Be Coultique – Loreen Hinz

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Die freischaffende Fotografin und Künstlerin Loreen Hinz, geb. 1983, lebt und arbeitet in Leipzig. Mit „I love wischiwaschi“, übersetzt u. a. mit undeutlich und verschwommen, präsentiert sie eine neue andersARTige Form ihrer Fotografie.

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Elle:
Du hast den Studiengang Kommunikationsdesign und experimentelle Fotografie an der Fachhochschule Wismar absolviert. Wann hast du dich das erste Mal für die Kunst in Verbindung mit der Fotografie interessiert?

Loreen Hinz:

Eigentlich wollte ich Illustratorin und Malerin werden, aus diesem Grund habe ich mein 2. Studium Kommunikationsdesign angefangen. Im 2. Semester mussten wir allerdings das Pflichtfach Fotografie belegen und ich hatte wirklich viel Spaß dabei, vorher hatte ich nie großartig fotografiert. Mein absolutes Aha!-Erlebnis hatte ich, als ich Fotografien der Künstlerin Sarah Moon sah – ihre Modefotografien wirkten überirdisch, malerisch, unscharf. Diese Erkenntnis, dass wunderbare Fotografien nicht unbedingt technisch perfekt, komplett ausbeleuchtet und knackig scharf sein müssen, war eine der wichtigsten Stationen in meiner fotografischen Entwicklung. Im Hauptstudium wurde ich durch meinen Professor für experimentelle Fotografie sehr gefordert und gefördert, er betreute mich während meiner Entwicklung zu meinem heutigen Stil.

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Elle:
Bei den Fotografien experimentierst du mit verschiedenen Aufnahmetechniken, du spielst u. a. mit Licht und Schatten, starken Farbkontrasten und Bewegungsschärfen. Deine Kamera wird zum Werkzeug für fotografische Experimente. Welche Emotionen möchtest du den Betrachtern mit deinen so entstandenen Bildwerken vermitteln? Kannst du deinen Stil definieren?

Loreen Hinz:

Ich finde es vermessen, Emotionen vermitteln zu wollen, denn die künstlerische Betrachtung von Bildern ist eine der subjektivsten Erfahrungen überhaupt. Jeder empfindet ein Bild anders, verbindet andere Erlebnisse, Gedanken, Gefühle mit einer Farbe, einer Form, einem Bildinhalt. Mein Stil ist am ehesten als experimentell zu definieren, ich bin ständig bestrebt, mich weiterzuentwickeln, neue Aufnahmetechniken und Effekte zu probieren. Im Moment arbeite ich viel mit Collagen, Vergoldung und anderen analogen Techniken. Mir ist der handwerkliche Aspekt wichtig, ich mag keine großen Photoshopaktionen.

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Elle:
Dein Schwerpunkt liegt auf der Fashion- und People-Fotografie, wobei es dir auch die Alten Meister der klassischen Porträtmalerei angetan haben. Wie verbindest du diese Elemente miteinander und was fasziniert dich daran?

Loreen Hinz:

Wie bereits gesagt, wollte ich ursprünglich Malerei und Illustration studieren, bevor ich komplett von der Fotografie fasziniert wurde. Aber die Affinität zur Malerei ist auf jeden Fall noch vorhanden, ich bin der Meinung, in der Betrachtung der Alten Meister kann man wunderbar über Belichtung, Positionierung von Modellen und der Darstellung von weiblicher Ästhetik lernen.

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Elle:
Die Anmut, Sinnlichkeit und Ästhetik der Weiblichkeit ist dir sehr wichtig in deiner Bildgestaltung. Was hälst du von den immer mehr zunehmenden Fotografien, die sehr direkt sind, schockieren wollen, mit pornografischem Touch, die keine Unschärfe zulassen? Ist „InVivo“ eine Antwort darauf?

Loreen Hinz:

InVivo ist in dem Sinne keine Antwort auf diese Entwicklung, es gibt für beide Ästhetiken Liebhaber. Für mich sind diese shocking Fotos zu direkt, zu unsensibel, zu unweiblich. Im allerersten Sinne schaffe ich Bilder, die mir selbst gefallen, die mich ansprechen, die mich berühren. Ich kann mich nicht verbiegen, um einer Strömung zu entsprechen – meine Fotos stehen für mich als Person, ich will auch selbstbewusst zu meinen Fotos stehen können. Ich mag auch die Provokation, habe auch schon einige Projekte hierzu umgesetzt, aber trotzdem immer mit Achtung vor der abgebildeten Person, ohne diese als Stück Fleisch darstellen zu wollen.

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Elle:
Wenn Bilder bearbeitet werden, dann nur minimal. Ist dies auch ein Faktor, der dich in Bezug auf die Analogfotografie reizt? Dass eben das Ursprüngliche, ohne die Möglichkeit einer Veränderung, bestehen bleibt?

Loreen Hinz:

Analoge Fotografie ist in meinen Augen ECHT, unverfälscht, hier zeigt sich das ganze Können des Fotografen, was in Zeiten, in denen jeder schon mit seinem Iphone und einem lustigen Filter oder Photoshop nette Fotos machen kann, für mich einen besonderen Wert bekommt. Das handwerkliche Können hat bei mir einen relativ hohen Stellenwert, aus diesem Grund versuche ich auch, die Nachbearbeitung meiner digitalen Fotos im Photoshop so gering wie möglich zu halten. Alle Effekte sind auch wirklich so fotografiert und nicht etwa bearbeitet.

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Elle:
Deine Bildwerke sprechen an, sind andersARTig. 2013 hattest du deine zweite Einzelausstellung. Was ist dein Ziel? Wo möchtest du gerne deine Fotokunst noch präsentieren?

Loreen Hinz:

International. Mein bisher größter Erfolg war die Gruppenausstellung mit der italienischen Vogue in der Galerie Carla Sozzani in Mailand 2013. Für die deutsche Elle habe ich einen exklusiven Blog gemacht mit Fotos der schönsten Mädchen, die ich auf Europas Straßen traf. Seit 2013 werde ich auch von der Münchner Galerie für Fotografie der Gegenwart Ingo Seufert vertreten. 2013 war also ziemlich erfolgreich für mich. Nun versuche ich, auch international Fuß zu fassen und stehe mit einigen ausländischen Galerien u.a. in den USA und in Australien in Kontakt für Ausstellungen 2014.

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Elle:
Was wäre dein absolutes Traumprojekt?

Loreen Hinz:

Ich habe ein ganzes Mood-Buch voll mit Traumprojekten

I’m Coultique because I´m WischiWaschi.

Merci beaucop, Loreen!

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