Oh Brother -Sie bringen nicht nur Rosen aus Plastik zum schmelzen!

In Zeiten der Pandemie hat es unter anderem die Musikbranche besonders hart getroffen. Die Newcomer Oh Brother stellen sich dem wacker entgegen und haben schon im ersten Lockdown uns die Tristesse genommen und mit ihren Corona-Covers zum mitswingen bewegt. Felix und Lucas haben in unserem heutigen Interview eine wenig aus dem Nähkästchen, respektive Lautsprecherbox geplaudert und dabei über Familie, Brüdersein und Selbstinszenierung unserer Generation thematisiert.

Elle:
Es fällt mir schwer, Euch als Rechtsanwälte vorzustellen. Nicht, weil Ihr nicht die Voraussetzungen dazu hättet, sondern viel mehr, weil das Musische und Künstlerische ein starker Kontrast zum Logischen und Analytischen darstellt. Wieso ein Jura-Studium und keins mit musikalischem Bezug oder hattet Ihr Euch noch umorientiert? Was haben die sympathischen Boys vor Oh Brother gemacht?

Oh Brother:

Felix hat mal für ne Weile Jura studiert, aber dann Politik und Amerikanistik studiert und abgeschlossen. Lucas hat Medienwissenschaft studiert. Wir haben beide erstmal nicht Musik als Hauptberuf gewählt, aber nie aufgehört Musik zu spielen. Vor 2 Jahren sind wir dann in Berlin zusammengezogen und haben wieder angefangen zusammen Songs zu schreiben.

Photo: Sebastian Mowka

Elle:
Covid-19 und die damit verbundenen Einschränkungen haben uns alle aus unserer Routine gerissen. Besonders hart hat es die Kultur- und Veranstaltungsbranche getroffen. Wie erlebt Ihr die momentane Situation als Musiker?

Oh Brother:

Es ist natürlich tragisch, wenn man als Musiker nicht auftreten kann. Gerade wir als Newcomer, die eben erst begonnen haben, eigene Musik zu veröffentlichen lechzen förmlich danach diese auch live unter die Leute zu bringen. Es gibt nichts schöneres als mit dem Publikum direkt verbunden zu sein. Nichts desto trotz haben wir das große Glück, dass wir im Studio arbeiten können und gleichzeitig über Social Media immer noch eine ganze Menge Menschen erreichen können.

Elle:
Im ersten Lockdown habt Ihr uns mit Euren Corona Covers die doch verhältnismäßig recht tristen und eintönigen Wochen gerettet. Wie sieht ein „fast ganz normaler“ Tag während dem Lockdown bei Euch privat aus, jetzt wo man weder am Späti noch im Gym rumhängen kann?

Oh Brother:

Wir wohnen zusammen, das heißt die Wege sind kurz und wir arbeiten die meiste Zeit auch von zu Hause aus. Sport wird draußen oder auf der Yoga Matte im Wohnzimmer betrieben, wir kochen viel zusammen und schreiben Songs. Also eigentlich alles entspannt, vielleicht bisschen langweilig, aber wem geht das nicht so…

Elle:
„Ein bisschen Teufel, ein bisschen Lady“, lautet eine Zeile aus Eurer ersten Single „Gefährlich“. Sind Eure Songtexte autobiografisch?

Oh Brother:

Zumindest verarbeiten wir in allen unseren Lyrics Erlebnisse, Geschichten und Gefühle aus unserem eigenen Leben. Das heißt nicht immer das jede Person, wie zum Beispiel bei Gefährlich, 1 zu 1 eine reelle Person sein muss. Da wir ja zu zweit sind, vermischen wir häufig erlebtes und kreieren daraus Songkonzepte.

Elle:
Eure zweite Single „Rosen aus Plastik“ aus Eurer kommenden Debüt-EP beschäftigt sich mit der Selbstinszenierung unserer Generation. Authentizität ist wichtig, um ein stimmiges Leben führen zu können. Wie seht Ihr das?

Oh Brother:

Wir glauben das Thema des Songs wird immer relevanter. Wir verstecken uns und unsere Gefühle doch alle viel zu oft hinter der Fassade, die uns die digitale Welt eröffnet. Wir beschreiben in Rosen Aus Plastik eine eigentlich zerbrechliche Generation, die sich ins Ekstase und Nachtleben flüchtet und lieber einen hedonistischen Schein aufrecht erhält, als wirklich in sich hinein zu hören.

Elle:
„Geschwister mit wenig Altersdifferenz unterscheiden sich in ihrer Persönlichkeit stärker als solche, die mit großem Abstand voneinander geboren wurden.“ Das stand mal in der Süddeutschen Zeitung. Wie sieht das bei Euch aus? In welchen Dingen geht Ihr oft konform und wo sind eher Diskussionen angesagt?

Oh Brother:

Wenn man sich täglich mit einem so emotionalen „Arbeitsinhalt“ wie Musik befasst, sind Diskussionen ja quasi vorprogrammiert. Das hat da gar nicht mal so viel mit dem Brüdersein zu tun. Allerdings können wir anders, als andere Arbeitskollegen uns sehr direkt und manchmal eben auch etwas hart unsere Meinungen sagen. Streitigkeiten sind dafür aber auch von sehr kurzer Dauer. Wir haben einfach ein gemeinsames großes Ziel.

Photo: Sebastian Mowka

Elle:
Ich habe mir kurz nach dem Release gleich den Song 12 Laternen angehört. Sehr gefühlvoll, tolle Nummer! Familie bedeutet Euch beiden viel!? Überkommt Euch manchmal ein Gefühl von Heimweh, so viele Kilometer entfernt von eurer Heimat?

Oh Brother:

Natürlich haben wir auch immer wieder mal Heimweh. Besonders weil wir gerne mehr Zeit mit unserem Dad verbringen würden, aber wie das Leben nun mal so ist, wir unseren Lebensmittelpunkt mittlerweile in Berlin haben und diese Pandemie das auch nicht gerade einfacher gemacht hat. Aber wie man in dem Song vielleicht hört, sind wir unserem Vater sehr dankbar für alles und freuen uns jetzt schon auf die Weihnachtstage in der Heimat.

Elle:
Merci, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt und wir so die Chance bekommen haben ein wenig die beiden Musiker hinter Oh Brother kennenzulernen.

FACEBOOK
https://www.facebook.com/ohbrotherofficial/

INSTAGRAM
https://www.instagram.com/ohbrotherofficial/

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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