Point of View – Julian Augenstein

Edgy, elegant, exklusiv, so beschreibt der Designer Julian Augenstein selbst seine Schmuckstücke. Er schafft zeitlose, minimalistische Stücke, die die Persönlichkeit des Trägers unterstreichen und nicht übertrumpfen sollen. So entsteht eine harmonische Symbiose zwischen seinen Designs und dem Träger. Im Interview mit ihm erfahren wir heute mehr über seinen kreativen Prozess und was sein Label von anderen unterscheidet.

Elle:
Du hast eine 3-jährige Ausbildung zum staatlich geprüften Designer für Schmuck und Geräte an der Goldschmiedeschule in Pforzheim gemacht und anschließend ein Studium, spezialisiert auf Schmuck und Alltagsgegenstände. Welcher Moment hat Dir gezeigt, dass Du ein kreatives Handwerk erlernen möchtest und erinnerst Du dich noch an Dein erstes Schmuckstück?

Julian Augenstein:

Ich war schon immer sehr an Design in jeglicher Hinsicht interessiert, sei es in Mode, Interieur oder Kunst. Daher stand für mich schon immer fest, ich will mich nicht nur mit schönen Dingen umgeben, sondern selbst welche schaffen. Durch sämtlich Praktika in den unterschiedlichsten kreativen Berufen war ich von Schmuck bzw. Objekten am meisten fasziniert. Eines meiner ersten Stücke war, soweit ich mich erinnere, ein Paar Ohrringe. Bis heute ist der Ohrring einer meiner liebsten Schmuckarten.

Si Loin, Si Proche
Photograph: Julia Keltisch
Styling: Lisa Maria Lohmann
Hair & MakeUp: Evelyn Innerhofer
Model Larissa (Wilhelmia Models London)
Si Loin, Si Proche
Photograph: Julia Keltisch
Styling: Lisa Maria Lohmann
Hair & MakeUp: Evelyn Innerhofer
Model Larissa (Wilhelmia Models London)

Elle:
Gerade in kreativen Berufen ist neben dem künstlerischen Können auch ein Gespür für Trends und Stimmungen wichtig. Was wird der nächste große Clou in Sachen Schmuck und wie stehst Du zu Vintage-Schmuck?

Julian Augenstein:

Groß im Trend sehe ich sämtliche Ausführungen der schlichten Creole, außerdem feiern Broschen ihr großes Comeback. An Kleidern, Strickjacken, Krägen und Blazern gepinnt wird jedes Outfit zu einem echten Hingucker. Das Thema „Vintage“ ist nun schon seit mehreren Jahren als Trend zu finden und ist meiner Meinung nach der Gegentrend zum immer schnelleren und digitalisierten Leben. Um dem Mainstream global wachsender Ketten in Mode und Schmuck entgegen zu wirken, werden wieder ganz bewusst alte – oder auf alt gemachte – Designs zum Trend erklärt. Ich lass mich bei meinem Designprozess von Formen oder Techniken nostalgischer Schmuckstücke inspirieren. Dadurch versuche ich Trends der Zeit in zeitlose ‚Evergreens‘ zu verwandeln .

Photograph: Sven Baruch
Model: Emely, Jane (Agentur Brody_Bookings)
Photograph: Sven Baruch
Model: Emely, Jane (Agentur Brody_Bookings)

Elle:
“Die Welt braucht ausgefallene Designs” ist ein Zitat, welches in großen Lettern Deine Website ziert. Wie hebst Du Dich von der Masse der Schmucklabels ab? Welche Botschaft möchtest Du mit Deinen Designs vermitteln?

Julian Augenstein:

Mein Schmuck sollte immer den individuellen Geschmack des Kunden fördern und zum Ausdruck bringen. Mit den Kollektionen kann jeder Trends setzen, der selbst keine braucht. Durch die minimalistische Formsprache, kombiniert mit coolen, herausstechenden und urbanen Formen sind viele der Schmuckstücke unisex. So spreche ich mit meinen Label zunehmend auch Männer an, da gutes Design im Echtschmuckbereich für Männer immer noch selten vertreten ist.

ProAcademy Shoot: Night Sky
Photograph: Sven Baruch
Model: Hannah Marie Graf, Hanna, Angie (Agentur Brody_Bookings)
ProAcademy Shoot: Night Sky
Photograph: Sven Baruch
Model: Hannah Marie Graf, Hanna, Angie (Agentur Brody_Bookings)
ProAcademy Shoot: Night Sky
Photograph: Sven Baruch
Model: Hannah Marie Graf, Hanna, Angie (Agentur Brody_Bookings)

Elle:
Du bist gegen Massenproduktion und somit kann man nur eine limitierte Zahl Deiner Schmuckstücke erwerben. Erzähle uns doch ein wenig von Deinem Workflow, oftmals weiß man gar nicht, wie viel Arbeit und Arbeitsschritte hinter solch einem Schmuckstück stehen.

