Be Coultique – Heidi Rondak

Wo kommt die junge Fotografin Heidi Rondak eigentlich her? Ein kleiner Tipp Lila und Schokolade, genau im schönen Schwarzwald erblickte sie 1988 im Landkreis Lörrach das Licht der Welt. Ihre frühe Kreativität lebte sie verschiedenartig aus. Noch vor ihrem 2015 Bachelor of Arts in Communication Design with focus on Photography, Editorial Design and Film arbeitete sie als Freelance Fotograf in Mannheim. Seit ein paar Jahren macht sie nun Berlin noch ein Quentchen kreativer.



Elle:
Wie Du zur Fotografie gekommen bist, das wirst Du bestimmt immer und immer wieder gefragt. Sicherlich hat auch Dein Studium Kommunikationsdesign dazu beigetragen. Kreativität ist nicht nur umgebungsbedingt, sondern hat auch genetische Einflüsse. Deine erste Kamera war eine Zenit, die Deinem Vater gehörte.

Heidi Rondak:

Genau genommen habe ich schon als Kind immer gerne fotografiert. Mit etwa 14 Jahren habe ich sogar mein Berufsfindungspraktikum bei einer Fotografin absolviert, obwohl ich eigentlich davon träumte Pilotin zu werden. Aber Bilder zu machen, egal ob fotografisch oder zeichnerisch, war immer ein Teil von mir. So habe ich viel ausprobiert und einerseits alles, was ich sah und was mir interessant erschien, festgehalten, andererseits sehr gerne inszeniert. Mit einer Freundin startete ich die ersten Versuche am Model – wir überlegten uns Themen, stylten uns passend dazu und fotografierten uns gegenseitig. Wenn ich mir die Bilder heute anschaue, sind die schon sehr lustig! Mit meiner ersten digitalen Spiegelreflex fotografierte ich sehr viel während meines Aufenthalts in Indien, nach dem Abitur. Bei der unglaublichen Motivvielfalt in diesem Land entwickelte sich so langsam mein Gespür für das Wechselspiel von Kameraeinstellung und vorhandenem Licht. Ich denke, das hat mich geprägt, nicht nur fotografisch.

Später, als die Pilotenpläne gescheitert waren und ich mit meinem Kommunikationsdesign Studium begann, entdeckte ich weitere Möglichkeiten der Bildgestaltung – Text mit Bild, Bewegtbild, Zeichnung, Drucktechnik, all das habe ich ausprobiert und genossen – und im Endeffekt hat es mich zur Fotografie zurückgeführt und war eine Bereicherung für diese. So kam auch endlich die Zenit ins Spiel, also auch die analoge Fotografie. Ich finde, dass Filme selbst zu entwickeln und abzuziehen etwas Wunderbares ist und denke, dass das für jeden Fotografen eine wichtige Schule ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte es zu lernen und vermisse es wirklich.

Dass ich am Ende hauptsächlich Mode fotografieren würde, entschied ich gegen Ende meines Studiums – und hier war ich eine von sehr wenigen aus meinem Studiengang, die diesen Weg ging. Ob es nun genetisch ist, bezweifle ich, aber sicherlich hat die Tatsache, dass mein Vater auch immer fotografierte, meine Faszination dafür geweckt und aufrecht erhalten. Er knipste allerdings nur hobbymäßig Familienfotos und hatte in seiner Jugend ein paar kleinere Aufträge gehabt, die er in seiner Dunkelkammer zu Hause entwickelte.





Elle:
Deine Fotografie hat Dich von Mannheim nach Berlin geführt. Viele große Modefotografen sind ins Ausland gegangen, wie z. B. Peter Lindbergh und Ellen von Unwerth. Wäre dies für Dich auch eine Option, für immer oder eine zeitlang fernab von der deutschen Heimat zu leben und wenn ja, welche Stadt würdest Du bevorzugen und warum?

Heidi Rondak:

Auf jeden Fall ist das Teil des großen Plans. Ich könnte mir gut Paris oder New York vorstellen, die Modestädte schlechthin. Ich würde aber auch zu London nicht nein sagen, wenn sich dort eine Möglichkeit eröffnet. Ich denke, dass mir alle drei Städte etwas bieten würden, das mir entspricht. In New York ist das sicherlich der Tatendrang und die Vielfalt der Stadt – Inspiration pur, aber auch ein harter Konkurrenzkampf. In Paris ist es ein bisschen das klassische, elegante, was mich anzieht, und die Sprache, die ich dann noch einmal auffrischen müsste. London ist eher alternativ, das mag ich sehr. Dort würde ich mich auch wohl fühlen. Auf jeden Fall brauche ich immer nach einer Weile die Steigerung in eine größere Stadt. Noch bin ich recht neu in Berlin und entdecke hier immer noch viel Spannendes für mich. Aber ich denke, für eine große Karriere, wie beispielsweise bei Ellen von Unwerth, sollte man irgendwann ins Ausland gehen, auch um neue Erfahrungen zu machen und zu verstehen, wie die Modewelt international funktioniert.



Elle:
Geld ist nicht alles, aber sind wir mal ehrlich, von Luft und Liebe können wir alle keine Rechnungen zahlen. Sich nach Kundenwünschen richten zu müssen ist nicht branchengebunden, aber so manche Vorgaben bei Produktionen engen die Kreativität doch ganz schön ein. Hattest Du schon die Möglichkeit bei Aufträgen recht frei arbeiten zu können?

