Be Coultique – Martin Strauß

martin_strauss_front_coultiqueEigentlich wäre Martin der geborene Giftmischer, als gelernter Apotheker, doch er hat es eher mit der Gifts (EN) zu tun. Seine Fotografien sind für die Szene wahre Geschenke. Wenn der Berliner Fotograf nicht gerade an seiner Dissertation sitzt, beschäftigt er sich mit der Fashion-, People und Nude-Fotografie, seit ca. 2 Jahren hauptsächlich mit Fashion & Lingerie.

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Elle:
Wie kamst du von der rationalen und sachlichen Pharmazie-Branche zur emotionalen Fotografie?

Martin Strauß:

Ich habe vor 3 Jahren bemerkt, dass ich keine Erinnerungen, keine Fotos aus meiner Jugend habe und bin dann einfach nur aus dem Grund heraus mir eine Kamera kaufen gegangen.

Nach einem Jahr sinnfreier Party-Bilder, ein paar Sonnenuntergangsfotos hatte ich dann ein „richtiges“ Shooting mit einer Freundin in einem Park. Quasi der Beginn meiner sanften people-reihe…und damals nannte ich mich noch Marmelade 😉

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Elle:
Deine absolute Alptraumsituation bei einem Shooting? Schon eine erlebt und wenn ja, welche?

Martin Strauß:

Blitzschlag am Blitz. Mein Freund und Helfer, Stephan Baumann, hat mich mitsamt Blitz umgestoßen, damit ich den Kontakt zum Blitz verliere. Ich hatte gefühlte 2 Sekunden einen Schlag. Und das passierte noch vor dem ersten Foto meiner Winter-Fashion-Serie „Sky came falling“.

Ich glaube Alptraum für mich ist es, wenn ich mich null inspiriert fühle, aber Resultate zeigen muss.

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Elle:
Du sagtest einmal, man braucht keine Tausende von Euros auszugeben, um tolle Bilder zu machen. Mit welchem Equipment arbeitest du zur Zeit?

Martin Strauß:

Ich habe Tausende an Euros in meine Ausrüstung gesteckt um das zu erkennen. Man pusht sich immer und immer weiter, will immer und immer besser werden und sucht fälschlicherweise in teurer Ausrüstung seinen heiligen Gral. Manchmal wirkt es befreiend. Als ich mir damals meine MarkII gekauft hatte, hatte ich in einem Monat 30 Shootings. Das war vor 1,5- 2 Jahren. Seitdem benutze ich diese immer noch, aber in Vorbereitung für einen aktuellen Workshop eine Canon 550D mit einem 35 2.0. Kostenpunkt (gebraucht) wohl 500€.

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Elle:
Du gibst selbst Workshops, der nächste steht schon in den Startlöchern. Wie kann man sich so ein Workshop von und mit dir vorstellen?

Martin Strauß:

Lehrreich, entspannt und anstrengend zugleich, aber eigentlich müsste diese Frage meine Kurs-Teilnehmer beantworten. Ich vergesse manchmal selbst, wie sehr ich den Druck gewöhnt bin, einen ganzen Tag zu shooten und am Abend noch zu retuschieren. Bei einem der letzten Workshops „beschwerten“ sich die Teilnehmer, dass ihnen der Magen in den Knien hängt, sie alle ziemlich durch waren und während sie nach Hause sind um 18/19 Uhr, habe ich bis 4:30 Bilder retuschiert…ohne den Tag über Pause gemacht zu haben. Coffee: Do stupid things, faster with more energy.

Aber eben auch entspannt. Ich denke, ich kann behaupten, dass ich ein Mensch bin, mit dem man reden und lachen kann. Mir ist wirklich sehr wichtig, dass meine Kunden zufrieden sind. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich das mal nicht erreichen könnte, würde ich den Job eher ablehnen. Das fußt dann in erster Linie aber auf Sympathie: Eine Hochzeit zu fotografieren von Menschen, die man nicht mag z.B.

Ich versuche Tipps zu geben, die wirklich sinnvoll sind und den allgemeinen Hohlsinn draußen zu lassen.

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Elle:
Wie wählst du deine Models aus? Welche Voraussetzungen müssen für dich gegeben sein? Favorisierst du einen gewissen Typ bei deinen freien Arbeiten?

Martin Strauß:

Persönlicher Geschmack – Inspiration. Manche denken in meinen Modellen einen gewissen Typ zu erkennen, ich nicht. Ich mache mir da weniger Gedanken zu. Wenn ich die Person nicht kenne, gehe ich allein nach Ausdruck, Ausdruck und Ausdruck, dann erst kommt Aussehen.

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Elle:
Durch deine Post-Productions setzt du dich von der Masse ab. Könntest du uns kurz etwas über deinen Workflow sagen?

Martin Strauß:

Sagen wir es so: KURZ und mein Workflow passt nicht zusammen 😉 Ich bin perfektionistisch veranlagt. Ich bin akribisch. Ich versuche auf einer Seite eine gewisse Linie beizubehalten, aber andererseits auch neues zu probieren. Ich bin aber auch Chaot und ich würde aber nie, NIE, mit mir zufrieden sein. Es gibt Tausende, die besser sind als ich.

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Elle:
Wie sieht dein absolutes Traumprojekt mit einem Traumteam aus? Hast du eine Idee, die du bisher noch nicht umgesetzt hast, dir aber unter den Nägeln brennt?

Martin Strauß:

Gibt es, aber das will ich ungern verraten. 😉 Es gibt eigentlich mehrere Sachen, ich versuche zwar etwas zu träumen, aber auch nur soweit, wie ich es auch umgesetzt bekomme. Traumteam ist so ein Punkt: Ich will mich ungern mit fremden Namen oder Federn schmücken. Wenn ich mit der Leistung zufrieden bin, die mein bisheriges Team gebracht hat – bin ich wirklich wirklich zufrieden. Egal, ob andere dann unser Produkt gut finden oder nicht. Und dafür muss ich keinen „Promi“ shooten oder oder. Ich beurteile jeden nach seinen Fähigkeiten und wenn diese mir zusprechen, dann sind sie nicht besser oder schlechter als wer anders. Muss halt passen.

Und ich finde, dass ist auch ein guter Punkt mich nochmals zu etwaigen Posts bei Facebook und Co. zu wiederholen: Ich bin so unendlich dankbar über jeden und jede Einzelne(n), die mir geholfen haben und mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich denke, dass jeder genauso wichtig an einem Projekt ist, wie eben der Fotograf.

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I’m Coultique because I love to shoot you.

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