Be Coultique – Jens Sage


Der junge Jens Sage, geb. 1990 in Berlin, absolvierte 2010 sein Abitur und studiert derzeit Grafikdesign in der Hauptstadt Deutschlands.

Elle:
2010 erkanntest du, dass dein eingeschlagener beruflicher Weg nicht der richtige war.

Jens Sage:

Ja, ziemlich schnell… Drei Wochen Wirtschaftsstudium haben mir gereicht.



Elle:
Fotografie verändert das Bewusstsein. Hast du auch diese Erfahrung gemacht, vielleicht zu Beginn deiner Fotografie?

Jens Sage:

Wenn man gerade anfängt zu fotografieren verliert man sich eher mit dem Sucher der Kamera an optischen Spielereien. Sobald man ein wenig Fuß gefasst hat, verändert sich sicherlich die Wahrnehmung. Wenn man kuriose Dinge sieht, adaptiert man das zunehmend in Ideen für Fotos.



Elle:
Wie verhinderst du, dich zu wiederholen, in bestimmte Muster zu verfallen und sozusagen das Neue, die “Frische” in deiner Fotografie zu bewahren?

Jens Sage:

Zum einen lerne ich immer wieder neue Menschen mit ganz unterschiedlichen Charakteren kennen. Ein Foto ist ja nicht der alleinige Verdienst des Knipsers. Und zum anderen versuche ich keinen grafischen Stil zu entwickeln. Ich glaube nichts ist schlimmer als gebucht zu werden, weil man der Typ ist, der die tollen schwarz-weiß Portraits macht.



Elle:
Wie wichtig ist dir der künstlerische Austausch mit Fotografen?

Jens Sage:

Fotografie ist viel mehr Handwerk als Kunst, die wenigsten schaffen es sich die Reputation als Künstler zu erarbeiten. Der Austausch des Handwerklichen ist natürlich sehr wichtig. Das sollte aber im Idealfall nicht eine Tastenkombination in Photoshop sein.



Elle:
Kann man den Fotograf auch als visuellen Forscher sehen? Wie würdest du genauer deine Berufssparte definieren?

Jens Sage:

Ich weiß nicht. Es gibt ein paar tolle Leute, die mal was Neues entdecken. Die animierten Gifs, wo sich nur ein kleiner Teil eines Bild’s bewegt wären beispielsweise mal etwas Neues. Aber das schaffen die wenigsten. Deswegen sind die meisten tatsächlich eher Handwerker, die eine Szene festhalten. In der Art und Weise wie man das macht, gibt’s dafür aber umso mehr Möglichkeiten.



Elle:
Ist es tatsächlich so, dass die Technologie und die digitale Bearbeitungsmöglichkeiten den Unterschied zwischen Profis und Hobby-Fotografen reduzieren?

Jens Sage:

Ja! Die Technik ist heutzutage quasi für jeden zugänglich, das gilt für Fototechnik, als auch die Bildbearbeitung. Es gibt unheimlich viele talentierte Hobbyisten und es findet eine ästhetische Inflation statt (ich rede nicht mal von Instagram). Ob man das schlimm findet oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke aber nicht, dass jeder Berufsfotograf zittern muss. Für Fotoproduktionen kommt es neben dem optischen Ergebnis vorallem auch auf die Produktionssicherheit an.



Elle:
Gibt es für dich Vorbilder bzw. Fotografen, die dich beeinflussen oder von denen du fasziniert bist?

Jens Sage:

Ja, ich staune über die Genialität der Arbeiten von Erwin Wurm. Ich liebe die Bildstimmung in Fotos von DiCorcia, Joel Sternfeld oder Jacques Olivar. Fotografen wie Bruno Dayan, Willy Vanderperre oder Kristian Schuller machen einfach die Modefotos. Und im Privaten geht mein größter Respekt an den Hamburger Andreas Papke, der einfach ein wirklich toller, interessanter Charakter ist!



Elle:
Sie haben kaum Busen, die langen Beine sind streichholzartig dürr, das Gesicht ist eingefallen, die Rede ist von superschlanken Models. Ein Schönheitsideal, das von vielen Fotografen und der Modeindustrie forciert wird. In Großbritannien und Spanien sind dünne Models bereits verboten. Wie stehst du selbst dazu?

Jens Sage:

Selbst wenn die superschlanken Models verboten sind, werden die Glieder in Photoshop wieder schmaler gemacht. Ein dünner Körper sieht einfach gefälliger aus für das Auge. Solange es wirklich nicht um Magersucht geht, die ja nicht mehr ästhetisch ist, finde ich das nicht verwerflich.



Elle:
Du liebst fetzige Mucke und nette Leute. Was machst du noch privat als Ausgleich zu deiner Fotografie und deinem Studium?

Jens Sage:

Ich müsste endlich wieder Sport machen… Aber zur Zeit gehe ich überwiegend mit Freunden in Bars.



Elle:
Was wäre dein Traumprojekt, mit wem würdest du gerne zusammenarbeiten?

Jens Sage:

Ein Skandalfoto, egal mit wem.

Elle:
Gut, dann mache ich mir mal dazu Gedanken.
*smile

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