Be Coultique – Alexei Bazdarev


Alexei Bazdarev ist am 10.03.1989 in Moskau geboren. Mit 13 Jahren kam er nach Deutschland. Er hat ein Maschinenbau-Studium absolviert und arbeitet nun als Ingenieur in Krefeld. Nebenberuflich beschäftigt er sich mit Fotografie, die seine große Leidenschaft ist.



Video erst ab 18 J. schauen!!


Elle:
Wann hast du das erste Mal eine Kamera in die Hand genommen? Wie begann deine Liebe zur Fotografie?

Alexei Bazdarev:

Fotos aufnehmen fand ich schon immer toll, jedoch hatte das damals noch nichts mit der Fotografie zu tun, reines Knipsen von Schnappschüssen. Meine erste DSLR habe ich mit 20 gekauft, eine Canon 400D. Der Grund für den Kauf war eine rein qualitative Verbesserung meiner Schnappschüsse…ich wollte Qualität sehen, die mir die Kompaktkameras nicht bieten konnten. Erst im Laufe des Kennenlernens der neuen Möglichkeiten der DSLR-Fotografie entstand das große Interesse an der Fotografie „mit Verstand dahinter“. Ausprobiert habe ich alle möglichen Aufnahmebereiche, jedoch habe ich sehr schnell festgestellt, dass die People-Fotografie mir am meisten Spaß macht und ich meine Kenntnisse in dieser Richtung erweitern möchte.



Elle:
Dein Beruf setzt ein großes technisches Verständnis voraus, ist die Fotografie mit ihrer kreativen Seite für dich der perfekte Ausgleich?

Alexei Bazdarev:

So kann man das sehen, auf jeden Fall. Mein Beruf hat mit Kreativität (zumindest solcher Art) nicht viel zu tun. Da ich aber ein sehr kreativer Mensch bin, brauche ich ein kreatives „Hobby“, welches einen kompletten Gegensatz zum Berufsalltag bildet. Vor der Fotografie habe ich mich etwas mit Videoschnitt beschäftigt, was dann durch Fotografie in Vergessenheit geriet. Jetzt mit der Möglichkeit der Video-DSLR entdecke ich das Filmen für mich neu und möchte (sofern mir die Zeit dafür zur Verfügung steht) auch wieder mehr in diese Richtung machen und mit der Fotografie kombinieren. Als Ausgleich zum Beruf reichen diese 2 Bereiche mehr als aus, um die komplette Freizeit zu beanspruchen.




Elle:
Hattest du eine professionelle Einweisung in die Fotografie oder hast du dir autodidaktisch dein Wissen angeeignet?

Alexei Bazdarev:

Ich habe mir alles selber beigebracht, anhand von Lernvideos, DVDs, Fotoblogs usw. Das World Wide Web hat schon einiges an Material zu bieten, wenn man nur gründlich sucht. Viele Erkenntnisse gewinnt man aus der Praxis, einiges durch Zufallsentdeckungen. Wenn man die technischen Hintergründe erstmal im Kopf hat, kann man beim Betrachten eines Fotos feststellen, wie dieses aufgenommen wurde (reverse Engineering). Alles andere kommt mit der Zeit, wenn man sich ständig mit der Materie befasst und die Motivation hat, an sich zu arbeiten und sich immer weiter zu verbessern. Ich probiere gerne neue Sachen aus, sowohl in der Fotografie als auch in der Bildbearbeitung.

Auf jeden Fall habe ich mir auch vorgenommen, einige Coachings/Workshops bei Top Fotografen zu besuchen, jedoch bin ich bisher nicht dazu gekommen. In erster Linie interessieren mich einige russische Künstler/innen, die mich bereits stark mit ihrer Arbeit inspiriert haben.



Elle:
Nikon, Fuji, Canon, Sony, Olympus, Pentax – welche Marke bevorzugst du und warum? Oder ist für dich die Kamera nur ein Mittel zum Zweck?

Alexei Bazdarev:

Einerseits ist die Kamera nur ein Mittel zum Zweck und solange sie ein gewisses Qualitätsniveau hält, ist es egal, von welcher Firma sie produziert wird. Ab diesem gewissen Niveau werden alle Verbesserungen und Neuerungen, die andere teuere Kameras enthalten, das Fotografieren zwar erleichtern, aber keine ausschlaggebende Änderungen hervorrufen, die die Fotos schlagartig auf ein neues Level befördern. Wenn die Kamera die Arbeitsweise erleichtert und man damit Zeitaufwand und zusätzliche benötigte Mittel reduziert, ist diese teure Kamera das Geld auf jeden Fall wert. Da das Fotografieren nur ein Teil des gesamten Prozesses der Fotoentstehung ist und Nachbearbeitung eine sehr große Rolle für mich spielt, kann eine gute Kamera die Grundlage für eine deutliche Zeitreduzierung in beiden genannten Teilprozessen sein.

Was die Marke angeht, so nehme ich außer Canon und Nikon keine andere Firma (von oben genannten) wirklich ernst, wenn es um DSLR geht. Für mich liegen Canon und Nikon auf dem gleichen Niveau, da ich aber mit Canon angefangen habe und jetzt meine 3. Kamera ebenfalls von Canon ist, werde ich auch dabei bleiben, weil ich mit den Kameras sehr zufrieden bin. Irgendwann würde wohl ein Wechsel auf Mittelformat Sinn machen, allerdings plane ich diesen nicht in der nahen Zukunft.



