Be Coultique – Tomaso Baldessarini


Für Tomaso Baldessarini ist die 3 eine magische Zahl. Er lebt seit 3 Jahren in Berlin und seit 3 Jahren hat ihn die Fotografie intensiv in ihren Bann gezogen. Mit Intuition, richtigem Gespür sowie Liebe zur Kunst und Fotografie entstehen seine beeindruckenden fotografischen Werke.

Angefangen hat er als Autodidakt und dieses Jahr wird er seinen Bachelor an der Berliner Technischen Kunsthochschule in der Fachrichtung „Fotografie“ absolvieren. Für Tomaso ist die Fotografie ein sehr facettenreiches Medium.

Er möchte sich aber mit seinen Arbeiten in der Fotografie nicht in eine bestimmte Richtung drängen lassen. In seinen Arbeiten vereint er Portrait und Mode sehr stark, aber im Mittelpunkt stehen für ihn die Menschen vor seiner Kamera. Seit 2012 dreht Tomaso mit Begeisterung auch Modefilme, weil ihn das bewegte Bild gleichermaßen fasziniert.

Anfang 2012 hatte er eine erfolgreiche Ausstellung im Haus am See und nun folgt eine internationale Wanderausstellung. Hier nehmen noch 149 weitere internationale Künstlergrößen teil. Seine fotografischen Werke werden zwischen Damien Hirst und Andy Warhol zu finden sein. Tomaso Baldessarini empfindet es als Ehre sowie einen großen Schritt weiter auf dem internationalen Kunstmarkt.



Elle:
Wie kommt es, das du in dieser kurzen Zeit soviele Projekte verwirklicht hast? Wie ist deine Arbeitsweise?

Tomas Baldessarini:

Ich bin ein Arbeitstier, ich lebe für meine Sache. Ich liebe was ich tue und kann mir nicht vorstellen etwas anderes zu machen. Freiheit leben ist für mich die wichtigste Sache der Welt. In Berlin habe ich sehr viele tolle Menschen an meiner Seite, die mich fördern und pushen, das gibt mir sehr viel Kraft und Antrieb. Ich arbeite sehr frei, habe ein grobes Konzept im Kopf, was ich dann versuche zu realisieren. Am Ende wird es aber immer ein wenig anders sein, wie gedacht, was für mich das Tolle an der kreativen Arbeit ist.



Elle:
2009 begannst du zu fotografieren. Was kannst du rückblickend sagen, hast du in den letzten Jahren deinen persönlichen Stil gefunden oder ist das Experimentelle für dich eine stetige Weiterentwicklung?

Tomas Baldessarini:

Ich glaube, es ist sehr schwer nach 3 Jahren einen persönlichen Stil zu finden. Eines ist aber klar für mich, es wird immer der Mensch sein, der den Mittelpunkt meiner Arbeit darstellt, ausserdem baue ich seit einigen Monaten meine fotografische Arbeit mit Filmlicht sehr stark aus. Das Bild entwickelt eine andere Wirkung, es lebt und gewinnt an Tiefe. Weiterhin ist es maßgeblich wichtig für mich, immer mehr auf Photoshop zu verzichten. HighClossyBeauty-Retouch ist einfach nicht mehr die Sprache, die ich verwenden will, das nimmt dem Bild immer mehr an Seele.



Elle:
Was bedeutet es für dich Menschen auf Bilder zu bannen?

Tomas Baldessarini:

Menschen erzählen nun mal ein Geschichte, jede ist so individuell und lässt Spielraum für Interpretation. Jede Falte im Gesicht, jenes Funkeln im Auge macht ein Bild so ausdrucksstark und so faszinierend. Fotografische Vorbilder für mich sind vorallem Nan Goldin, die eine so dichte Atmosphäre in ihren Bildern schafft, das es schon fasst erdrückend und zugleich faszinierend ist. Begegnungen und Schicksale prägen uns, wir sind alle facettenreich, ohne es zu merken. Was mich an dem Medium Mensch reizt ist, dass ich durch die Fotografie die Fähigkeit besitze, den Menschen tief in seine Seele schauen zu lassen , ihn darüber bewusst werden zu lassen, was er für ein Mensch ist oder ihn darüber bewusst werden zu lassen, wer er wirklich ist.