Heidi Rondak:

Ich sehe das ein wenig aus einer anderen Perspektive: Man ist mit dem Kunden zusammen ein Team und das gemeinsame Ziel ist es, gute Bilder zu produzieren, die z.B. den Charakter einer Marke erfassen und nach außen kommunizieren. In der Regel können die Erwartungen des Kunden gar nicht so anders sein, wenn er mich anhand meines Portfolios ausgewählt hat. Natürlich gibt es immer ein paar Regeln, die vorrangig sind, z.B. im Bildaufbau, wenn später noch Text ins Bild soll, o.ä. Ich sehe solche Vorgaben aber nicht als Einschränkung, sondern als Herausforderung an, bei der ich trotzdem kreativ sein kann. Im Idealfall vertraut mir der Kunde dann auch, wenn ich von einer Sache abrate, da ich ja der Experte bin, den er hierfür engagiert. Wenn die Kommunikation stimmt und der Kunde zufrieden ist, bin ich auch glücklich über die Bilder und kann dahinter stehen. Es ist mir auch generell lieber, wenn der Kunde weiß, was er will, denn so manche eine Produktion endet im Chaos, wenn sich der Fotograf aus dem Stegreif – und wohl gemerkt passend zur Marke – kreativ austoben soll. Schließlich ist da noch ein ganzes Team und der Kunde am Set – da kommen dann die wildesten Ideen von allen Beteiligten zusammen, die nicht durchdacht sind, leicht mal das Thema verfehlen können und zudem noch das Timing sprengen. Am erfolgreichsten arbeitet es sich mit einem klaren Konzept und einem Zeitplan. Und wenn ich meine ganz eigenen Ideen umsetzen will, mache ich das am liebsten in Form von Editorials, bei denen das Konzept aus meiner eigenen Feder stammt. Da setze ich also selbst die Rahmenbedingungen, die ich ggf. noch mit einem Magazin vorher abstimme, und nach denen ich am Set arbeite. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der „einfach so drauf los“ fotografiert.





Elle:
Es gibt Fotografien, die kann man schon am Stil direkt dem Fotograf zuordnen. Findest Du einen eigenen fotografischen Stil heutzutage eher unpopulär oder gar nachteilig? Der Kundenwunsch nach Flexibilität ist ja recht groß.

Heidi Rondak:

Ich finde, ein eigener Stil ist sehr wichtig. Wahrscheinlich sogar das wichtigste am Fotograf sein. Die heutige Flexibilität liegt eher darin, dass der Kunde sich den passenden Fotografen für sein Projekt aussucht und dabei sticht natürlich jemand heraus, dessen Stil er wiedererkennt. Man bedient dann zwar „nur“ eine gewisse Nische, aber für jede Nische gibt es einen eigenen Markt. Und wenn man darin sehr gut ist, oder Glück hat, kann man damit sogar Trends setzen.

Ich denke, nur indem man seinen Stil verfeinert, wird man besser in dem, was man macht. Wenn man zu sehr streut, verliert man sich eventuell. Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt und tue es noch. So habe ich mir zum Beispiel meine Bilder nebeneinander gelegt, das Gesamtbild betrachtet und die Farben, Motive, Symbole, Posing und Bildausschnitte analysiert. Gleichzeitig habe ich ein Moodboard angelegt, das in die Richtung ging, wie ich es gerne hätte. Diese Gegenüberstellung war sehr hilfreich. Ich wusste dann, was ich noch ändern und was ich beibehalten möchte. Das Portfolio unterläuft also auch immer wieder neuen Korrekturen und Selektionen, durch die sich der eigene Stil herauskristallisiert.





Elle:
Wenn Du ganz frei wählen könntest, Klient, Team, Model und Location, wie würde Dein “Traum-Shooting” aussehen?

Heidi Rondak:

Ich würde super gerne für z.B. Valentino, Gucci, Vogue fotografieren. Ich glaube das ließe sich zwar nur bedingt kombinieren, aber als Models hätte ich Lust ein paar Schauspielerinnen abzulichten, nämlich Marion Cotillard, Felicity Jones, Emilia Clarke, Emma Stone. Das sind so tolle Frauen! Das Ganze on Location, Steppe, Wüste, felsige Landschaft, oder in einer Villa, im orientalischen, barocken, oder Jugendstil.





Elle:
Die Frage nach der Zukunft ist immer recht schwer zu beantworten und weit vorauszuplanen ist schwer, aber wenn Du jetzt mal ganz frei vor Dich hin spinnst, was macht Heidi Rondak in 10 Jahren?

Heidi Rondak:

Sie ist ständig ausgebucht, shootet für namhafte Magazine und Marken und reist viel, privat und geschäftlich. Sie hat sicherlich noch ein paar Nebenprojekte, mit denen sie ein wenig herumexperimentiert und sich weiter ausprobiert. Und sie macht auf jeden Fall ihren Flugschein, oder hat ihn schon gemacht!


I’m Coultique, because … I’m an enthusiast.

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http://www.heidirondak.com/

FACEBOOK
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Salut, je m'apelle Elle (23), Visionärin. Ich bin "full of energy", freaky und selbstkritisch. Ich lasse immer mein Herz sprechen, versäume aber nie auch den power-button für's Hirn zu pushen. Ich bin kompromissbereit in wichtigen Dingen und denke oftmals in vielen Dimensionen, was aber für Innovationen und spannende Projekte hilfreich ist. Das World Wide Web mit dem unendlichen Informationsfluss von Neuem fasziniert mich immer wieder. Als meine Passion sehe ich Kunst, Design, Fotografie und Musik. Ich bin genauso unkonventionell wie mein Humor. coultique is my wonderland - frei nach Alice - "Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet".

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