Be Coultique – Heks Sascha Haubold

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Sascha Haubold wurde in den wilden 80ern in Blumberg geboren, seine raue Art ließ ihn seinen Weg gehen, so absolvierte er auch sein Studium und machte sich im Anschluss als Fotograf selbständig. Erst wohnte und arbeitete er in Stuttgart. Verrückte, 1,98m große Kinder gehören jedoch nach Berlin und so lebt er seit ein paar Jahren dort.

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Elle:
Heks steht für? Haubold – Erwin – Klaus – Sascha?

Sascha Haubold:

Heks steht tatsächlich für Namen, gut geraten. Allerdings bin ich vorwiegend an Frauen interessiert und so stehen K und E für die Anfangsbuchstaben meiner ersten richtigen Liebe „Kim“ und S und H natürlich für meinen eigenen Namen und nicht etwa für Ewin und Klaus. Ich war 14 und habe Graffiti gemacht und bei der Überlegung, welchen Namen ich mir zulegen werde, um meine Umwelt mit Farbe zu schmücken, verliebte ich mich in die schöne Kim. Und jetzt macht es mich stolz, immer noch den gleichen Namen zu tragen und immer wieder in Verbindung mit meinem ersten Schritt in die Kreativität zu sein. Auch wenn sie nach 11 Monaten liebevoller Beziehung lesbisch wurde und mir damit schier einen Herzinfarkt bereitete.

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Elle:
Deine Selbstbeschreibung von letztens lässt mich jetzt noch schmunzeln, alles gebe ich hier nicht wieder. 😉 Wie würdest du dich und deine Arbeiten beschreiben?

Sascha Haubold:

Soll ich jetzt nochmal über unsere bevorstehende Hochzeit, meine Penisgröße und die Sexheftchen in meinem Büro philosophieren? Also ich bin ein normaler Typ. Sehr haarig und wie du schon so schön erwähnt hast, sehr groß. Es ist Heiligabend und ich sitze hier alleine mit meiner Miezekatze Bonnie und denke angestrengt darüber nach, die richtigen Worte über mich zu finden. Ich mag Whiskey, Schwarzer Krauser und führe ein kreatives und erotisches Leben. Ich arbeite sehr viel und hart an meinen Arbeiten, damit ist das meiste eigentlich schon gesagt und ich habe das Gefühl die Süßigkeiten beobachten mich.

Elle:
Also ich glaube die komplette Unterhaltung rollen wir hier besser nicht nochmal auf, die setzen wir demnächst in Berlin bei Pfannkuchen mit Sahne, Himbeeren und Schokosoße fort. ; ))

Sascha Haubold:
Meine Arbeiten lassen sich nicht leicht beschreiben. Ich versuche phasenweise klassisch und dann auch wieder sehr avantgardistisch und provokant zu arbeiten. Ich mache fast immer das, worauf ich gerade Lust habe und wenn ich, wie jetzt, sehr viel Marilyn Manson höre und die satanische Bibel einen festen Platz in meinem Büro eingenommen hat, werden auch meine arbeiten vermutlich düsterer und sexistischer. Andererseits, habe ich auch einige gefühlvolle Ansätze, wie man in einem Musikvideo sehen kann, welches ich vor kurzem gedreht habe. Es lässt sich schier nicht beschreiben, was ich da tue, aber wenn man meine Bildsprache etwas verfolgt, kann man sicher rausfinden, was mich gerade bewegt und inspiriert. Alles was ich den ganzen Tag über sehe, lese und höre, begibt sich ein Stück weit in meine Bilder ein. Was mir meine Umwelt gibt, gebe ich ihr vielleicht wieder ein Stück weit zurück.

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Elle:
Mir hat so ein (F.) „Kautz“ gezwitschert, dass du ein Video für Prinz Pi gedreht hast? Was ist dran? Skandale, Exzesse, Sodom und Gomorra – erzähl schon!

Sascha Haubold:

Das habe ich tatsächlich gedreht, aber im Gegenteil zu deiner Vermutung, ist es wunderschön und voller Liebesgeschichten, Emotionen und meinen ersten Schritten im Videobereich. Wir haben ein Thema umgesetzt, welches keinerlei erotische Hintergedanken hatte. Seht es euch doch an!



Ein Video zu drehen war eine ganz neue Herausforderung, vorallem mit so einem großartigen Künstler wie Prinz Pi, von dem ich selbst seit Jahren Fan bin, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass man da in näherer Zukunft auf jeden Fall wieder etwas sehen wird.

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Elle:
Du bezeichnest dich selbst als „krassen Romantiker“, deine Arbeiten sind jedoch provokant und avantgardistisch, du tobst dich im gesamten Fashion- und Beautybereich aus. Welche Art von Fotografie würdest du nie machen wollen und warum nicht?

Sascha Haubold:

Keine Ahnung. Ich glaube, ich würde gerne alles mal machen und ich denke, das meiste habe ich auch schon probiert. Dieses Jahr produziere ich zum Beispiel einen großen Pornofilm in der Schweiz, was bei manchen Fotografen ja immer noch ein absolutes Tabu ist.

