Be Coultique – Scarlett Werth


Die 25jährige Fotograf Scarlett Werth aus Berlin hat sich das Zitat “Home is where your heart is” nicht nur im Leben, sondern auch in der Fotografie zur Devise gemacht.

Fotografie bedeutet einen besonderen Moment aus der Gegenwart einzufangen und das kann überall sein. Vor 2 Jahren beendete Scarlett Werth ihre Fotografen-Ausbildung und schon heute ist sie national und international sehr gefragt und für unterschiedliche Modemagazine tätig.

Bei der schwarz-weiß Fotografie findet durch das Fehlen der Farben eine Reduktion auf das Wesentliche statt. Es ergeben sich andere Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich von Form und Kontrast. Scarlett Werth liebt die Komposition von schwarz-weiß Fotografien, die aber auch ein gutes Auge für die Abgrenzung verschiedener Objekte und zwischen Vorder- und Hintergrund und Motiv erfordert. Auch ich bin auch ein Fan der s/w Fotografie.



Elle:
Du hast dich bei der Fotografie auf die Modefotografie und auf People spezialisiert. Besonders interessiert und spezialisiert hast du dich auf hochwertige Editorial-Produktionen. Wie gehst du bei dem Auftrag einer anspruchsvollen Fotostrecke vor?

Scarlett Werth:

Bisher hat man mir relativ freie Hand gelassen. Zumeist erhalte ich ein Thema und ein Mood, der mir beschreibt, welche Anmutung das Editorial, die Location und das Model haben soll. Nach der ersten Idee begebe ich mich zum Location-Scouting. Vieles finde ich erstmal mit Hilfe des Internets. Ich suche mir meine Favouriten aus und klappere sie nach und nach ab, unterhalte mich mit den Besitzern und frage sie, ob es möglich wäre hier und da zu shooten – nicht dass es zu bösen Überraschungen am Tag des Shootings kommt. Gleichzeitig suche ich bei den verschiedenen Modelagenturen nach passenden Models, schreibe Ihnen, um was es für eine Produktion geht und welchen Typ ich suche und erhalte dann meist eine Vorauswahl von den Bookern. Nummer Drei ist den passenden Make-Up Artist zu finden. Auch hier sucht man oft nach denjenigen, die den passenden Stil pflegen. Ich habe meine zwei Favouriten, die ich meist frage, aber die Beiden sind auch sehr oft ziemlich stark ausgebucht – da muss man schnell sein. Wenn alles steht kommt auch die Stylistin ins Spiel, die meine Vorschläge für das Model, Location und den Kontakt zur Make-up Artist erhält. Ein Termin wird gefunden und es kann losgehen.

Mit einigen Visas arbeitet man gerne und öfter. So hat mir die Arbeit mit Aennikin oder Aga Schillert bis jetzt gut gefallen.

Wenn das facebook Netzwerk gut funktioniert kommt es auch schon mal vor, dass man ein passendes Model schon in der eigenen Freundesliste hat. Sonst sind die Agenturen, bei anspruchsvollen Projekten, eigentlich auch immer sehr kooperativ.



Elle:
Die selbstverständliche Ästhetik, die zum längeren Hinschauen und wieder Hinschauen deiner Bilder verführt, spricht für dein stilsicheres Empfinden. Was hälst du selbst davon, dich auch auf anderen fotografischen Gebieten zu bewegen?

Scarlett Werth:

Die Mode und die Modefotografie sind meine große Leidenschaft und die Arbeit in diesem Bereich macht mir sehr viel Spaß. Gerade weil man sehr kreativ sein kann, herumexperimentieren kann und einem quasi keine Grenzen gesetzt werden. Allerdings interessiert mich auch die Reportage-Fotografie immer stärker. Auch hier kann man sehr kreativ sein und es wird sicherlich nicht so schnell langweilig. Ansonsten bleibe ich sehr offen in meinem Bereich. Man weiß nie, was man in zwei, drei Jahren plötzlich für sich entdeckt.



Elle:
Was würdest du niemals machen – als Fotografin?

Scarlett Werth:

Hm…auf die Schnelle fällt mir nur eines ein : nackte Männer. Ich denke, ich werde sie nie fotografieren. Im Moment ist es absolut angesagt, möglichst extrem zu sein. Am besten dafür scheint sich gerade das männliche Glied dafür zu eignen – ein Trend, den ich so absolut nicht nachvollziehen kann. Aber man soll ja niemals nie sagen – vielleicht mache ich ja im nächsten Monat eine Ausstellung nur mit Bildern von Penissen…man soll ja flexibel bleiben ;)



Elle:
Welche Bedeutung hat die Bildbearbeitung für dich beim kreativen Prozess?

