh, dass ich diesen Nebenjob zu meinem Hauptberuf als Lehrerin habe. Durch das Arbeiten in den doch sehr verschiedenen Bereichen kann ich verschiedene Seiten meiner Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, mich in verschiedenen Rollen ausprobieren und mich ausleben. Zudem merke ich, wie sehr mir meine Modelerfahrungen dabei helfen, flexibel eine Klasse zu führen und als selbstbewusste Lehrerin aufzutreten.

Was mich am Model-Business stört, kann ich schwer generalisieren. Was mir persönlich manchmal schwer fällt, ist, wie spontan manche Jobs reinkommen oder man von heute auf morgen Polas oder Bewerbungen für einen Job erstellen muss… – das ist mit dem Lehrerberuf manchmal nur schwer vereinbar.

Auch finde ich es schade, wie negativ viele Menschen in unserer Gesellschaft “Models” konnotiert haben und dementsprechend auch mir anders begegnen. Ich habe in den letzten Jahren so viele intelligente, warmherzige und bodenständige Kolleginnen und Kollegen getroffen und kann die klassischen Vorurteile nicht bestätigen.

Photo: Sallyhateswing / Haare und Make-up: Sabine Hoegerl

Elle:
Die meisten Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden, kaum eine sagt, dass sie mit sich selbst rundum zufrieden und im reinen ist. Viel zu häufig misst man seinen Wert an Zahlen auf der Waage oder Likes unter einem Bild. Was sind Deine Tipps für ein positives Selbstbildnis und ein besseres Selbstwertgefühl?


Lea Huppenbauer:

Das ist eine Frage, mit der ich mich gerade in den letzten Jahren viel beschäftigt habe und zu der ich jetzt unglaublich viel sagen könnte.

Da ich als junges Mädchen meist sehr “anders” war als meine Peergroup (betreffend meiner Interessen, aber auch meines Aussehens) hatte ich oft das Gefühl, nicht schön genug/ gut genug/ schlank genug/ extrovertiert genug zu sein. Ähnliches beobachte ich auch schon bei meinen jungen Schülerinnen in der Schule und es tut mir im Herzen weh zu sehen, dass bereits in einem so jungen Alter so viel Selbstzweifel in ihnen wohnt.

Ich weiß aber sehr gut, wie schwer es sein kann, sich selbst zu lieben in einer Gesellschaft und Industrie, die einem das Gegenteil vermittelt… Auch, dass soziale Medien wie zum Beispiel Instagram zum ständigen vergleichen anregen, ist nicht produktiv für ein gutes Selbstbewusstsein und Selbstliebe.

Heute kann ich glücklicherweise sagen, dass ich in mir selbst ruhe. Mein Körper hat so viel von mir aushalten müssen und dafür liebe ich ihn bedingungslos. Natürlich gibt es auch Sachen, die mich an meinem Körper stören, aber mein gesunder, veganer, sportlicher Lebensstil hilft mir sehr dabei, mich wohl zu fühlen.

Unser Körper ist ein Tempel, schätze ihn wert, behandle ihn gut, aber geh auch mal an deine Grenzen, um zu sehen, zu welchen Meisterleistungen du fähig bist! Statt zu schauen, was du alles nicht bist oder nicht kannst, fokussiere dich darauf, was an dir alles schön ist und was du für Qualitäten und Fähigkeiten hast. Ich bin davon überzeugt, dass eine glückliche, helle Seele jeden Menschen als schön erstrahlen lassen kann. Du bist nicht schön durch eine Zahl auf einer Waage und die Anzahl deiner Follower wird dir nicht helfen, dich selbst zu lieben und glücklich zu sein… – das darf man nicht vergessen!

Photo: Lefu / Haare und Make-up: Nicole Le

Elle:
“Woher bekommst Du Deine Proteine?”; diesen und viele andere Sprüche kann man so langsam schon nicht mehr hören. Könntest Du für die Omnis unter den Lesern erklären wie das funktioniert – Vegane Ernährung und Bodybuilding? Wie passt das zusammen?


Lea Huppenbauer:

Diese Frage bekomme ich tatsächlich oft gestellt. Gerade in den letzten Monaten habe ich einige Bekannten auf ihrem Weg zu einer veganen Lebensweise begleitet. Es macht mich sehr glücklich zu sehen, dass immer mehr Menschen sich für diesen umweltbewussten, nachhaltigen, gesunden und gewaltfreien Lebensstil entscheiden. Gerade über genug Proteine machen sich aber gerade die Sportler oft Sorgen. Ich kann da aber nur beruhigen und sagen, dass ich, seit ich vegan lebe, schneller Muskeln aufbaue als je zuvor. Proteine finden sich auch in Pflanzen und eine Supplementierung mit Proteinpulvern oder Aminosäuren halte ich für nicht notwendig, wenn man sich abwechslungsreich und gesund ernährt. Man schaue sich nur die großen Landtiere wie Elefant, Nashorn oder Gorilla an. Dies sind alles Pflanzenfresser und sind trotzdem Sinnbild für Größe und Stärke. Im persönlichen Gespräch ist es aber einfacher auch ausführlich die körperlichen Vorgänge zu erklären und durch individuelles Anpassen der Ernährung gemeinsam Sorgen zu mindern und auch sportlich optimale Ergebnisse zu erreichen.

Zudem erkläre ich oft, dass vegane Lebensmittel meist eine geringere Kaloriendichte haben, man kann also “mehr” essen. Da ich Essen liebe und oft und viel esse, kommt mir das natürlich zu gute. Ich bin definierter als je zuvor, da ich durch das Weglassen der Milchprodukte auch viel weniger Wasser einlagert habe.

Ich empfinde also eine vegane oder eine plant-based Ernährung und Bodybuilding als sehr kompatibel!

Photo: Nina Granzow

Elle:
Abschließend nach welchem Motto lebst Du und was ist Dein Tipp für junge Mädchen, die ins Model-Business einsteigen wollen?


Lea Huppenbauer:

Meinen Lebensstil auf ein Motto einzugrenzen fällt mir schwer. Vielleicht sowas wie “Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.”, denn ich bin mit vielen nicht einverstanden, was in der Welt oder auch bei mir vor der Haustür passiert. Und ich denke, ich bin nicht allein damit, dass ich mit der Gesellschaft nicht zufrieden bin, aber sind nicht wir die Gesellschaft? Darum versuche ich schon meinen Kindern in der Schule mitzugeben, dass wir, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen, bei uns selbst anfangen müssen.

Photo: Dennis Kilch

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.