Be Coultique – Rut Sigurdardottir


Die Fotografin Rut Sigurdardottir ist in Island geboren und aufgewachsen. Sie zog dann nach Kopenhagen, Dänemark und absolvierte 2011 ein Fotografie Studium an der BTK – Berliner Technische Kunsthochschule in Berlin.



Elle:
Von Island ging es nach Dänemark. Wie kam es dann zu der Entscheidung nach Deutschland auszuwandern und zwar nach Berlin? Je nach Möglichkeit reist du aber hin und wieder zu deiner Familie nach Island?

Rut Sigurdardottir:

Nach 3 Jahren in Kopenhagen bin ich mit meiner Familie nach Berlin gezogen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass ich „fertig“ mit Kopenhagen war, wenn man das so sagen kann. Wir waren ein  paar mal in Berlin gewesen und hatten uns in die Stadt verliebt. Ich habe ein interessantes Studium an der BTK (Berliner Technische Kunsthochschule) gefunden und wurde gleich aufgenommen. Was uns hierher gezogen hat, war die Lust auf neue Abenteuer und darauf, unseren Horizont zu erweitern.

Ich finde es sehr wichtig für die persönliche Entwicklung, neue Kulturen kennenzulernen. Irgendwie ist es manchmal so, dass man wegziehen muss, um herauszufinden, was für eine Person in einem steckt, um seine Herkunft besser kennenzulernen und sich besser einschätzen zu können.

Aber trotz meinem Wohnsitz in Berlin sind meine Wurzeln in Island sehr stark. Ich kann mir es gar nichts anders vorstellen, als in Island alt zu werden… da gehöre ich einfach hin!  Ich genieße es immer sehr, meine Heimat zu besuchen… entsprechend ist es auch immer wunderbar, wieder in Berlin „zu Hause“ zu sein… so ist das halt!



Elle:
Wann hast du das erstmal den Auslöser einer Kamera getätigt und dabei gedacht, das ist mehr für mich, das möchte ich beruflich tun?

Rut Sigurdardottir:

Mit 10 Jahren habe ich eine rote Kamera von meiner Oma bekommen und seitdem habe ich immer fotografiert. Es hat aber ein bisschen gedauert, bis ich mich dazu entschlossen habe, das beruflich zu machen. Nach dem Gymnasium habe ich Informatik studiert, um meinen inneren Computer-Nerd zu pflegen. Die Fotografie sollte nur ein Hobby sein, neben dem praktischen und sicheren Leben als Informatikerin. Erst im Informatik-Master-Studium habe ich mir selbst gegenüber zugegeben, dass ich in dem Beruf nie glücklich sein könnte. Ich musste halt meine kreative Seite pflegen und ich musste einfach machen, was mein Herz mit Freude füllen könnte, ich wusste, dass das die Fotografie war.



Elle:
Du arbeitest selbständig als Fotografin und zwar hauptsächlich in den Bereichen Mode/Portrait. Wie informierst du dich über die aktuelle Mode und über Trends?

Rut Sigurdardottir:

Am meisten benutze ich dafür das Internet.  Aber ich halte mich auf keinen Fall für einen sehr modebewussten Mensch.  Ich mag es aber, durch Klamotten eine bestimmte Stimmung, Gefühl, Atmosphäre zu erzeugen oder eine Geschichte zu erzählen. Ich mag auch alles sehr, was seltsam und anders ist, obwohl das nicht unbedingt die derzeit neueste Mode ist. Eine Welt zu kreieren, die nicht wirklich ist, eine Stimmung zu schaffen, die ungewohnt ist, das ist immer mein Ziel. Aber zurück zur Frage: Ich schaue mir oft die  Blogs von interessanten Charakteren an, Stilisten, Lebenskünstlern, wo ihr Modegeschmack einen Lebensstil ausdrückt und nicht unbedingt die neuesten Trends. Essens-Blogs sind auch mein „Guilty Pleasure“… aber das ist eine andere Geschichte :)



Elle:
Island ist ein landschaftlich außergewöhnliches Land, ohne Bäume, mit einer besonderen herben Schönheit. Fotografierst du auch die Landschaften deiner Heimat oder sagt dir die Landscape Photography ganz und gar nicht zu?

Rut Sigurdardottir:

Ich genieße es sehr, in Isländischer Landschaft zu fotografieren, aber dann fast ausnahmslos MENSCHEN in der Landschaft.  Es interessiert mich, wie die Umgebung den Menschen beeinflusst, ein starkes Gefühl erzeugt, und wie Natur und Mensch in dem Moment eins werden. Diese Kraft, die da entsteht, ist ein riesiger Faktor in jedem Moment, und diese Kraft versuche ich auf einem Bild zu erschaffen!



Elle:
Wer sind deine Lieblingsfotografen?

Rut Sigurdardottir:

Fotografen wie der Niederländer Erwin Olaf, der Italiener Paolo Rossi und die Deutsche Sibylle Bergemann, um ein paar zu nennen. Sie alle schaffen abenteuerliche und romantische Bildwelten, was ich sehr faszinierend finde. Es gibt auch paar junge Fotografen die ich ganz toll finde… z.B. meine Landsmännin, die Isländerin Saga Sig.



Elle:
Wenn du die freie Wahl in Bezug auf ein Shooting hättest, für welchen Auftraggeber würdest du gerne fotografieren und welche Location und welche Models würdest du dafür wählen?

Rut Sigurdardottir:

Ich würde sehr gern eine Kampagne für das deutsche Label Tata Christiane machen. Die Location wäre ein isländischer Gletscher, und „The A-Team“ & Grace Jones wären meine Models. 

Elle:
Wir haben fotografische Werke für das außergewöhnliche Label Tata Christiane in Coultique vorgestellt. Mit der von dir genannten Location sowie Team, wäre ich auf jeden Fall mit von der Partie, um alles mitzuerleben. 😉



I’m Coultique, because I’m a mess!


Webseite

Share and Enjoy

Pinterest
All images in coultique.com are copyright restricted for coultique,
the artist or label. No reuse of images without express permission.

Ein Kommentar

  • Thorbjorg am 27.11.2012 um 11:44 Uhr:

    Wunderschöne Bilder.

Trackbacks


Leave a Comment


Name*
E-Mail*
Website

* Diese sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht!