Be Coultique – Patrick Styrnol


Patrick Styrnol wurde 1984 in Polen (Oberschlesien) geboren. Nach seinem Abitur entschloss er sich erst zu einer Ausbildung im Gesundheitswesen, bevor er dann Anfang 2010 seine Leidenschaft zur Fotografie entdeckte.

Seinen Schwerpunkt legt er heute auf „People Fotografie“ und seit 2011 arbeitet er selbständig als Fotograf in den Bereichen Fashion, Beauty und Commercial. Er lebt aktuell in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen).

Elle:
Was passierte 2010, dass sich dein beruflicher Weg veränderte?

Patrick Styrnol:

Den Grundstein dafür legte das Jahr 2009. In diesem Jahr konnte ich erste Erfahrungen mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) machen. Für mich stand von Anfang an fest, wenn ich fotografiere, dann nur Menschen. Und so entdeckte ich mit der Zeit meine Leidenschaft für die People Fotografie. Aber ich denke, es ist wichtig seine Ziele möglichst hochzustecken, denn nur so kommt man weiter.



Elle:
Was reizt dich am meisten in der Fotografie?

Patrick Styrnol:

Um ehrlich zu sein, gibt es viele Dinge, die ich in und an der Fotografie liebe. Eines der Dinge ist die unendliche kreative Vielseitigkeit. Mit Hilfe der Fotografie kann man so vieles aussagen, ohne tatsächlich ein Wort gesprochen zu haben; Emotionen, Gefühle, Gedanken und Ereignisse ausdrücken, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Es kann so vieles mit Bildern transportiert werden und das Schönste dabei ist, es ist zeitlos. Ich liebe es, meinen Bildern einen künstlerischen Flair zu geben, einen Look, der das Bild zu etwas Besonderem macht.



Elle:
Menschen zu fotografieren ist ein Wechselspiel zwischen Annäherung und Abgrenzung. Wie wichtig ist es für dich eine vertrauensvolle Beziehung zu den zu fotografierenden Personen/Models aufzubauen?

Patrick Styrnol:

Eine vertrauensvolle Beziehung zu den fotografierenden Personen/Models ist das A und O bei einem Shooting. Stimmt die Atmosphäre am Set / im Studio, macht die Arbeit selbstverständlich umso mehr Spass. Natürlich finden im Vorfeld einige Gespräche mit den betroffenen Personen/Models statt, sodass in der Regel schon vor der Zusammenarbeit eine gewisse Vertrauensbasis hergestellt werden kann. An ein Shooting, wo ich sagen würde – “Oh Gott, was für eine Katastrophe”, kann ich mich nicht im entferntesten erinnern. Wir sind alle nur Menschen und jeder hat mal einen besseren und einen schlechteren Tag.

Als Fotograf hat man eine gewisse Verantwortung gegenüber seinem Team, denn oft werden Produktionen wochenlang geplant, da kann man es sich nicht erlauben, mal schlechte Laune zu haben oder demotiviert durch die Gegend zu laufen. Ganz im Gegenteil! Ich finde es extrem wichtig, als Fotograf das Team zu motivieren und zur Höchstleistung auffahren zu lassen. Je besser das Zwischenmenschliche funktioniert, desto angenehmer verläuft ein Shooting. Eine vertrauensvolle Beziehung zu den fotografierenden Personen/Models kann sich somit nur positiv auf das ganze Team und deren Leistung bzw. den Endergebnissen auswirken.



Elle:
Gibt es Fotografen, die dich beeinflusst haben?

