UNTER UNS – Gianmarco in Indien! Teil -1-


Viele Jungs fragen sich was sie machen sollen um den sinnlosen Wehrdienst zu umgehen – alte Leute rumschieben z.B.! Apathisch den renten- und breiessenden Kriegsveteranen zum Mittagstisch und zurück. Dann Gebiss raus und weiterschlafen. Alle beide. Wer weder Bock hat sich mit den alten- noch mit den potentiellen neuen Kriegsveteranen (für alle: Wehrdienstleistende) abzugeben, der hat noch die Möglichkeit vor der ärztlichen Untersuchung zu kiffen, soll helfen. Hätt’ ichs lieber gemacht. Oder doch nicht..

Nach einer wahren Geschichte:
Sie handelt von einem jungen I(n)dealisten, der seinen Zivildienst in Indien machte. (ja! Das geht. Über das staatliche “weltwärts”-Programm.


MUMBAI FLUHAFEN.
Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen gehe ich durch eine Wand aus heißer, feuchter Luft. Boom. Davon musste ich mich erstmal erholen. Das Atmen fällt schwer und ich bin aufgeregt. Am Duty Free Shop erst mal ein Gastgeschenk für die NGO, die mich zwölf Monate aufnehemenn wird, kaufen. Mmmm. Bollywood DVDs? Nein. Zigaretten? Rauchen die? Keine Ahnung! Ne Flasche Johnny Walker! Die geht!

Vor dem Flughafen steht das Taxiunternehmen, das mich nach Pune bringen soll: “K.K Travels”. Abgemacht war, dass die da mit einem Schild warten, auf dem mein Name steht. Kein Schild mit meinem Namen. Scheisse. “Sorry, is there anybody from K.K. Travels” “No. English”, bekomme ich zur Antowort. “Was mache ich jetzt?” Da an einem kleinen staubigen Holzstand mit Tabakwaren und komischen Blättern lehnt ein Schild. Es ist Nacht und ich kann durch die Neonbeleuchtung des Tabakschuppens erkennen: “K.K. Travels”. Geeeeil!

Ich renne hin und sage meinen Namen. Ein Inder dreht sich um und gestikuliert. Ich soll ihm folgen. Er bringt mich zu einem anderen Inder. Sie reden. Mit der Zunge am Gaumen. Seltsame Sprache. Der einer Verabschiedet sich. Der zweite Nimmt mich mit. Zum Nächsten und so weiter. Bestimmt fünf Mal hab ich “den Inder gewechselt” bis wir an ein Auto kamen. Einen, mit bunten Götterköpfen geschmückten, Jeep auf dem
tatsächlich K.K. Travels steht.


Ich frage: “Pune”? Er wackelt mit dem Kopf hin und her. Was soll das? (Ich wusste nicht, dass man in Indien nicht mit einem Nicken, sondern mit einem Kopfwackeln bejaht) Ich dachte er wäre sich noch nicht so sicher wo er hinfährt…Nochmal: “Pune”? Wieder geduldiges wackeln. “Du musst doch wissen wo du hinfährst. Du bist der Fahrer”? Scheisse, der kann kein Deutsch. Etwas lauter: “Pune?” Seine Gedult schwindet
anscheinend. Das Wackeln wird stärker, der Blick ernster. “Pune?”. “SIT DOWN!”

Wooow. “Ok” Anscheinend hat er sich entschieden. Ich nehme Platz. Wir fahren durch die Nacht an Kühen und Affen vorbei auf dem Mumbai-Pune-Expresshighway Um 6 Uhr morgens komme ich im Büro von “Sadhana Village”, meiner NGO, an. Am Stadtrand der fünfmillionen Stadt Pune. “Hier können sie hoffentlich Englisch!”
Freundlich empfängt mich ein älterer Herr, der sich als Mr. Deshpande vorstellt: Der Kopf der NGO. Ein Fahrer wird mich gleich zur Organisation selbst bringen. “Wie weit ist das?”. “Ach nicht weit. 35 km: 2 Stunden”. “Waaas?” 2 Stunden für 35 km? Das war nicht übertrieben.

Der Fahrstil der Inder ist sehr interessant. Offiziell ist Linksverkehr, war ja mal eine Englische Kolonie. Von Linksverkehr merkt man nicht viel. Links vorbei, rechts weiter. Eine Kuh, dann wird gebremst. Ein Straßenhund, dann wird Gas gegeben und ganz wichtig: Die Hupe! Die Hupe ist so essenziell wie das Benzin. Der Fahrer hat eine Hand zum Schalten und Lenken. Mit der anderen Hupt er. Zum “Blinken” streckt man seine Hand aus dem Fenster. Ich dachte es wäre die erste Fahrt unseres Fahrers – und meine Letzte!

Zu meiner Überraschung sind wir doch tatsächlich angekommen. Mitten im Jungel (nach dem Monsun ist es überall grün und lebendig – wie im Jungel. Von städtischer Zivilisation keine Sicht.

Jetzt schlafen. Gute Nacht.

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2 Kommentare

  • Kaspar am 20.02.2011 um 23:45 Uhr:

    Toll, das ist endlich mal ein interessanter Artikel, vielen Dank. Muss man sich nochmal in Ruhe durchlesen. Generell finde ich den Blog leicht zugaenglich.

    • Elle am 27.02.2011 um 23:48 Uhr:

      Danke Kaspar, wir werden in den nächsten Wochen noch neue Themen bringen.

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