Be Coultique – Tobias Wirth


Tobias Wirth wurde 1985 in Schwetzingen, Baden Württemberg geboren und wuchs in Hockenheim auf. Nach seinem Abitur erfolgte der Umzug nach Berlin, wo er an der Neuen Schule für Fotografie, Berlin seinen Studienabschluss mit Auszeichnung absolvierte.

Seit 2008 präsentiert er seine Arbeiten in Gruppen- als auch in Einzelausstellungen und seit 2009 hat er sich als freiberuflicher Modefotograf international etabliert.

Er hat bekannte Persönlichkeiten wie John (Culcha Candela), Patrice, Udo Walz uvm. portraitiert und seine fotografischen Werke wurden u. a. bei Kinki magazine, streetwear today, Blend, Proud magazine uvm. veröffentlicht.



Elle:
Was hat dich 2005 dazu veranlasst, dich ganz der Fotografie zuzuwenden und eine professionelle Laufbahn einzuschlagen?

Tobias Wirth:

Ich war lange auf der Suche nach „meinem Weg“. Meine gesamte Schullaufbahn war mit extremen Hochs und Tiefs versehen und ich war ständig auf der Suche nach „etwas“ was mich begeistert, erfüllt und mir ein Ziel aufzeigt, auf das ich hinarbeiten kann. Als ich anfing zu fotografieren merkte ich schnell, dass die Fotografie nicht nur ein kurz aufflammendes Interesse ist, sondern mir einen Weg zeigt, mich auszudrücken, den ich vorher nicht im Stande war zu sehen. Dies war der ausschlaggebende Punkt für mich, mich voll und ganz der Fotografie zu widmen.



Elle:
Du hast mit Auszeichnung und der Bestnote 1.0 dein Studium abgeschlossen. Gehst du bei allem was du tust konsequent auf dein Ziel zu?

Tobias Wirth:

Auf jeden Fall! Ich bin inzwischen (erst seit meiner fotografischen „Selbstfindung“) ein extrem zielorientierter Mensch geworden. In der Zeit als ich noch sinn- und orientierungslos durch mein Leben gewandert bin, fiel es mir schwer, eine Sache konsequent zu verfolgen. Erst durch die Fotografie habe ich diese andere Seite an mir entdeckt, mir hohe Ziele zu stecken und alles daran zu setzen, diese zu erreichen.



Elle:
Die Fotografie ermöglicht ein unglaublich großes kreatives Spielfeld. Gehst du auch „spielerisch“ an deine einzelnen Aufgaben heran oder
planst du immer im Detail?

Tobias Wirth:

Ich habe mich bei der Modefotografie daran gewöhnt vorab ein sehr genaues Konzept zu entwickeln. Dieses Konzept beinhaltet Inspirationen, die die Thematik der Shootings erläutern sollen, den fotografischen Look, das Styling/Haare Make up/ das Model etc. Dieses Konzept dient als Grundlage, um eine Produktion für alle Beteiligen verständlich zu machen. Das „Spielerische“ kommt dann während der Produktion zum Tragen, da das Fotografieren immer eine Art Kommunikation ist.

Im Gegensatz dazu arbeite ich bei meiner Portraitfotografie sehr spontan und spielerisch, ich bespreche mit der zu portraitierenden Person einen Ort, mit dem die Person etwas verbindet – wir treffen uns dort unterhalten uns, und währenddessen entstehen Bilder.



Elle:
Was fasziniert dich daran Portraits zu fotografieren. Ist die Schönheit eines Menschen ein wichtiger Aspekt, um diese zu fotografieren oder kommt es nicht auch auf die Ausstrahlung des Einzelnen an?

Tobias Wirth:

Schönheit hängt für mich sowieso fast ausschließlich von der Ausstrahlung ab. Klar gibt es äußere „Richtlinien“ an denen wir uns orientieren um „Attraktivität“ zu bestimmen. Jedoch wirkt der optisch attraktivste Mensch total unattraktiv, wenn er keine Ausstrahlung besitzt. Für meine Portraits ist es mir wichtig, dass der Mensch vor meiner Kamera eine Geschichte zu erzählen hat, mich berührt, mich fasziniert oder mich auf eine gewisse Art anzieht. Wenn ich ein solches Gefühl empfinde, muss ich diejenige Person fotografieren. Eine klassische „Schönheit“ ist für mich für Portraits oft uninteressant.



