Malte Pietschmann – Asian World


Der 26jährige Malte Pietschmann, geb. in Bayreuth, liebt das Leben in allen seinen Facetten und bereist gerne nahe und ferne Länder, um andere Kulturen kennenzulernen. Er bewegt sich in Gegensätzen und hinterfragt vieles. Was er fühlt und was ihn bewegt, ist für ihn eine ganze private Sache.

In Leuwaarden an der Stenden University studiert er derzeit Medien- und Entertainment Management. In den Niederlanden, so Malte, sind die Studiengänge im Vergleich zu Deutschland intensiver und sehr praxisnah.



Elle:
Malte, 2008 hast du nicht nur die Leidenschaft, sondern auch dein Talent zur Fotografie entdeckt. Wann machte es bei dir so richtig Klick, gab es einen bestimmten “Auslöser”?

Malte Pietschmann:

Einen bestimmten Moment gab es da nicht. Mir macht es Spaß zu Lernen, mich weiterzuentwickeln und mich zu fordern. Zu sehen was ich mit dem Material anstellen kann, hat einfach meine Neugier geweckt. Es hat sich gut angefühlt, also bin ich dabei geblieben. Nicht besonders spannend, ich weiß.



Elle:
Bei unserem damaligen Gespräch in Berlin hattest du mir von “Das Ende ist mein Anfang” von Tiziano Terzani erzählt. Es handelt von einem italienischen Journalisten, der Indien, Vietnam, Korea, Kambodscha, China und Japan bereist hat und als schwerkranker Mann seine Lebensgeschichte seinem Sohn erzählt. Hat dies bei dir damals mit das Fernweh ausgelöst?

Malte Pietschmann:

Nicht direkt Fernweh, nein. Aber Terzanis Erzählungen haben mich schon bewegt. Was der alles erlebt hat .. am Ende seines Lebens so unfassbar positiv zu sein – trotz des Krebs .. das ist schon bemerkenswert. Tiefsten Respekt für seinen Mut als Mensch und seine Courage als Journalist.



Elle:
Viele Länder, die du bereist hast, haben unglaubliche Landschaften, wie aus einer verzauberten Welt. Was bringt dich dazu immer wieder nach Asien zu reisen und insbesondere nach Indien, wie z. B. im Oktober nach Kalkutta? Was reizt dich trotz Armut, Krankheiten, Naturkatastrophen und Umweltverschmutzung die siebtgrößte Stadt Indiens zu besuchen? Es ist eine arme Stadt, aber mit reicher Kultur. Sicherlich gehört außer Lebensneugier auch eine Portion Mut dazu.

Malte Pietschmann:

Ach, im Gegensatz zur Terzani gehört da gar nicht so viel dazu. Ich bin kein Reuters-Fotograf und wir reden ja hier auch nicht über Afghanistan. Ich habe Indien bis jetzt immer als sehr sicher empfunden. Was mich an solchen Ländern reizt? Die Leute leben und denken völlig konträr zu uns. Die sehen die Welt mit anderen Augen. Wir denken ja gerne, dass unsere Art zu Leben die einzig richtige sei. Das finde ich schade. Ich glaube es gibt mehr als die eine Wahrheit.



Elle:
Welches Erlebnis hat dich beim Reisen besonders berührt?

Malte Pietschmann:

2010 wurden wir in Nord-Indien von einem Sadhu zum Abendessen eingeladen. Er lebte in den Bergen an einem Wasserfall. Er erzählte uns was er so macht; wir zeigten ihm was Techno ist. Die Inder haben ja auch viel Rhythmus im Blut. Von daher erschien uns das irgendwie naheliegend. Zuvor hatte ich eine junge Italienerin (in etwa Anfang Zwanzig) kennen gelernt. Durch Zufall war sie an dem Abend auch da. Ich kam mit ihr ins Gespräch. Sie erzählte mir sie wäre mit 16 von zu Hause weggelaufen; einfach ab in den Mittleren Osten. Ab diesem Zeitpunkt sprach sie kein Wort Italienisch mehr und trug Burka. Sie lernte Farsi und lebte jahrelang im Irak und in Afghanistan. Von dort aus überquerte sie den Hindukusch nach Pakistan und kam dann nach Indien wo ich sie dann aus den Bergen kommen sah. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der so in sich selbst ruht und so mit sich und der Welt im Einklang ist. Das hat mich schwer beeindruckt. Die hatte einfach irgendwas verstanden.

Elle:
In “unserer Welt” zählt so viel anderes und wir lassen uns von so vielem beeinflussen, es gibt eine Flut von Informationen, Dinge zum Sehen. Wir haben verlernt, das für uns Wichtige herauszusuchen und herauszufinden. Erst dann können wir uns selbst begreifen. Sie hat es geschafft!




Elle:
Was wäre ein Wunschprojekt für dich?

Malte Pietschmann:

Die Silkroad auf einem Kamel oder der Hindukusch.



Elle:
Dankeschön für das Interview!


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