Julian Augenstein:

Treu dem Motto von Vivienne Westwood ‚Buy less. Choose well. Make it last.‘ ist es mir wichtig, dass sich meine Kunden lang an ihrem Schmuckstück erfreuen. Ich versuche daher die komplette Produktion eines Schmuckstückes selbst zu machen und jeden Arbeitsschritt nachvollziehen zu können. Angefangen bei meinem Trendresearch, Skizzen und Modellen, bis hin zum fertigem Schmuckstück ist alles made in Germany.

ProAcademy Shoot: Night Sky
Photograph: Sven Baruch
Model: Hannah Marie Graf, Hanna, Angie (Agentur Brody_Bookings)
ProAcademy Shoot: Night Sky
Photograph: Sven Baruch
Model: Hannah Marie Graf, Hanna, Angie (Agentur Brody_Bookings)

Elle:
Was mir besonders gut gefällt, Du hast auch Schmuck für die Zielgruppe, die nicht gepierct ist. Die Sparte ist leider unterrepräsentiert, wenn man nach originellem Schmuck sucht. Wie kam es dazu und wirst Du den Zweig noch weiter ausbauen?

Julian Augenstein:

Im Laufe meiner Arbeit mit Kunden und auch Models, war es keine Seltenheit, dass diese nicht wie als ‚selbstverständlich‘ erachtet gepiercte Ohren hatten, jedoch sehr gerne schöne Ohrringe tragen würden. Außerdem ist der Wunsch nach Ohrschmuck auch bei Männern oder zusätzlichen Schmuck tragen zu können, ohne direkt ins Piercing Studio rennen zu müssen sehr gefragt. Die Schlichtheit meiner Designs macht die ‚Ear Cuffs‘ zu einem echten unisex Produkt, um sein Ohr stylisch zu pimpen.

Julian Augenstein: Memories
Photograph: Julian Augenstein
Model: Julian Feyrer
Julian Augenstein: Memories
Photograph: Julian Augenstein
Model: Julian Feyrer
Julian Augenstein: Memories
Photograph: Julian Augenstein
Model: Julian Feyrer

Elle:
Du hast für Deine einzelnen Schmuckkampagnen mit Fotografen wie Sven Barucha und Silke Schlotz zusammengearbeitet. Nach welchen Kriterien wählst Du Dein Team für die Umsetzung einer Kampagne aus?

Julian Augenstein:

Gerade im Design Bereich ist es unglaublich wichtig, sich mit anderen kreativen Menschen auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Auf Grund dessen bin ich immer sehr an Kooperationen mit Fotografen, Models oder Stylistin interessiert und dankbar mit ihnen meine Visionen teilen zu können. Für meine eigenen Kampagne suche ich speziell nach dem richtigen Esprit, um das Konzept einer Kollektion perfekt einfangen zu können. Hierbei helfen mir dann talentierte Fotografen/innen wie Silke oder Sven.

Silke Schlotz Shooting: Alba
Photograph: Silke Schlotz
Model: Kim L. (Brody_Bookings)
Hair & MakeUp: Sinan Bilgi

Elle:
Um den Absatz einer Marke zu erhöhen, greifen viele Firmen das Thema “Markenbotschafter” auf. Wie stehst Du dazu? Wen könntest Du Dir gut als Markenbotschafter für Dein Label vorstellen?

Julian Augenstein:

Sei es Blogger oder Prominenter, Markenbotschafter sind ein wesentlicher Bestandteil zu Marketingzwecken oder um den Vertrieb anzukurbeln und gestalten die öffentliche Wahrnehmung eines Labels ungemein. Ich glaube durch sie kann man einem Label ein Gesicht verpassen und dies spricht eine breite Masse an potenziellen Kunden an. Als ‚Botschafter‘ für mein Label könnte ich mir starke Charaktere wie Lily-Rose Depp oder Simon Nygard vorstellen.

Silke Schlotz Shooting: Alba
Photograph: Silke Schlotz
Model: Kim L. (Brody_Bookings)
Hair & MakeUp: Sinan Bilgi

WEBSITE
https://www.julianaugenstein.com/

FACEBOOK
https://www.facebook.com/julianaugensteinjewellery/

INSTAGRAM
https://www.instagram.com/julian_augenstein/

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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