Elle:
Wie arbeitest du bei einem Shooting mit den Models zusammen?

Tomas Baldessarini:

Viele Kollegen meinen, sie müssen dem Model etwas aufzwingen, wie sie zu sein haben, wie sie zu schauen haben, wie sie zu stehen haben. Ich finde es wichtig, dass die Models immer als eine Persönlichkeit angesehen werden und nicht als ein Gegenstand, der einfach nur schön ist. Die Schönheit liegt in der wahren Persönlichkeit und nirgendwo anders.



Elle:
Welches Equipment bevorzugst du?

Tomas Baldessarini:

Im Moment Filmlicht, die Canon 5d märk II und die Mamiya Rz 67 II.

Elle:
Welchen Stellenwert hat die Technologie, die digitale Bildbearbeitung für dich? Du fotografierst auch analog?

Tomas Baldessarini:

Ich fotografiere mit dem was ich habe und dem was mir zur Verfügung steht. Technologie ist auch nicht von Bedeutung , sondern maßgeblich ist das Auge und das Feingefühl mit einer Person oder auch einer Komposition umzugehen. Aber ja, ich fotografiere bevorzugt analog, wenn es um Portraits geht, die ich dann aufwändig einspannen lasse, um sie dann digital anzupassen. Die meisten Arbeiten von mir sind aber auch digital entstanden, ich bin ein großer Fan von Festbrennweiten.





Elle:
Im Januar hattest du eine Ausstellung im Haus am See, in Berlin, mit einem positiven Feedback. War das deine erste Ausstellung? Kannst du uns mehr zu diesem Projekt „Blue Velvet“ sagen?

Tomas Baldessarini:

In der Tat, es war mein erstes Projekt, ein sehr schwieriges zugleich. Ich habe eine Woche vor der Ausstellung einen Anruf bekommen, von meiner Kuratorin Yuna, die mich dann fragte, ob ich nicht im Rahmen der Fashion-Week eine Ausstellung machen würde, natürlich habe ich dem auch sofort zugestimmt. In der Tat, wir hatten rund 400 Besucher, zur Ausstellungseröffnung, das war für alle eine Überraschung, weil das Projekt doch extrem kurzfristig war, denn die Prints wurden erst am Ausstellungstag fertig gestellt, was ein Wunder war, denn ich hatte auch nur 2 Tage für die Postproduktion.

In Blue Velvet dreht es sich nur hintergründig um Mode, denn ich hatte ein fantastisches junges Model. Tosca ist gerade mal 15 und besitzt trotzdem soviele verschiedene Seiten. Ich wollte mit der Serie aufzeigen, wie man ein junges Mädchen doch so unterschiedlich inszenieren kann. Zerbrechlichkeit, Fragilität, Weiblichkeit und Seelenunheil waren in den Bildern zu sehen, wenn man länger als 1 Minute drauf geschaut hat. Sehr spannend Mode und Mensch ineinander übergehen zu lassen.



Elle:
Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Tomas Baldessarini:

Ich freue mich sehr, dass ich Teil der internationalen Wanderausstellung sein darf und neben Namen wie Andy Warhol ausgestellt zu sein. In Zukunft möchte ich alles so machen wie jetzt, nur möchte ich meinen Schwerpunkt in der Fotografie sowie im Film noch finden. Ich freue mich mit großartigen Leuten zusammenzuarbeiten, deshalb ist auch ein Kollektiv/Produktionsfirma based in Berlin geplant. Ich möchte sehr viel international arbeiten und meinen Lebensmittelpunkt irgendwann nach New York verlagern.





Be coultique… because Fotografie bedeutet die Macht und Schönheit eines Momentes festzuhalten.

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