Be Coultique – Yannick Schütte

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Yannick Schütte wurde 1993 in Göttingen geboren und hat letztes Jahr sein Abitur absolviert. Sein Schwerpunkt liegt auf der Mode- und Porträtfotografie. Er ist aber ebenso für Hochzeiten und Events buchbar und tobt sich meist rund um Göttingen und Hannover aus. Er ist jung, unkonventionell und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

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Elle:
Yannick, du bist erst 19 Jahre alt und bereits mit 16 hast du die Leidenschaft für die Fotografie entdeckt. Gab es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis oder hat sich das nach und nach so entwickelt?

Yannick Schütte:

Rückblickend hat mich das Fotografieren wohl schon mein Leben lang gereizt. Schon als Kind bin ich mit der analogen Spiegelreflexkamera meines Papas durch den Garten gelaufen und habe Blumen fotografiert.

Mit einer digitalen Kompaktkamera habe ich dann von 2006-2009 auf Wettkämpfen, bei denen ich teilgenommen habe, alles festgehalten, was auf die 2 GB-Speicherkarte gepasst hat. In der Zeit war ich immer neidisch auf die Mutter einer Freundin, die mit ihrer Spiegelreflexkamera um den Hals baumelnd rumgelaufen ist. Diese hat sie mir dann auch mal in die Hand gegeben und somit das erste „Ich will auch“-Gefühl ausgelöst.

Als ich dann auch noch meine damalige Freundin kennengelernt habe, die auch eine Spiegelreflexkamera ihr Eigen nannte, war es um mich geschehen und ich musste mir unbedingt selbst eine kaufen. Ich wollte damit auch „so schöne Fotos mit tollen, unscharfen Hintergrund“ machen. Mittlerweile weiß ich auch, wie das geht.

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Elle:
Deine Fotografien sind sehr professionell, obwohl du dir alles bisher autodidaktisch beigebracht hast. Du fühlst nicht nur den richtigen Moment, um den Auslöser zu drücken, sondern deine Bilder sind perfekt, von der Belichtung, über die Location, bis hin zum Model und dem entsprechenden Styling. Woher hast du das Gespür für die richtige Kombination?

Yannick Schütte:

Erstmal danke für das schöne Kompliment, was mich sehr, sehr freut, aber ich muss dir widersprechen.

„Professionell“ und „perfekt“ sind Wörter, die ich in Verbindung mit meinen Bildern nie in den Mund nehmen würde. Dafür habe ich zu viel Respekt vor Fotografen und Bildern, wo mir beim Betrachten der Werke wirklich der Atem stockt. Das was ich mache, ist für mein Alter vielleicht ganz gut, aber ich glaube, es gibt kaum ein Bild, wo ich nicht aus zu setzten habe, oder denke, dass ich es vielleicht noch besser gekonnt hätte. Das ist für mich aber ein positives Gefühl, da es mich bei jedem neuen Projekt vor die Herausforderung stellt, es besser zu machen als die Male zuvor.

Zur eigentlichen Frage kann ich sagen, dass die Planung und Konzepterstellung das wichtigste für ein gelungenes Shooting sind. Egal ob lange im Voraus oder spontan ausgedacht, habe ich an jedem Set eine genaue Vorstellung, wie das Endprodukt aussehen soll. Diese dann an das Team zu vermittelt geschieht oft mit wilden Kombinationen aus Text, Beispielbild und Skizzen. Mittlerweile habe ich aber das Glück, mit Menschen arbeiten zu dürfen, die mich verstehen und dann ihren wichtigen Teil zum Endprodukt beitragen. Am Ende füge ich in den Bildern eine Gesamtleistung des ganzen Teams zusammen. Wie gekonnt das geschieht, hängt dann nur noch an den passenden Einstellungen (Übungssache) und dem Klima am Set. Umso lockerer die Stimmung, desto stimmungsvoller ist auch das Ergebnis.

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Elle:
Kreativität ist für einen Fotografen wichtiger denn je. Was blockiert dich und was brauchst du um deiner Kreativität freien Lauf lassen zu können?

Yannick Schütte:

Gemerkt, wie wichtig Auszeiten für kreatives Arbeiten sind, habe ich in meinem zweiwöchigen Familienurlaub an der Ostsee, vergangenen Sommer. Zu der Zeit lief vieles, privat wie geschäftlich, nicht wirklich rund und 14 Tage rein gar nichts tun, waren wirklich nötig.

Ab dem Moment, wo angestauter Stress dann von mir abfällt, kann ich auch freier denken. Nach den 14 Tagen Urlaub bin ich voller Tatendrang und vor allem mit so einer langen Liste an Ideen nach Hause gefahren. Wenn es also mal nicht so läuft, müssen es zwar nicht gleich 14 Tage Ostsee sein, aber man sollte sich Zeit für sich selbst nehmen, ein gutes Buch lesen, Musik hören oder einfach mal an die frische Luft gehen.

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Elle:
Du hast dich auf kein bestimmten Model-Typ festgelegt. Was ist für eine gelungene Zusammenarbeit von Fotograf und Model besonders wichtig?

