Kissenschlacht extrem – Pillow Fighting
, am 26. März 2011 in Report
Mädels aufgepasst, euch ist euer Sport zu langweilig. Tennis oder Leichtathletik können euch einfach nicht mehr vom Hocker hauen? Dann macht euch jetzt auf etwas ganz Neues gefasst. Leider müsst ihr vorerst noch nach Wien, aber das könnte sich schon bald ändern.
Die Rede ist von Pillow Fighting.
Was, ihr habt keine Ahnung, wobei es sich hier handelt? Kein Problem! Auf gut Deutsch geht es hier einfach um eine Kissenschlacht! Aber nicht um eine Kissenschlacht, wie ihr sie vielleicht mit eurem Freund schon hattet. Nein, hier geht es um einen richtigen Kissenschlacht-Kampf.
Die offiziellen europäischen Regeln sind schnell erklärt:
- Es dürfen nur Frauen kämpfen. Kein vorsetzlicher Körperkontakt zwischen den Kämpferinnen. Wer gegen diese Regel verstößt, wird disqualifiziert. Die Kämpferinnen müssen sich während des ganzen Fights die Gesichter zuwenden. Wenn eine Kämpferin der anderen den Rücken zuwendet, gibt es einen Punkt Abzug und zwei weitere bei nochmaliger Wiederholung. Beim dritten Mal wird die Kämpferin disqualifiziert.
- Der Polster darf nicht schwerer als 750 g sein.
- Punkte: 1 Punkt für Treffer auf den Kopf der Gegnerin (Gesicht und seitlich) und 1 Punkt für Treffer auf den Körper. Treffer auf Arme und Beine zählen nicht. Auch für Treffer auf den Hinterkopf und den Rücken gibt es keine Punkte. Wenn eine Kämpferin mit Hand oder Ellbogen die Matte berührt gibt es einen Punkt Abzug. Ebenso wird ein Punkt abgezogen, wenn eine Kämpferin den Polster fallen lässt. Wenn der Polster 3x zu Boden gefallen ist gilt das als technisches K.O.
- Gekämpft wird in zwei Runden zu je 120 Sekunden. Dazwischen gibt es 60 Sekunden Pause. Eine Verlängerung der Runden ist nicht vorgesehen. Bei Punktegleichstand nach den ersten zwei Runden wird nach 60 Sekunden Pause eine weitere Runde angehängt. Sollte dann weiter Punktegleichstand herrschen, entscheiden die Richter, wer die bessere Kämpferin ist.
- Für einen regelkonformen Kampf sind ein Schiedsrichter und zwei Punkterichter nötig. Der Schiedsrichter hat das Recht, einen Kampf abzubrechen.
- Die Kämpfe finden ausschließlich nach Einbruch der Dunkelheit statt.
In Deutschland noch unbekannt, hat sich in der Wien schon ein offiziell anerkannter Club zusammengefunden, die Austrian Pillow Fight League (APFL) auch unter Punching Polsters bekannt. Aktuell besteht der Club aus 39 Mitgliedern, Tendenz steigend.
Carola stand uns Rede und Antwort:
Patrick:
Wie seid ihr zum Pillow Fighting gekommen?
Carola:
Ich selbst komme vom Kickboxen (vor 10 Jahren war ich österr. Champion) und es war eher Zufall, dass ich Pillowfighting entdeckt habe. Die Idee, das als Sport zu betreiben, kam von Helle (einer schwedische Freundin, die eine Ausbildung als Box-Richterin gemacht hat). Wir haben letzten Sommer begonnen. Allerdings hatten wir zu Beginn keinen passenden Ort zum Kämpfen. Im Oktober 2010 haben wir dann einen echt coolen Club gefunden, den wir uns mit ein paar Boxern teilen. Naja, dann sind noch ein paar weitere Interessierte dazu gestoßen, und mittlerweile sind wir fünf Mädels (das Team) die zwei Mal die Woche trainieren.

Patrick:
Was ist das besondere an der Sportart?
Carola:
Es ist eigentlich der einzige Kampfsport bei dem du den Gegner (bzw. in unserem Fall die Gegnerin) nicht berührst, natürlich gibt es Fechten und so, aber keinen richtigen Kampfsport eben. Es ist hart und weich zugleich ![]()
Patrick:
Gibt es richtige Wettkämpfe?
Carola:
In Amerika schon. In Europa bildet sich gerade erst eine kleine Szene heraus. Wir würden gerne Wettkämpfe organisieren bzw. bei welchen mitmachen. Jedenfalls haben sich schon einige Leute auf europäische Regeln geeinigt. Die sind etwas ernsthafter als die in Nordamerika. Dort ist Pillowfighting eher mit Wrestling zu vergleichen, was dann oft wie eine Zickenschlägerei aussieht.
Patrick:
Gibt es auch schon einen Verein in Deutschland?
Carola:
So weit wir wissen nicht. Eine europäische Pillow Fight League wäre cool.
Patrick:
Brauche ich irgendwas spezielles für diesen Sport? Welche Voraussetzungen dazu sind erforderlich?
Carola:
Eigentlich nicht. Ein Polster (ich glaube in Deutschland ist “Kissen” geläufiger) mit max. 750g genügt. Es ist ein Sport für jederman. Wenn man wirklich kämpft, ist es aber gut, die Handgelenke zu bandagieren.



Vielen Dank, Carola.
Solltet ihr jetzt auf den Geschmack gekommen sein, kann ich euch folgendes Video ans Herz legen. Ein Nationenkampf zwischen Carola aus Österreich und Helle aus Schweden.
Weitere Informationen findet ihr unter hier.

In diesem Sinne: “Let’s get ready to rumbleeeeeeeee”
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