André Schmucki – Spirited Conversation

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Der Schweizer Künstler André Schmucki wurde 1967 in St. Gallen geboren und lebt und arbeitet heute in Luzern. 1990 besuchte er die F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich sowie 1997 die Luzerner Universität für Angewandte Wissenschaften und Künste. Das Unwirkliche, das sich auch in unseren Träumen zeigt und uns einen Zugang zu der Tiefe unseres Unterbewusstseins finden lässt, verknüpft der Künstler Andre Schmucki in seinen Gemälden mit einem authentischen Part, weckt und offenbart zugleich Emotionen.

Träume gehören zu unserem Dasein, sie dienen der Bewältigung unseres Lebens. Vergessenes kommt wieder an die Oberfläche, Erinnerungen, Wunschvorstellungen, Ängste, Erlebtes aus Gegenwart und Vergangenheit manifestiert sich zu einer Einheit.

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Elle:
Was bedeutet Dir Deine Kunst? Hilft Sie Dir auch selbst Dein Inneres besser zu verstehen und welche Gefühle möchtest Du bei den Betrachtern Deiner Kunstwerke auslösen?

André Schmucki:

Nun anfänglich hat die Kunst sicherlich so eine Komponente, wo man sich über die Malerei besser kennen lernt oder staunt, was sich daraus manifestiert. Kommt natürlich immer darauf an, welche Art von Kunst man macht.

Klar, es ist ja bei jeder neuen Arbeit wieder ein verstehen seiner selbst und darüber reflektieren. Was es auslöst, überlasse ich jedem Betrachter selbst und was es ihm gibt oder brauchbar ist. Über die Bedeutung für mich selber, es ist ein Privileg und ein Bestandteil von mir, also sehr viel.

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Elle:
Ich stelle in Coultique sowohl Fotografen als auch Künstler vor, die ihre Passion in der Malerei gefunden haben. Mich schockierte einmal ein Kommentar unter dem Bild eines Künstlers, der sich auf die realistische Malerei spezialisiert hatte. Dieser lautete in etwa so: Wieso malen, wenn man es auch fotografieren kann.
Wie wertest/siehst Du eine solche Äußerung?


André Schmucki:

Ja, so diese Art von Äußerungen habe ich schon oft gehört. Dieses Thema ist ja schon so alt wie es die Fotografie gibt.

Nach meinen Beobachtungen ist es immer wieder da, das Bedürfnis zu malen, ich denke man kann es ja auch nicht werten oder vergleichen, weil beides seine eigene Berechtigung hat und so ist es auch richtig.

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Elle:
Welche Maltechnik wendest Du an? Bei Dir ist der künstlerische Herstellungsprozess sehr interessant, aber auch aufwändig. Er besteht aus zwei Teilen, erst wird eine Basis realisiert, durch den zweiten Schritt erfährt das Gemälde eine Veränderung, es entsteht etwas Neues, ohne aber das Alte vollständig zu zerstören.

André Schmucki:

Die Frage kommt häufig :), manchmal stelle ich mir die Frage, ob die Technik relevanter ist, als die Bildaussage.

Die Maltechnik ist komplex, ich lege meistens die Basis Öde Untermalung mit der Spritzpistole (Airbrush) an, also mit Acrylfarben, es kann sein, dass ich auswasche, so eine Art Pointilismus anwende oder auch Spachteltechnik, Wischtechniken – es ist ein Experimentieren immer wieder auf’s Neue, mit allen erdenklichen Möglichkeiten, die sich anbieten oder mich anregen.

Auch der Zufall spielt immer eine große Rolle und der ist mir auch wichtig. Vor Jahren habe ich ganz hyperrealistisch gemalt, mich interessierte damals wie weit ich an diese Art der fotografischen Realität herankomme, um das zu verstehen. Doch mit der Zeit wurde das unbefriedigend, weil es sich nur im Technischen bewegte.

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Elle:
Wer oder was inspiriert dich?

André Schmucki:

Wie man ja nicht unschwer erkennen kann inspirieren mich menschen, wartende, bewegende, in diversen Tätigkeiten, etc…

Auch finde ich immer wieder Inspirationen aus Filmfragmenten, Zeitschriften der Literatur, aus meinen Träumen und mit der Zeit entsteht so ein eigenes Kompendium.

Was mich auch noch inspiriert sind gute Bilder von Fotografen, oder Künstlern zum Beispiel, Igor Kaiser, Helmut Warnke, Marija Lynch, Katherina Rogal. Von denen Fotos als Basis verwendet wurden, wie man ersehen kann.


Einen ganz hervorragenden und für mich sehr inspirierenden Fotografen finde ich Carsten Witte aus Hamburg, von dem ich schon einige seiner Arbeiten für meine Malereien verwenden durfte.


Vorallem schätze ich seine Aktaufnahmen, seine Portraits, auch wie er mit dem Licht und Raum umgeht.

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Elle:
Deine Werke werden vielfach online und in Print-Ausgaben publiziert und international in Ausstellungen präsentiert. Wo würdest Du noch gerne Deine Werke sehen, über welche Ausstellung und/oder welches Kunstmagazin würdest Du Dich besonders freuen?

André Schmucki:

Ja, über das Staune ich auch immer wieder und finde es schön, wenn die Bilder publiziert werden, wie es scheint finden ja die Menschen oder Betrachter etwas darin was sie bewegt und ihnen gibt! Wo ich meine Werke noch gerne sehen möchte, mehr noch im öffentlichen Raum, wo sie mehr zugänglich sind für die Betrachter.

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Elle:
André, ich bedanke mich recht herzlich für dieses Gespräch, für den Einblick in Deine Kunst und für neue Erkenntnisse.


Website

Source:
Carsten Witte
Maija Lynch
Katerina Rogal
Helmut Warnke
Igor Kaiser

Salut, je m'apelle Elle, Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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