Yannick Schütte:

Ob ein Model für eine Zusammenarbeit auf freier Basis in Frage kommt hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zunächst kommt es bei mir selten vor, dass ich das Model schon vor der Idee kenne. Ich suche mir immer lieber die passende Person für mein Konzept raus. Wenn meine Wunschkandidaten dann auch noch mit mir arbeiten wollen, ist das umso schöner.

Weiterhin fotografiere ich nicht nur professionelle Agenturmodels. Klar, für viele Projekte ist Erfahrung essentiell und eine wichtige Vorraussetzung, aber auch nicht immer. Ich habe oft auch Menschen, die den typischen Modelanforderungen nicht entsprechen vor der Linse, weil mich ihr Charakter und ihre Ausstrahlung fasziniert.

Weiterhin muss ich mit der Person auf einer Wellenlänge sein. Wie gesagt, wird auf den Bildern sichtbar, in welcher Atmosphäre sie entstanden sind. Wenn also die Personen vor und hinter der Kamera nicht miteinander klarkommen, können auch keine schönen Fotos entstehen.

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Elle:
Wie sieht dein derzeitiges Equipment aus?

Yannick Schütte:

Ich weiß nicht, ob die Frage auf eine einfache Auflistung abzielt, aber bitte:
– Canon 60d
– Canon 50mm, 1.4
– Canon 24-105mm
– California Sunbounce mini
– MacbookPro mit Photoshop CS4 und Lightroom 4

Unterm Strich zwar nicht die beste Technik auf dem Markt, aber alles erfüllt seinen Zweck und für mein Alter, denke ich, darf es sich sehen lassen. Wovon sich andere mit 18 ein neues Auto kaufen, habe ich den Großteil meines hart erspart und erarbeiteten Geldes in die Fotografie gesteckt. Teurer und besser geht zwar immer, aber seit dem ich mir nach langem Hin und Her das MacBook gekauft habe und ich arbeiten kann, ohne dass Photoshop alle 3 Minuten zusammenbricht, bin ich wunschlos glücklich.

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Elle:
Zum Thema „Große Fotografen der Geschichte“, wer gehört definitiv dazu und was fasziniert dich an seinen/ihren Fotografien?

Yannick Schütte:

Ich habe so viele fotografische Favoriten aus allen Bereichen, alle aufzulisten würde den Rahmen sprengen. Von total bekannt bis super Geheimtipp ist alles dabei. Um ein paar bekannte und nicht so bekannte Namen zu nennen:

Tim Walker, Lara Jade und Kristian Schuller faszinieren mich beispielsweise immer wieder mit ihren perfekt inszenierten Kunstwerken, genauso wie Menschen wie Sandra Ludwig aus Berlin und Shannon Lee Miller aus Orlando, mit ihren total natürlichen und wunderschönen Portraits.

Mit seinen Fotos, die letztendlich eine Mischung aus gestellten und nicht gestellten Szenen sind, vermittelt der Franzose Théo Gosselin für mich ein ganz eigenes Lebensgefühl, was mich immer wieder beeindruckt. Vor ein paar Wochen erst entdeckt und immer noch begeistert bin ich von der Geschichte der bereits verstorbenen Streetfotografin Vivian Maier. Einfach mal bei YouTube eingeben, und ihr werdet es verstehen. Ihr Bildband ist bestellt.

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Elle:
Wie geht es bei dir weiter? Viele Fotografen zieht es nach Berlin, hast du das auch geplant? Hast du bereits einen Assistenzjob bei einem Modefotografen gefunden oder wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Yannick Schütte:

Genau aus dem Grund, dass es wirklich jeden nach Berlin zieht, will ich da eigentlich gar nicht hin. Die Stadt mag wohl die inspirierenste Deutschlands sein, aber genauso ist es auch ein überlaufendes Pflaster, wo man schnell untergeht.

Ich bewerbe mich derzeit für die Studiengänge „visuelle Kommunikation“ und „Fotodesign“ in Bielefeld, Dortmund, Kiel und eben auch Berlin. Hätte ich die Wahl würde es mich wohl auch nach Berlin ziehen, aber nur wegen der Universität, die Stadt als Wohnort reizt mich nicht. Sollte ich an keiner Uni angenommen werden, will ich gerne für ein halbes Jahr ein Au-Pair in London oder auch einen Assistenzjob machen und dann zum Sommersemester ein Studium beginnen. Studieren will ich auf jeden Fall, auch wenn ich später natürlich am liebsten als Fotograf meine Brötchen verdienen will, hätte ich gerne einen Abschluss in der Tasche, man kann ja nie wissen.

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Elle:
Ich frage oftmals nach dem Traumprojekt; denn es ist sehr spannend zu erfahren, wie das jeder Fotograf für sich empfindet. Für welchen Modedesigner würdest du gerne eine Fotostrecke auswählen und wo und mit wem würdest du gerne diese Aufnahmen umsetzen?


Yannick Schütte:

Schwere Frage, über die ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht habe. Ich glaube DAS Traumprojekt zaubert man jetzt auch nicht nach 5 Minuten Überlegen aus dem Hut. Gerne würde ich in nächster Zeit eine Shootingreise nach Paris machen und ein paar Tage Sylt sind auch angedacht. Was ich in den nächsten Jahrzehnten noch alles anstelle, bleibt wohl offen. Hoffentlich viel Schönes.

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