Elle:
Man spürt, dass du bei deinen fotografischen Werken Wert auf Perfektion legst, was ist dir noch besonders wichtig?

Alexei Bazdarev:

Neben dem eigentlichen Shooting und Bildbearbeitung gibt es da noch Themen wie Planung und Timemanagement, die ich für sehr wichtig halte. Allerdings klappt es bei diesen Themen noch nicht so, wie ich gerne hätte. Da besteht noch ein riesiger Optimierungspotenzial. Konzentration auf das Wesentliche ist das Stichwort. Während des Shootings ist die lockere Atmosphäre, in der sich das Model wohl fühlt, besonders wichtig. Erst dadurch wird die Möglichkeit gegeben, das Geplante umzusetzen und tolle Ergebnisse zu erzielen. Wenn es keine genauen Vorgaben meinerseits gibt und es mehr auf die Improvisation ankommt, so funktioniert das natürlich auch am Besten, wenn man sich mit dem Model super versteht.



Elle:
Fashion, Portrait, Beauty, Lingerie, Erotique – in welcher Kategorie würdest du mich fotografieren und sag‘ jetzt nicht, für dich wurde noch kein passendes Weitwinkel erfunden. :) Ernsthaft, was ist deine bevorzugte Kategorie?

Alexei Bazdarev:

Die Aufnahmebereiche/-kategorien genau zu definieren ist nicht immer so einfach. Jeder Künstler sieht es anders und kann die Grenzen dieser Kategorien für seine Arbeiten selbst bestimmen und ebenfalls so benennen, wie er möchte. Für mich sind die Grenzen sehr unklar definiert und die Aufnahmekategorien kreuzen sich sehr oft. Ich mag den Mix aus den verschiedenen Bereichen mehr, als sich rein auf spezielle Kategorie festzulegen. So gehört Nudity in die Fashion Aufnahmen einfach dazu (nicht immer, aber oft!) Genau so wie Beauty nicht immer eine Nahaufnahme mit interessantem Make-Up sein muss. Man kann Beauty mit Fashion, Fashion mit Erotique, Erotique mit Lifestyle usw. richtig gut kombinieren! „Standard“ Lifestyle Aufnahmen sind absolut nicht mein Ding. Erotique dafür schon. Eine Kombination dieser Bereiche erscheint mir aber sehr interessant. Models in Alltagssituationen verbunden mit Nudity! Da gibt es ein Paar Experten… wie z.B. Andrew Lucas aus Ukraine. Seine Inszenierung von Erotik im Alltag finde ich einfach faszinierend! =)

Meine bevorzugten Kategorien sind Fashion und Erotique (wobei, wie gesagt, die Grenzen zu einigen anderen Kategorien nicht immer deutlich gegeben sind). Dich würde ich daher auch in einer dieser beiden Kategorien fotografieren wollen ; ) Den oben erwähnten Mix aus Erotique und Lifestyle könnte man mit dir sicherlich super umsetzen, da du auf deinen Fotos diese sexy, verspielte, etwas crazy Art zeigst. Das würde gut passen!



Elle:
Auf welche Ausstrahlung legst du bei deinen Models besonderen Wert?

Alexei Bazdarev:

Das kommt natürlich auf die Richtung und Bildideen an. Allgemeine Werte zu nennen ist schwierig, bis auf die ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Mimik, die ich von den Models erwarte. Für Fashionaufnahmen ist dies besonders wichtig. Bei Erotique-Aufnahmen kommt es eigentlich auf 2 Sachen an – einmal die lustige etwas verballerte, vespielte Art, die gleichzeitig süß-sinnlich und sexy wirkt. Und zweitens die wilde Seite, der pure Ausdruck von Sex, keine Scheu Emotionen zu zeigen, sodass die Fotos für den Betrachter sehr überzeugend erscheinen und provokant wirken.



Elle:
Wenn du die Möglichkeit einer Wahl hättest, wen würdest du am liebsten shooten?

Alexei Bazdarev:

Naja es gibt Hunderte tolle Models, einige weltbekannte, andere weniger, mit denen ich super gerne zusammenarbeiten würde. Aber wenn ich schon wählen darf… Mila Kunis, die Schauspielerin. Hat nichts mit Modeltalent oder besonderen Merkmalen zu tun. Ich stehe einfach auf die Frau! =)


I’m coultique, because all the crazy worlds in my head

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5 Kommentare

  • Philipp am 15.04.2012 um 15:30 Uhr:

    Die letzten Beiden Fashion-Serien gefallen mir am besten. Interessant das er nicht im Mittelformat Segment, Hasselblad & Co, unterwegs ist.

  • Steven am 15.04.2012 um 15:33 Uhr:

    Schönes Interview! Und grandiose Bilder.

  • MAX am 23.04.2012 um 22:20 Uhr:

    Megamäßige Bilder, gutes Interview!

  • Artes am 29.05.2013 um 13:24 Uhr:

    Ja, Respekt! Die Bilder sind sehr gut!


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