Patrick Styrnol:

Es mag sich komisch anhören, aber Namen sind für mich wie Schall und Rauch. Es gibt viele Fotografen, deren Arbeiten ich wirklich gut finde. Diese haben mich im Laufe der Zeit zwar nicht unbedingt direkt beeinflusst, aber deren Stil, vor allem ihre Art und Weise ein Bild darzustellen, hat mich wirklich gefesselt! Die Bildsprache eines Fotografen ist für mich entscheidend, ob ich etwas gut oder weniger gut finde. Ein Fotograf kann technisch noch so perfekt sein, mit dem größten Team, in den teuersten Studios und mit dem besten Equipment arbeiten, gefällt mir die Bildsprache nicht, ist es auch niemand, der mich beeindrucken kann. Macht man seine Augen etwas weiter auf und schaut mal über die Grenzen von “good old germany”, so sieht man Bilder, Fotografen aber vor allem Bildstile, die mich persönlich wirklich ansprechen und vielleicht auch in einer gewissen Art und Weise beeinflussen. Mein Ziel ist es natürlich, mich stets weiterzuentwickeln und wenn es Fotografen gibt, die mir den richtigen Weg zeigen, dann sind es in meinen Augen die Kollegen aus dem Ausland wie z.B. Italien oder Frankreich.



Elle:
Wie lässt du dich inspirieren? Was macht deinen Kopf frei für die Kreativität?

Patrick Styrnol:

Inspirieren lasse ich mich von all den Dingen, die mich tagtäglich umgeben. Dies können Menschen oder Dinge sein, mit denen ich zu tun habe. Es können aber auch gegenwärtige, sowie vergangene Ereignisse oder Gedanken sein, die mich auf neue Ideen bringen. Manchmal sind es aber auch Zufälle, die ein Bild entstehen lassen und es dann zu etwas Besonderem machen. Völlig ungeplant und spontan, dies sind oft die schönsten Bilder. Mal völlig unabhängig von den spontan ungeplanten Shoots, sollte ein Bild immer erst im Kopf entstehen und nicht erst auf der Kamera.

Den Kopf frei für Kreativität zu bekommen ist leichter gesagt als getan. Ich denke ein entscheidender Faktor dafür ist, sich selbst nicht unter Druck zu setzen und zwischendurch auch einfach mal etwas völlig anderes zu machen. Ich selbst habe keine festen Arbeitszeiten. Wo andere längst im Bett liegen und die Schäfchen zählen, sitze ich oft noch stundenlang am Computer und retuschiere fleißig meine Bildchen. Vor allem Kreativität kostet enorm viel Zeit. Sich selbst neu zu erfinden, sich stets weiter zu entwickeln, das sind alles Dinge, die mit viel Motivation und eben einem großen Zeitaufwand verbunden sind.



Elle:
Ist es nach deiner Meinung wichtig als Fotograf technisch auf dem neuesten Stand zu sein und mit welchem Equipment arbeitest du?

Patrick Styrnol:

Meiner Meinung nach, macht gute und dementsprechend leider auch teurere Technik einem vieles einfacher, keine Frage, aber, ob man dadurch wirklich ein “besseres” Bild bekommt, ist fraglich. Ich würde sogar behaupten, nein! Wobei man das natürlich nicht verallgemeinern kann, denn es kommt einfach immer darauf an, wofür man welche Technik benötigt. Jemand, der ausschließlich im Studio arbeitet, braucht sicherlich keine Kamera mit einem extrem lichtempfindlichen Sensor, wie jemand, der z.B. draußen unter extrem schlechten Lichtbedingungen arbeitet. Letztendlich ist es wichtig, Equipment zu haben, worauf man sich verlassen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es 2 oder 10 Jahre alt ist und es ist auch völlig egal, was es kostet. Es muss funktionieren und vor allem sollte man damit umgehen können. Wie sagt man so schön, was bringt einem der beste Taschenrechner, wenn der Benutzer ihn nicht bedienen kann.

Ich selbst arbeite aktuell mit einem Canon Kamerasystem, bestehend aus der Canon 5D MK II und einigen Optiken. Ich bin ganz zufrieden damit, denn letztendlich machen die Dinger alle nur Bilder, wobei ich schon ganz gerne in Zukunft auch mit einer Mittelformatkamera, wie der PhaseOne 645 arbeiten möchte. *grins*



Elle:
Welchen Stellenwert nimmt die Bildnachbearbeitung z. B. mit Photoshop in deinen Arbeiten ein?

