Nach dem Tod ist vor dem Spiel – Stefan Loeber


Die UEFA Fußball-Europameisterschaft (EM) 2012 vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 ist das Sommer-Ereignis, dem viele Fußballbegeisterte entgegenfiebern. Doch auch Kritik wird öffentlich laut. Es geht um das Vorgehen der ukrainischen Regierung.

Um das Stadtbild zu verbessern, werden auf brutalste Weise herrenlose Hunde und Katzen in den Austragungsorten getötet – totgeschlagen, erschossen, grausam vergiftet und auch bei lebendigem Leib in mobilen Verbrennungsöfen verbrannt.

In der Ukraine werden für Hunderte Millionen Euro neue Stadien und Hotels sowie neue Autobahnen und Schnellstraßen gebaut, während auf eine verabscheuungswürdigste Art und Weise die herrenlose Tiere entsorgt werden.

Eine ganze Fußballindustrie (UEFA, DFB, Sponsoren) hält sich die Augen zu. Zwar war davon die Rede, dass die EM-Macher dem krässlichen Tun Einhalt geboten hätte, aber das Töten geht weiter. Im März d. J. war ein Team von PETA in der Ukraine und hat dort mit lokalen Tierschützern recherchiert, ob es stimmt, dass die ukrainische Regierung das grausame Töten gestoppt hat. Was sie vorfanden, entsprach dem Gegenteil. Hier für alle Ungläubigen ein Video!

Der Müncher Fotodesignstudent Stefan Loeber hat dieses Desaster und Massaker mit einer Plakat-Aktion für PETA auf den Punkt gebracht.



Elle:
Wie sehen Sie selbst die Hintergründe zur EM in der Ukraine?

Stefan:

Als ich von Tierschützern auf die Zustände in der Ukraine aufmerksam gemacht worden bin, hat mich das erschüttert und fassungslos gemacht. Insbesondere weil ich schon lange Fußballfan bin. Fußball hatte in meiner Vorstellung immer etwas mit sportlichem und fairem Verhalten zu tun, die nach klaren Regeln ablaufen. Selbst abseits des Platzes. Dass im Vorfeld zu solchen Veranstaltungen solche Dinge passieren, steht im klaren Widerspruch zu diesen Maximen. Diese Ambivalenz wollte ich u.a. durch den Text „Fairness, Respekt, Hundemord?“ , die Rote Karte und die Schiedsrichterpfeife klar herausstellen. Dies soll aber klar nur in Richtung der UEFA und den Veranstaltern gehen. Der einzelne Spieler trägt keine Schuld. Die Arbeiten hatte ich ursprünglich auch nur als fiktive Werbung im Rahmen meines Studiums angefertigt. Meine Freundin sagte dann immer wieder ich sollte PETA einmal diese Motive schicken.



Elle:
Sollten nicht in solche „Entwicklungsländer“, denen das Mitgefühl für Menschen und Tiere fehlt, keine Veranstaltungen ausgetragen werden. Anmerken möchte ich natürlich noch, dass es auch dort Menschen und Organisationen gibt, die dies nicht tolerieren. Wie ist dazu Ihre Meinung?

Stefan:

Ich denke, dass die Abhaltung in „Entwicklungsländern“ per se nicht das Problem ist. Die Frage ist erstmal, wie man das in Zukunft vermeiden kann. Bei Großereignissen, bei denen die ganze Welt zusieht, ist die Gefahr groß, dass aus einer Präsentierung des Landes schnell eine Inszenierung wird. Die Länder wollen sich als fortschrittliche und würdige Veranstalter feiern lassen und die UEFA will, dass ihre Wahl als richtig und gut angesehen wird. Damit solche Vorfälle nicht wiederkehren, würde ich einen aktiveren und nachhaltigeren Umgang mit dem Austragungsort gut finden. Probleme müssen schneller erkannt und nachhaltig und fair verbessert werden . Die Straßenhunde kommen ja nicht von heute auf morgen. Da fragt man sich schon, wieso nur über Stadienbau, Unterkünft und Infrastruktur gesprochen wird und der Umgang mit den Straßenhunden so brutal beendet werden sollte.

Die Vergabe wurde z.B. im Falle der WM in Katar, auch schon sehr stark kritisiert. Stimmen wurden laut, dass diese nur aufgrund des vielen Geldes dort stattfindet. Dort werden riesige Stadien gebaut, die sogar klimatisiert werden müssen. Ein kleiner Wüstenstaat mit WM-fähigen Stadien! Und das in Zeiten der großen Nachhaltigkeitsdebatte.



Aufklärung ist sehr wichtig und wie man helfen kann – hier!

Vielen Dank, Stefan!
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