UNTER UNS – Gianmarco in Indien! Teil -3-


PUNE, MAHARASHTRA
Weiter: Es stand mein erster Day-Off an. Ein freier Tag pro Woche und wo fährt der
europäische Stadtjunge hin? Natürlich in die Fünfmillionenstadt Pune. ( 5 Millionen auf einer Fläche von Worms, der Stadt in der ich geboren und aufgewachsen bin!)

Pune war beeindruckend. Viel zu viele Impulse. Man kann sich auf nichts konzentrieren. Das Gehirn ist völlig überfordert, wie eine Kuh bei Gewitter (sorry für die ewigen “Kuh-Beispiele, aber, dass sie so gut passen liegt Nahe). Zu allem überfluss ist man in der totalen Verwirrung auch noch das Zentrum der Aufmerksamkeit fuer die meisten Inder, die ihren Augen nicht trauen können, dass da tatsächlich ein schwitzender, überforderter, Weißer rumläuft.

Gottseidank sind die Inder ein sehr hilfsbereites und gastfreundliches Volk und da kann es schon mal passieren, dass man plötzlich auf einem Motorrad sitzt (auch zu viert) und irgendwo mit hingenommen wird. Trotz des lebensgefährlichen Fahrstils ist das echt angenehm, nicht nur wegen des Fahrtwindes, sondern auch weil man sich dann mal eine Auszeit gönnen kann. Man hat selbst ja keine Verantwortung ueber den eigenen Koerper mehr. Ja solche Sachen lernt man in Indien ganz schnell! Man muss nur offen sein und vertrauen. Dann ist das indische Leben auch zu dir offen und sehr vertrauenswürdig!



Nachdem ich also irgendwann in der Marktgegend angekommen war, korrigierte ich meine Meinung über den Stadtrand, den ich euch vorher als impulsüberfülltes, verwirrendes Gewitter beschrieben habe. Der Stadtrand ist der Zen-Garten Punes!! Auf dem Markt erst mal Klamotten kaufen, war ich doch nur mit zwei Hemden einem T-Shirt und zwei Jeans angereist. Viel zu teuer, wie sich später herausstellte. Die Feilschmethoden auf dem indischen Markt sind hart. Wenn man aber ein Mal dahinter gekommen ist (hat bei mir 8 Monate gedauert -.-) und die Sprache ein wenig kann, dann hat man sich den Respekt der indischen Geschäftsmänner erlangt und das bedeutet: Einheimischenpreise. Die absolute Bestätigung, das Ziel jedes Indienreisenden!

Völlig erschöpft kam ich wieder am Stadtrand an, von wo aus mich eine zweistündige Heimfahrt in einem geteilten Jeep mit weiteren 20-25 Personen von meinem harten Bett trennte! Im Jeep ist eine sehr familiäre Stimmung. Man erzählt, singt zu dem Radio mit dem schlechtestem Empfang und lacht. Wer zu viel Gepäck hat gibt es Mitfahrer, die darauf aufpassen (Kinder eingeschlossen und so kommt es vor, dass eine Mutter einem ihr Kind in die Hand drückt, denn sie muss zwei weitere Kinder und einen Reissack transportieren – am Anfang auch sehr verwirrend, doch dann stärkt es die Hoffnung irgendwann wie als “Inder anerkannt” zu werden!

Zuhause angekommen erst mal Duschen: Dafür füllt man einen grossen Eimer mit gepumpten Flusswasser aus dem Hahn und taucht mit einem kleineren Eimer in den Grossen ein und übergiesst ihn sich, bis der große Eimer leer ist. Zum Waschen gibt es ganz normale Kernseife. Man gewöhnt sich schnell daran, da es sowieso keine Alternative gibt. Die Toilette besteht nebenbei aus einem Loch im Boden. Klopapier gibt es nicht. Man
benutzt einen kleinen Eimer, viel Wasser und die linke Hand. Auch das hört sich schlimmer an als es ist, denn es ist viel effizienter und sauberer als die Klopapiermethodevon “Pseudohygienevorbildern”, denn Wasser ist, ganz im Gegensatz zu Klopapier, hundertprozentig! Aber weg von den Scheißthemen und zur schlechten Nachricht:

Hier endet der erste Teil der Serie! Bis Bald. Dann gibts mehr von Indien!
Danke an Coultique! Gianmarco Steinhauer

Nicht nur ich habe zu danken, sondern auch die Leser, die sich freuen wieder demnächst von dir zu hören sprich zu lesen. Danke, Gianmarco

Wer zu seinem Indien-Aufenthalt noch fragen hat, kann diese im Kontaktfeld an uns schicken, wir werden sie an Gianmarco weiterleiten und auch hier dann veröffentlichen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung !

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Ein Kommentar

  • Nadja am 07.03.2011 um 19:27 Uhr:

    Das ist mal ein informativer Eintrag, vielen Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich diesen Blog leicht zugaenglich.

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