Be coultique – Felix Krüger


„Ich sehe mich oft als Zirkusdirektor“ – Felix Krüger ist Modefotograf und urbaner Ornithologe. Er lebt in Hamburg, liebt Flamingos, Menschen mit Charakter, schicke Schuhe und Sushi. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung für den 27-Jährigen im, wie er sagt, besten Job der Welt. Felix liebt die Menschen, mit denen er arbeitet und die magischen Momente am Set.


Elle:
Wie kamst du zur Fotografie?

Felix:

Durch meine Mutter. Vor langer, langer Zeit hatte sie mich bei einer Agentur angemeldet. Ich startete eine Karriere als Kindermodel und habe mein süßes Grinsen für Katalog-, Werbe- und Anzeigenkunden zur Verfügung gestellt. Zu dieser Zeit entstand ein Bild, das mich im Wichtelkostüm zeigt. Es gehört sicher zu denen, die diese Phase am treffendsten charakterisieren. Noch heute wissen nicht viele Menschen um diesen ersten Karriereweg in der Modeindustrie. (Lacht.) Von da an spürte ich, dass ich früher oder später in diesem Bereich arbeiten würde.



Elle:
Wusstest du von Beginn an, in welche Richtung deine Fotografie gehen soll?

Felix:

Absolut nicht. Wie viele habe ich zunächst das gemacht, was mich interessierte: Menschen, Stills mit Licht gemalt, Polaroids, selber entwickelt etc. Irgendwann zog es mich jedoch zurück zur Mode. Ich hatte bemerkt, dass ich ein Talent dafür habe, den entscheidenden Moment aus den Models herauszukitzeln und – ganz wichtig – auch einzufangen.



Elle:
Wo findest du Inspiration?

Felix:

Hauptsächlich in meinem Team. Die Arbeiten anderer Fotografen empfinde ich da eher als einschränkend. Meistens entstehen die Ideen mit meinen Stylisten und Auftraggebern. Ich sehe mich dabei oft in der in der Rolle eines Zirkusdirektors. Mein Job ist es alle Wünsche, Ideen und Anforderungen in einer funktionierenden Show umzusetzen.



Elle:
Und außerhalb der Manege? Arbeitest du an eigenen Projekten?

Felix:

Eigene Projekte sind mir sehr wichtig, jedoch habe ich relativ früh mit kommerziellen Arbeiten begonnen. Das heißt, ich lebe von meinem Beruf und kann nicht ausschließlich das fotografieren, was ich möchte. Selbstverwirklichung und Auftragsarbeiten stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander. Dennoch sind die persönlichen Strecken enorm wichtig. So kann ich meinen Kunden zeigen, was ich kann.



Elle:
Welche Wirkung sollen deine Bilder haben?

Felix:

Ich mag ästhetische Bildkompositionen. Es muss nicht immer alles schockieren und plakativ sein. Eine vielleicht erhabene Anmutung gepaart mit der flüchtigen Magie des Augenblicks, wäre beispielsweise eine ansprechende Wirkung.


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Elle:
Dein Stil in drei Worten?

Felix:

Neo. Nordic. Northamerican.

Elle:
Ist es als Fotograf wichtig, technisch auf dem neuesten Stand zu sein?

Felix:

Einerseits ja, andererseits nein. Natürlich gibt es Rahmenbedingungen, an die sich jeder halten muss, wenn er auf einem bestimmten Level arbeiten möchte. Das beinhaltet alleine schon die Größe der Daten, die dem Kunden zur Verfügung gestellt werden müssen. Es ist jedoch fatal von der Technik abhängig zu sein à la ich kann erst anfangen mein Projekt umzusetzen, wenn ich dieses oder jenes Objektiv besitze. Das ist natürlich leicht gesagt, jedoch sollte man bedenken, dass nötiges Equipment gemietet werden kann.



Elle:
Und welches Equipment benutzt du?

Felix:

Meistens fotografiere ich mit der 5D Mark II oder der Panasonic GF-2. Privat knipse ich meist analoges Kleinbild.



Elle:
Du beschäftigst dich mit Fashion- und Peoplefotografie. Wäre Stillfotografie auch eine Option für dich oder bevorzugst du die Arbeit mit Models?

Felix:

Die Arbeit mit Menschen hat andere Herausforderungen als die mit Objekten. Ich habe Erfahrungen in beiden Bereichen. Der Fokus hingegen liegt ganz klar bei Fashion und People. Stills sind ein weites Feld: Licht spielt eine große Rolle, Kontraste, Formen, Aura.



Elle:
Welche Fotografen haben dich beeinflusst?

Felix:

Ich könnte jetzt eigentlich alle großen Knipser aufführen Terry Richardson, Jürgen Teller und natürlich Helmut Newton und Richard Avedon. Aber stärksten haben mich tatsächlich all diejenigen beeinflusst, bei denen ich, mal lang mal kurz, assistierte. Auf diese Erfahrungen, auf das Handwerk, das von ihnen gelernt habe, stützt sich meine tägliche Arbeit. Von Jo van den Berg bis hin zu Paul Ripke.


New Collection dropping 2010-11-22! by omgitm

I’m coultique, because I am a pink flamingo.

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5 Kommentare

  • Uta am 03.01.2012 um 14:48 Uhr:

    super fotograf, super interview und super artikel

  • MAX am 29.01.2012 um 20:19 Uhr:

    Super Bilder, das 2te Video ist meega :-)


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