Im Interview mit der Gründerin und Designerin Irina Schönleber von lovesign – I stand up for animals

lovesign_i_stand_up_for_animal_rights_front_coultique
In Deutschland leben schätzungsweise etwa 900 000 Menschen vegan, die Zahl ist steigend. Das Interesse an veganer Mode wird immer stärker, vielen ist wichtig, dass bei der Produktion kein Tier dafür hat leiden müssen. Diesen Trend gilt es zu unterstützen, das Modelabel lovesign zeigt wie es geht und erzählt uns im Interview mehr zur Produktion und veganer Lebensweise.

Elle:
Vor knapp zwei Jahren hast Du die vegane Ernährung für dich entdeckt, ein erfülltes Leben kann man auch ohne Tierleid führen, davon bist Du überzeugt. Aus welchen Gründen hast Du Dich für die vegane Lebensweise entschieden und welche Schwierigkeit lag für Dich im Umstieg auf Vegan?

lovesign:

Unser Anlass zum Umstieg war die Erkenntnis, dass Milchkühen ihr Baby weggenommen wird. Als liebende Eltern von zwei Kindern war uns dieser Gedanke so unvorstellbar schrecklich, dass wir das auf keinen Fall weiter unterstützen wollten. Zum Glück kamen mein Mann und ich zeitgleich zu diesem Umdenken, so dass wir keinerlei Schwierigkeiten mit der Umstellung hatten. Lediglich neue Rezepte mit anderen Zutaten waren eine uns sehr willkommene Veränderung. Allerdings mussten wir vor zwei Jahren noch etwas kompliziertere Wege gehen, um die neuen Lebenmittel zu finden. Heute ist das ganz einfach geworden.

Elle:
Mit Deinem Modelabel lovesign produzierst Du vegane Mode wider dem üblichen Öko-Image, nämlich modisch, stylisch und chic. Was war Dir bei der Gründung Deines Labels besonders wichtig, wieso hast Du Dich dazu entschieden den veganen Markt zu erweitern?

lovesign:

Mein Ziel war es über die Kleidung meine inneren Gedanken zum Thema „veganer Lifestyle“ auszudrücken. Da ich auch nach langem Suchen keinen für mich ansprechenden Style auf dem Markt gefunden hatte, entschied ich mich selbst zu gestalten. Und aufgrund meinen hohen Ansprüchen an die Produktion war dann sehr schnell klar, dass das nur im Großen und professionellen Stil machbar ist. Und somit stand fest, dass ich ein neues Label machen werde. Und zu meiner Freude bin ich damit – eher zufällig – auch in meinem studierten Beruf gelandet, da ich Modedesignerin bin. Ich mache nun Mode, die Inhalte vermittelt und somit mehr kann, als nur schön auszusehen.

lovesign_i_stand_up_for_animal_rights_02_coultique

Elle:
Du entwirfst tierfreie Mode, das bedeutet, dass Du bei der Herstellung komplett auf Wolle, Seide, Leder, Pelz, Horn und Perlmutt verzichtest. Vegane Mode ist jedoch nicht immer gleich umweltfreundlich und fair produziert, für Dich sind bei Deiner Mode vier Faktoren besonders wichtig, dass sie vegan ist, bio, fair und nachhaltig. Wie läuft die Herstellung der lovesigns Shirts ab?

lovesign:

Die Herstellung ist ein sehr langer und komplexer Weg. Mal etwas zusammengefasst sieht das so aus – wir suchen Stoffe, die auf pflanzlicher Basis sind und biologisch und unweltverträglich produziert wurden, (z.B. Biobaumwolle, Tencel, Modal). Wir achten auf Zertifizierungen wie gots oder fairwear, so dass wir die höchstmöglichen Standards garantiert haben. Sie kontrollieren z.B. einen Anbau ohne Pestizide bei Baumwolle, das Nutzen einer Abwasserkläranlage in Färbereien, geregelte Arbeitszeiten und gute Einkommen für Mitarbeiter und schadstoffarme Produktion. Da wir als Start-up noch nicht alles ganz alleine produzieren können, arbeiten wir mit festen Partnern zusammen, die uns diese hohe Qualität und die Zertifizierungen liefern. Somit setzen wir themenbezogen modische Schnitte in Kombination mit Inhalten zu Themen wie Tierliebe, veganem Lifestyle, Nächstenliebe und auch der Liebe zu sich selbst um. Wir arbeiten dabei mit Veredelungen, die nachhaltig, abbaubar und umweltschonend sind. So besticken oder benähen wir unsere lovesigns und drucken mit Farben auf Wasserbasis, die weniger Chemikalien haben. Wir sparen Verpackungsmaterial und Plastik soweit es geht. Momentan unterstützen wir mit unserer Produktion Betriebe in Bangladesch, so dass die Menschen dort faire Arbeit finden können. Das ist nämlich sehr schwierig. In der Modeindustrie werden Menschen teilweise behandelt wie hierzulande die Tiere in der Industrie. Es gibt noch viel zu tun und viel aufzuklären.

lovesign_i_stand_up_for_animal_rights_01_coultique


Elle:
Deine Shirts sind bisher nur in Kleinstauflage produziert, mit Hilfe einer Crowdfunding-Aktion hast Du nun eine komplette Kollektion für vegane und nachhaltige Mode “mit Message” entwerfen können. Deine Shirts regen zum Nach- und Umdenken an, was ich persönlich sehr befürworte.

