Candyland Review – Interview mit Fotograf Kai-Hendrik Schroeder

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Wenn es etwas gibt, von dem man meiner Meinung nach nicht genug besitzen kann, dann sind es Bildbände. Neben SUMO von Helmut Newton, Terryworld von Terry Richardson, Fräulein von Ellen von Unwerth und Straulino N°2 von Straulino, schwemmen nun immer mehr Bildbände auf den Markt von jungen aufstrebenden Fotografen. Aus gegebenem Anlass möchten wir Euch das Bildband von Fotograf Kai-Hendrik Schroeder heute vorstellen.

Elle:
C-Heads Magazine, Yume Magazine, Offtherails Magazine und Co., die Liste der Magazine ist lang, in denen Du Strecken veröffentlicht hast. Doch mal ganz an den Anfang zurück, was war der ausschlaggebende Punkt, Dich in diese Richtung zu bewegen und die Fotografie zu deiner beruflichen Herausforderung werden zu lassen?

Kai-Hendrik Schroeder:
Ganz am Anfang:

Mit etwa 15 habe ich das Fotografieren für mich entdeckt. Ich habe mir öfter mal die Kamera meines Bruders ausgeliehen, eine 450D und ab und an damit rumgespielt. Mit 17 habe ich mich aufgrund wachsendem Interesse meine erste eigene 450D gekauft und immer wieder neue Objektive getestet, An- und wieder Verkauft, sofern sie mir nicht gefallen haben. Ich habe echt eine Menge ausprobiert und rumgetestet. Nach und nach wuchs das ganze, ich fotografierte nicht mehr nur Landschaften und Plastik-Toys wie Wall-E oder Danbo*, sondern auch Freunde und Bekannte (siehe Flickr). Nach und nach kamen die ersten Aufträge und so auch die erste Blitzanlage. Das ganze hat sich bis zum eigenen Studio vor etwa vier/fünf Jahren geführt, in dem ich ein Jahr alles Mögliche ausprobiert habe und das Licht durch Blitze „beherrschen“ lernte, während die Selbständigkeit wuchs.

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Zum aktuellen:
Bevor ich mit dieser Art der Fotografie anfing, die man auch in meinen sozialen Netzen und vor allem in Candyland sehen kann, habe ich viel Zeit im (eigenen) Studio zugebracht. Allgemein habe ich in meiner Fotografie das natürliche Licht immer eher vernachlässigt, weil ich es mag in jeder Situation der Herr der Dinge zu sein und somit auch das Licht so setzen zu können, wie ich es gerne hätte. Nachdem jedoch mein Studio Anfang 2015 abgerissen wurde, hatte ich keine richtige Option um irgendwo anders im Studio weiter zu machen. Angefixt durch die herrlich sinnlichen und natürlichen Fotos aus den oben genannten Magazinen, entwickelte ich die spontane Idee, auch sowas machen zu wollen. Ich habe nicht allzu lang gefackelt, mir zwei Freundinnen geschnappt und einen ersten Testlauf in der Wohnung eines Kumpels gemacht. Mir gefiel das Ergebnis und die Möglichkeiten, die sich nur mit natürlichem Licht ergaben empfand ich als durchaus spannend. Also habe ich beschlossen einfach mehr davon zu machen. Hauptsächlich als netten Ausgleich zu meinem „Daily-Business“ als Mediengestalter/Fotograf in einer Werbeagentur. Ich wurde auch ein wenig angetrieben, hatte als größten Wunsch eine Magazinveröffentlichung zu erreichen. Diese kam glücklicherweise recht schnell und aus einer wurden bis um die vierzig, was mich jedes mal wieder freut – denn Hand aufs Herz: es ist ein schönes Gefühl für’s Ego, wenn andere die eigene Arbeit wertschätzen.

Zusammengefasst war der ausschlaggebende Punkt glaube ich der „glückliche“ Zufall, dass mein Studio abgerissen wurde. Sonst hätte ich wohl nie meine Comfort-Zone verlassen und das ganze mit natürlichem Licht, ohne Hilfsmittel, probiert. Aber ich habe mich darin verliebt, nur mit den gegebenen Möglichkeiten zu arbeiten – und werde das, neben meinen Studioaktivitäten dank neuem Studio, auch so fortführen.

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Elle:
Nachdem schon knapp die Hälfte der 500 Candyland Bücher nach 30 Tagen vergriffen waren, ursprünglich wolltest Du nur 75 Bücher drucken lassen, ist jetzt eine zweite Auflage geplant. Wo soll die Reise noch hingehen mit Candyland?