Nur auf so „schnell, schnell Passbild“- und „wollen sie noch einen Bilderrahmen dazu“- Zeugs habe ich keine Lust, aber das zähle ich auch nicht zu dieser Fotografie. So Fotografen könnten genauso gut Pommes verkaufen und hätten ähnlich Spektakuläres geleistet.

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Elle:
Sex, Alkohol und Fotografie, wie rechtfertigst du deinen Job bei deiner Mutti?

Sascha Haubold:

Sie hat hier und da sicherlich Probleme mit meinem Leben gehabt und wir hatten es nicht einfach, aber grundsätzlich konnte ich mich durchsetzen, wenn auch ohne Unterstützung. Wir sind so extrem verschieden, meine Familie und ich. Meine Eltern führen ein klassisches Leben, gehen zur Arbeit und kommen von der Arbeit. Ich wollte das so nicht, ich hab es probiert, aber ich wollte es nicht. So musste ich einen entscheidenen Schritt tun und meine Familie, meinen Job und sogar das Land verlassen um mich weiterzuentwickeln und auch meinen Eltern die Zeit zu geben, in dem Bereich zu reifen. Ich bin von heute auf morgen zu einer Künstlerin in die Schweiz gezogen und habe angefangen aktiv in der Gestaltung zu arbeiten und mir von dort Rückendeckung zu verschaffen und als ich zurückkam nach Deutschland, konnte ich von meinen Eltern ein wenig mehr Vertrauen in meine Arbeit genießen. Sie verbietet mir mittlerweile lediglich ungerecht mit Frauen umzugehen und mir einen Riesenpenis auf den Unterarm tätowieren zu lassen. Darüber hatten wir ausführlich diskutiert, aber der Riesenpenis kommt nicht in Frage.

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Elle:
Das Team von The Boss Studio besteht aus John León, Chantal Drywa, Janine Bohn, Joaquim Domingos und dir. Hört sich an wie eine Musikband, wärst du der rockige Drummer oder der herzenbrechenende Leadsinger? Welche Rolle spielst du in dieser Besetzung?

Sascha Haubold:


Also in der Band wäre Heks sicherlich zusammen mit John einer der Front-Schocker, der wie Marilyn Manson aussieht und auf Heroin in die ersten 2 Reihen des Publikums kotzt während John betrunken kuriosen Sex mit einem Blasinstrument hätte. Sascha vielleicht eher der elegante Typ im Smoking, der sich am Klavier in die Herzen der Männer und Frauen zu spielen versucht.

Im echten Leben, dem wirklichen Boss-Studio, bin ich einfach Fotograf, genau wie John. Wir haben dort ein schniekes Büro zum digitalen Arbeiten und das Fotostudio für die eigentlichen Fotoshootings. Chantal ist Mode-Designerin und Stylistin und hat dort ein schönes Büro, in dem sie malt, organisiert und gute Laune versprüht. Janine ist Make-Up Artistin und hat einen eigenen Raum, in dem sie die Models vorbereiten kann. Wie allerdings auch hin und wieder andere Make-Up Artisten, die zu Gast sind im Studio. Joaquim ist mein fotografischer Assistent, er besorgt Whiskey und Burger und bekommt dafür etwas beigebracht. Zusammen versuchen wir, uns gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren und schlussendlich alle für sich selbst voranzukommen.

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Elle:
Bei Nude-Shootings ist es m. E. besonders wichtig auf die Ästhetik zu achten und darauf, dass es nicht billig wirkt. Mir persönlich ist aufgefallen, dass dabei gerade das Gesicht des Models, ein besonderer Typ, eine große Rolle spielt, welche Wirkung das Bild erhält. Wie siehst du das?

Sascha Haubold:

Ich kann dir nicht genau sagen, was eine Regel in der Nude Fotografie sein könnte um nicht billig zu arbeiten. Ich bin ja im Nude Bereich weniger der Wirkungs-Typ, sondern viel eher der sexistische und billige. Ich mag es auch gerne mal eine Lady eingeölt und breitbeinig in Unterwäsche auf den dreckigen Boden zu setzen und sie lasziv die Kamera anbetteln zu lassen. Wichtig ist mir dabei nur, dass die Lady immernoch unerreichbar erscheint für den Betrachter. Ästhetik interessiert mich dabei nicht so stark. Wenn alle Fotografen nur versuchen ästhetisch zu arbeiten, wer bedient dann die Betrachter, die Sex sehen wollen?

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Elle:
Wenn du die Möglichkeit hättest, unsichtbar, also mit Tarnkappe und Kamera unterwegs zu sein. Was würdest du tun?

Sascha Haubold:

Privat würde ich vermutlich etwas gemeinnütziges tun. Eine Horde Drogendealer überfallen und deren ganzes Material „vernichten“. Kreativ würde ich spontan in einem Kriegsgebiet dokumentieren. Ich habe einen wahnsinnigen Respekt vor den Kollegen dort, die ihr eigenes Leben riskieren, um dem Rest der Welt einen Eindruck der Realität dort zu verschaffen. Unsichtbar erscheint mir das allerdings als relativ ungefährlich.

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I’m Coultique, because I try to live forever.

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