Für Dein Label konntest Du den Buchautor und veganen Koch Björn Moschinski gewinnen und Ihr seid gemeinsam mit weiteren Freunden der veganen Mode für Eure Idee auf die Straße gegangen. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

lovesign:

Wenn man etwas bewegen will, ist es immer gut nicht alleine zu sein. Je mehr Menschen den gleichen Wunsch in sich spüren, umso stärker ist die Kraft mit der etwas vorankommt. Daher wusste ich von Beginn, dass ich mit Partnern zusammenarbeiten und kooperieren möchte. Ich habe Björn auf der Veggieworld in Wiesbaden kennengelernt und wir kamen ins Gespräch. Schnell stand fest, dass wir auf einer Wellenlänge liegen und er sehr gerne bei unserer Aktion dabei ist. Es hat mich sehr gefreut, dass er mir und uns dieses Vertrauen geschenkt hat und wir so eine großartige Kampagne zusammen umgesetzt haben. Auch alle anderen Beteiligten waren großartig und super engagiert, einfach weil das gemeinsame Ziel so zusammenschweißt. Die gute Stimmung bei solchen Aktionen ist es auch, was mir immer wieder die Energie und Unterstützung gibt weiterzumachen, auch wenn es mal schwierig ist.

Elle:

Mir fällt es immer schwer zu begreifen, wieso sich Pescetarier ebenfalls als Vegetarier bezeichnen. Wieso ist Deiner Meinung nach der Verzehr von Fischen in den Augen der meisten Mensch eher vertretbar, als der von warmblütigen Tieren?

lovesign:

Ich denke es liegt daran, dass uns die Fische fremder sind. Je größer der Unterschied zwischen zwei Lebewesen ist, umso schwieriger ist es den anderen zu verstehen oder sich in seine Lage zu versetzen. Daher finden viele Menschen, dass Fische ja nicht so leiden, oder dass sie vielleicht keine Schmerzen haben. Gefühle wie z.B. Zusammengehörigkeit zwischen Mutterfischen und ihren Kindern wird diesen Tieren quasi nicht mal im entferntesten zugesprochen. Daher ist es leichter zu sagen, dass man sie bedenkenlos töten kann. Je mehr man über diese vermeintlich „menschlichen“ Züge weiß, umso eher gelten diese Tiere als schützenswert, so wie die Delphine. Allerdings ist es nicht richtig dieses Verständnis nur auf eine Gruppe von Fischen zu beziehen. Das entspricht der selben unlogischen Zuordnung von Gefühlen und Rechten wie bei Haus- und Nutztieren.

lovesign_i_stand_up_for_animal_rights_03_coultique

Elle:
Das Thema Meerestiere betrifft auch die kommende lovesign Kollektion, jene die in die maritime Richtung geht. Welche Motive und Leitsätze erwarten uns?

lovesign:

Da mir das Thema der Meere ebenfalls sehr am Herzen liegt, heißt unsere neue Collection „save the sea“ das Motiv das sie trägt verdeutlicht, dass die Meeresbewohner die Könige des Meere sind und wir sie respektieren und schützen müssen. Der Mensch sollte sich im Meer wie ein Gast verhalten, denn nichts anderes ist er. Das Meer ist nicht unsere Heimat. Und am besten können wir solche Lebensräume schützen, wenn wir sie an ihre eigentlichen Bewohner zurückgeben.

Das ganze ist Maritim sehr klassisch und edel mit Gold und Stick umgesetzt und sieht super schön aus. So kann man es auch im Business oder in Alltag tragen und fällt damit positiv auf und nicht radikal.

Elle:
Herzlichen Dank für das Interview liebe Irina und weiterhin viel Erfolg! Es hat mich gefreut dich auf der Vegan im Quadrat kennengelernt zu haben.

lovesign:
Ganz herzlichen Dank. Das wünsche ich mir auch in Bezug auf die gesamte Bewusstwerdung und das Umdenken der Menschen.

Um up-to-date zu bleiben folgt lovesign über Facebook oder schaut auf der Website vorbei.

Bild mit lovesign Shirt Credit by Oliver Meyer

In Kooperation mit lovesign

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.