Kai-Hendrik Schroeder:

Ich war ehrlich gesagt ziemlich sprachlos, als alle 500 Exemplare nach nur 83 Tagen ausverkauft waren. Wir hatten leider einige Probleme im Druck, doch letztlich wurde alles gut. An sich hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal 500 Bücher verkaufen würde, schon gar nicht jetzt, in meinem jungen Alter. Bei 500 und dem Ausverkauf der ersten Auflage sollte eigentlich Schluss sein, es gab durch die Druckkomplikationen allerdings den einen oder andere Grund, weshalb ich doch mehr als 500 Stück hab produzieren lassen und ich freue mich, dass ab dem 1.12 nun noch weitere 300 Exemplare, im Rahmen einer zweiten Auflage, erhältlich sein werden. Dann ist aber Schluss – es sind keine weiteren, gedruckten Exemplare geplant. Das ganze Projekt hat viel Spaß gemacht und ich freue mich extrem über jeden einzelnen Supporter – but life goes on. Neue Herausforderungen und vielleicht auch Bücher warten… 🙂

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Elle:
Neben Deinem Bildband Candyland kann man auch Crop-Tops, T-Shirts, Hoodies und Co. mit dem Candyland Schriftzug erwerben. In Deinen Shirts steckten schon Schönheiten wie Model Jil Zeletzki, Alicia, eine Autorin vom Indie Magazine, Model Sissy Fischer und viele mehr. Bedruckt Ihr die Hoodies und Shirts mit einer eigenen Maschine oder habt Ihr hierfür einen externen Dienst?

Kai-Hendrik Schroeder:

Das ganze Projekt mit ‚Candyland Clothing‘, welches du ansprichst, entstand aus einer Laune heraus. Ich wollte schon immer mal eigene Shirts produzieren (lassen). Am besten mit Fotos von mir. Nachdem der liebe Jakob Schumacher mir aber den wunderbaren ‚Candyland‘ Schriftzug gebastelt hat, entschied ich mich, passend zu meinem Stil, erst mal schlicht anzufangen – mit dem Logo auf Shirts und Co. Die gesamten Klamotten werden extern von einer Hamburger Siebdruckmanufaktur gefertigt, hier habe ich netterweise viel Input von Christoph Schröder bekommen, der mir auch half den Kontakt aufzunehmen. Die Idee, man könne sich zu dem Buch auch ein Shirts ordern, fand ich an sich recht lustig und so habe ich das ganze einfach mal gemacht – und habe auch vor es irgendwann noch mal weiter auszubauen.

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Elle:
Candyland kommt im smarten A5-Format daher und überzeugt fotografisch auf 180 Seiten. Mir persönlich, als Mediengestalter und großer Fan von Prints, würde bei einer weiteren Ausgabe ein charakteristischeres Papier gut gefallen. Hast Du nach diesem Boom eine weitere Ausgabe schon in Planung. Was bleibt, was wird geändert, welche Models hättest Du gerne bei Issue 2 mit an Bord, kannst Du schon etwas verraten?

Kai-Hendrik Schroeder:

Darüber habe ich bislang nur mit meinen engsten Freunden gesprochen, aber ich denke tatsächlich schon ein wenig an ein neues Buch. Damit werde ich mir jedoch einige Jahre Zeit nehmen müssen und viel in der Welt unterwegs sein. Der Titel steht auch schon, wird aber nicht verraten – findige Detektive könnten ihn sich aber vielleicht denken. Das ganze wird dann aber wohl auch einen Tick größer und auf „charakteristischerem“ Papier gedruckt – dieses mal direkt von der Druckerei vor Ort. Unklar ist noch, ob das ganze dann total Analog oder wieder Digital entstehen wird. Ich habe auch in der Tat einige Models die ich mir dafür wünschen würde: Marisa Papen, Anni Haase, Jessica Goicoechea oder Maya Stepper wären nur einige von ihnen. Ist halt die Frage, ob die da so mit ziehen werden.

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Wer jetzt verständlicherweise kalorienfreie Lust auf Süßes in Form eines A5 Candyland Bildbands bekommen hat, der sollte sich schnellstens sein Bildband >>hier< < sichern, denn sicherlich ist auch die zweite Auflage schnell vergriffen. Weitere Infos zur neuen Auflage findet Ihr >>hier< <.

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