Scarlett Werth:

Bildbearbeitung ist für mich nicht unbedingt essenziell. Wenn ich ein Bild schieße, dann möchte ich, dass es auf der Kamera wenn möglich auch so aussieht, wie ich es in meinem kopf hatte oder es später gerne haben will. Klar, die Farbverbesserung und die Haut-Retouche gehören dazu, aber zu stark muss es nicht sein.Es soll dann doch noch natürlich wirken. Oft frage ich mich auch: Was um Gottes Willen soll ich an diesem Mädchen noch bearbeiten??? Anderen Fotografen würden da sicher viele Antworten zu einfallen, aber ich schätze die natürliche Schönheit sehr und die meisten Models sehen einfach schon perfekt aus, wenn sie eine gute Make-up Artist zuvor hergerichtet hat. Oft sitze ich mit meiner Freundin Doreen – focusonart – , die eine unglaublich begabte Retoucherin ist, zusammen an den Bildern. Sie weiß, wie sehr ich das Natürliche schätze und schafft es, die Bilder durch eine sehr genaue Bearbeitung zu perfektionieren.



Elle:
Vor kurzem fand während der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin im mittlerweilen legendären
“Mein Haus am See” die Ausstellung “Fashion Construction” statt. Dabei ging es um die grandiose Idee aus der “alten” Winterkollektion durch Veränderungen von Details und Farben einen neuen Look entstehen zu lassen. Berlin Fashion comes together – dazu hatten sich 14 Berliner Designer bereiterklärt, wer war mit dabei, wie war das Ergebnis und auf welches Resümme kann zurückgeschaut werden?

Scarlett Werth:
Es waren wirklich tolle Designer mit dabei. Große Berliner Labels wie Kaviar Gauche und Malaika Raiss, aber auch Newcomer mit sehr viel Potential wie barre|noire und Glaw. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, diese Ausstellung im Haus am See organisieren zu dürfen und es war eine tolle Vernissage, mit unheimlich vielen Gästen und jeder Menge Zuspruch. Man hat viele neue Modemenschen kennengelernt und interessante Kontakte geknüpft und ich hoffe, dass daraus bald tolle neue Projekte entstehen.



Elle:
Eine gute Freudin und auch Partnerin bei den verschiedensten Projekten (wie auch Fashion Construction) ist Julia Quante, eine Modejournalistin und Stylistin. Mit ihr teilst du auch die Liebe zur Mode. Ist ein nächstes gemeinsames Projekt schon in Aussicht?

Scarlett Werth:

Ja, definitiv. Die Arbeit mit Julia macht immer große Freude und ist sehr professionell. Wir bereichern uns bei der Planung und Umsetzung immer gegenseitig mit Ideen.Das Schöne an einer Arbeit zu zweit ist auch das gegenseitige Motivieren. So kommt es zu keinem Stillstand und wenn doch, sorgt der andere dafür, dass das Rad sich schnell wieder dreht.Wir planen für ein nächstes Shooting, oder zwei oder drei – vielleicht auch noch ein gemeinsames, größeres Projekt, gemäß dem Motto : Immer am Ball bleiben. Was genau, wird allerdings noch nicht verraten. Stay tuned :)



Elle:
Wenn du dir ein ungewöhnliches Foto-Projekt wünschen könntest, was wäre das? Du hättest die freie Wahl von Location und Models und evtl. einem weiteren mitwirkenden Fotografen.

Scarlett Werth:

Dann wünsche ich mir ein/e Albino als Model, einen Elefanten und Tim Walker. Nur an der Location müsste ich noch etwas feilen…eine alte Villa oder doch lieber Outdoor. Am liebsten arbeite ich mit dem natürlichen Licht. Das hat eine sanftere und träumerischere Stimmung und passt einfach besser zu mir und meinen Bildern. Zumindest sehe ich das so. Das blitzen überlasse ich lieber den Leute, die es können :)



Elle:
Wie lebt es sich in Berlin, ist es für dich D I E Stadt auf der Welt, wo du immer leben und dich als Fotograf verwirklichen möchtest?

Scarlett Werth:

Es lebt sich gut in Berlin. Um ehrlich zu sein, kann ich mir im Moment auch keine andere Stadt zum Leben vorstellen. Berlin ist einfach eine Lebenseinstellung. Diese Stadt ist einzigartig. Ich weiß, das hört man oft über Berlin, aber es stimmt auch. Diese Stadt hat ihre ganz eigene Stimmung und man kann sie lieben oder hassen. Ich habe mich nach meinem zwei Monate Aufenthalt in Lyon für das Leben entschieden.

Ob ich für immer in Berlin bleiben werde, weiß ich nicht. Home is where your heart lives aund im Moment befindet es sich ganz eindeutig hier.


I’m Coultique, because home is where your heart lives!

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