Elle:
Du verstehst dich nicht allein als Modefotograf und möchtest fotografisch mehr bieten und von dem Üblichen abweichen. Was heißt für dich mit Licht/Schatten, Farben und Kulissen zu experimentieren?

Tobias Wirth:

Licht/Schatten/Farbe/Kulissen, Konzepte, Technik – all das sind in gewisser Weise Werkzeuge, die einem dazu dienen, einem Bild eine gewissen Aussage zu verleihen. Sie haben natürlich einen starken Einfluss auf die Wirkung eines Fotos, machen jedoch für mich nicht in erster Linie ein gelungenes Bild aus. Das Essentielle, das man durch kein Studium, keine Assistenz oder ähnliches lernen kann, ist ein gutes Auge zu haben – mit der Person vor der Kamera eine (wenn auch nur kurzzeitige) Verbindung einzugehen und ich richtigen Moment den Auslöser zu betätigen. Ich denke all diese Faktoren zusammen machen ein gelungenes Bild aus.



Elle:
Du arbeitest mit renommierten Designern und Agenturen zusammen. Gibt es für dich eine Fotostrecke, die du gerne mit einer bestimmten
Persönlichkeit und/oder mit einem bestimmten Team verwirklichen würdest?

Tobias Wirth:

Also es gibt zwei Persönlichkeiten, die ich gerne portraitieren würde, das wären zum einen Karl Lagerfeld, da ich ihn für einen super interessanten, hoch intelligenten Mensch halte, der zu einer Art „Gottheit“ in der Modebranche geworden ist. Aus diesem Grund würde ich ihn gerne „fotografisch hinterfragen“.

Die zweite Person, die ich gerne vor der Kamera hätte, ist Kate Moss, jedoch nicht zur heutigen Zeit, sondern wenn sie um die 70 Jahre alt ist und sie keine mediale Aufmerksamkeit mehr bekommt. Ich denke es kann sehr spannend sein ein weltweit bekanntes Geischt nach der großen Karriere zu fotografieren. Was das Team angeht, bin ich mit den Menschen, mit denen ich momentan zusammen arbeite sehr zufrieden. Wir denken alle in die selbe Richung, haben einen ähnlichen Bildgeschmack und es entsteht immer etwas Produktives. Ich denke, das sind die wichtigsten Faktoren für eine gelungene Teamarbeit. Nicht desto trotz bin ich natürlich auch für neue, kreative Menschen in Umfeld offen.



Elle:
Wenn ich mir Fotografen und ihre Werke anschauen, fällt mir immer und immer wieder also Wohnsitz Berlin auf. Es scheint so, dass die
Perspektiven für Fotografen in Berlin besonders gut sind. Wie siehst du das persönlich oder könntest du dir bei einem guten Angebot, auch wenn du Freelancer bist, einen Ortswechsel vorstellen?

Tobias Wirth:

Berlin als kreativer Hotspot hat seine positiven, aber auch negativen Seiten. Positiv ist auf jeden Fall zu vermerken, dass Berlin eine super kreative Stadt ist und auch viel bietet. Für den Karrierestart, das editoriale Arbeiten, sowie um Kontakte zu knüpfen, ist Berlin ideal, wenn es ans Geld verdienen geht, wird es jedoch schwierig. Das Problem ist das Berlin so viel Kreativität bietet, dass die Kaufkraft dadurch fehlt.

Aus diesem Grund arbeite ich auch Deutschland/Europaweit. Nichts desto trotz liebe ich das Leben in Berlin und kann mir innerhalb Deutschlands kaum eine andere Stadt vorstellen. Langfristig gesehen möchte ich jedoch meinen Wohnsitz ins Ausland verlegen, nach Paris oder New York, da diese Städte finanziell gesehen einfach mehr bieten.



Elle:
Welches Fotoprojekt steht in Zukunft bei dir an, kannst du dazu schon etwas preisgeben?

Tobias Wirth:

Ich arbeite konstant an weiteren Editorial Produktionen, die ihr im Laufe der Zeit auch sicher zu Gesicht bekommen werdet. Dieses Jahr ist noch sehr spannendes und ereignisreiches geplant, wovon ich aber erst sprechen möchte, wenn alles unter Dach und Fach ist. Ich gehöre eher zu dem Schlag Menschen, die erst handeln und dann davon sprechen.

Elle:
Wir freuen uns darauf!




Elle:
Vielen Dank für das Interview, wir sehen uns in Berlin!

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