Patrick Styrnol:

Die Postproduction, in diesem Fall Retusche mit Adobe Photoshop z.B., hat keinen sehr großen Stellenwert für mich. Mir persönlich geht es vielmehr darum, den Bildern einen gewissen Look zu geben, als irgendwelche Composings (Fotomontagen) zu erstellen, von denen ich generell kein Freund bin. In meinen Arbeiten steckt mal mehr und mal weniger Photoshop drin. Vor allem meine Arbeiten im Commercial/Lifestyle Bereich sind so gut wie unbearbeitet. Das ist mir in diesem Bereich aber auch sehr wichtig, hier so natürlich, wie nur möglich zu arbeiten. Am liebsten “Out of the Cam”, sprich die Bilder können direkt weiter verwendet werden, ganz ohne Korrekturen jeglicher Art. In anderen Bereichen wie Beauty und Fashion sieht es schon ganz anderes aus. Hier entscheidet oft der finale Look am Rechner darüber, ob mir eine Bild gefällt oder nicht. Natürlich sollte das Ausgangsmaterial dementsprechend schon vorbereitet sein. Wenn ich z.B. Bilder oder eine Strecke in schwarz/weiss (s/w) plane, dann fotografiere ich diese oft auch schon direkt in s/w. Für gute Beauty Aufnahmen ist Photoshop oft nicht wegzudenken, wobei es auch hier tatsächlich Ausnahmen gibt. Zusammengefasst, das Thema Bildnachbearbeitung spielt in meinen Arbeiten sicherlich eine ganz große Rolle, den Fokus setze ich allerdings auf Ideen und Umsetzung am Set und nicht am Computer. Wobei der ästhetische Feinschliff meiner Arbeiten in Photoshop für mich Pflicht ist.



Elle:
Wie wichtig sind für dich freie Arbeiten? Du bietest z. B. auch Workshops & Coachings an, was erwartet den Teilnehmer?

Patrick Styrnol:

Freie Arbeiten sind ein ganz großes Thema und extrem wichtig für den Schaffensprozess eines jeden Künstlers und kreativen Photographer! Ich finde es enorm wichtig, freie Arbeiten zu planen und zu realisieren. Der Grund dafür liegt auf der Hand, es können Ideen, Visionen und vor allem kreative Dinge, ohne Druck oder Vorgaben von Dritten verwirklicht werden. Ich persönlich bin der Meinung, das ein Photographer, der im sich Bereich “High Fashion” weiterentwickeln möchte, ein Gespür für Kunst und das Auge für “das Besondere” haben sollte. Als ausschließlich dienstleistender Fotograf, insbesondere in Bereichen, die mit Kunst nichts zu tun haben, wie z.B. Hochzeiten, ist es vielleicht nicht ganz so wichtig, freie Arbeiten zu realisieren. Menschen, die sich in dieser Branche bewegen, sei es Fotografen, Make-Up Artist etc. und sich weiterentwickeln möchten, sollten (solange genügend zeitliche Reserve vorhanden sind) freie Arbeiten, als ein Teil ihres gesamten Konzeptes miteinbauen.

Bezüglich der Frage nach den Coachings, zur Zeit gibt es noch die Möglichkeit, mich für ein Einzelcoaching im Bereich der Fotografie oder der Bildbearbeitung zu buchen. Ich bewerbe es allerdings nicht aktiv und biete es nur auf Anfrage an. Was erwartet den Teilnehmer? Mein Ziel ist es, dem Teilnehmer meine persönlichen Herangehensweisen, sowie meine Sicht auf viele Dinge in der Fotografie und Bildbearbeitung näher zu bringen. Selbstverständlich werden auch Sachen, wie Kameratechnik etc. vermittelt. Diese sollte aber eher eine Nebenrolle spielen. Wichtig ist, dass der Teilnehmer erkennt, was ihm liegt, an was er Spaß hat und dass er eigenständig seinen persönlichen Stil entwickeln kann.



I’m be coultique, because…..die Fotografie bietet unendliche kreative Vielseitigkeit.

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Fanpage Patrick Styrnol

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