Be Coultique – Claudia Diaz

claudia_diaz_front_coultique
Sie kommt aus der Geburtsstadt von Konrad Duden, der Hansestadt Wesel am unteren Niederrhein und lebt jetzt in Dortmund. Wort und Bild haben es Claudia Diaz Marquez, die deutsch/spanisch aufgewachsen ist, angetan. Es ist ihr wichtig Persönlichkeit, Stärken, Schwächen, Gefühle und Stimmungen in ihre Bilder zu transportieren. Sie umrahmt ihre schönen fotografischen Bilder mit Gedichten, Gedanken und mit gefühlvollen Worten.

claudia_diaz_01_coultiqueclaudia_diaz_02_coultiqueclaudia_diaz_03_coultiqueclaudia_diaz_04_coultiqueclaudia_diaz_05_coultiqueclaudia_diaz_06_coultiqueclaudia_diaz_07_coultiqueclaudia_diaz_08_coultique

Elle:
Beruflich sind Sie als Krankenschwester tätig. Ein Beruf, der sehr viel Mitgefühl voraussetzt, der sensibilisiert und viel seelische Kraft fordert, um den täglichen Einsatz zu bewältigen. Ist die Fotografie auch ein wesentlicher Ausgleich? Gibt es vielleicht auch ein Schlüsselerlebnis, das Sie vor 3 Jahren zur Fotografie gebracht hat? Können Sie sich an Ihr erstes ganz bewusstes Motiv zurückerinnern?

Claudia Diaz:

Mein Beruf als Krankenschwester, haben Sie gut beschrieben. Er verlangt viel körperliche Kraft und erschöpft dazu auch seelisch. Dennoch ist es wunderbar einen sozialen Beruf auszuüben. Er erdet, zeigt mir jeden Tag wie wertvoll das Leben und die Gesundheit ist.

Die Photografie ist ein wesentlicher Bestandteil in meinem Leben geworden. Mein Schlüsselerlebnis war 2009, als ich all mein Geld in eine Canon D50 investierte. Endlich hatte ich die Möglichkeit, meine Leidenschaft von Bildphantasien auszuleben.

Das erste Motive war meine Schwester, ich hatte das Glück Sie begeistern zu können und Ihr Vertrauen zu erlangen, um meine ersten Inszenierungen zu verwirklichen. An die Bildidee kann ich mich gut erinnern, es sollte ein Dialog zwischen Mensch und Tier darstellen, da ich finde in jedem Menschen steckt was tierisches.

Da mir die Freiheit und die Leichtigkeit eines Vogels imponierte habe ich ein Augenlid meiner Schwester mit kleinen schwarzen Federn umrahmt. Der Kleber um es zu befestigen hat das Auge gereitzt und sie zum Weinen gebracht. Tapfer hielt sie dennoch stand!

Für mich war es ein emotionaller Moment, den ich mit Hilfe von Baulicht in einem leeren Keller photografisch in einer schwarzweiß Aufnahme festgehalten habe. Ich war stolz und voller Energie, Gefühl und Emotionen in Bilder zu produzieren zu können. So war mein Interesse geweckt und ließ mir auch keine Ruhe mehr. Beim zweiten Treffen habe ich sie im Halbakt photografiert.

claudia_diaz_09_coultiqueclaudia_diaz_10_coultiqueclaudia_diaz_11_coultiqueclaudia_diaz_12_coultiqueclaudia_diaz_13_coultiqueclaudia_diaz_14_coultiqueclaudia_diaz_15_coultique

Elle:
Sie arbeiten gern mit Tageslicht und sind fasziniert von Fensterbildern und Spiegelungen. Wo finden Sie Ihre Anregungen, was inspiriert Sie?

Claudia Diaz:

Menschen inspirieren mich, eine Stadt, Filme, Erlebtes, sowie Lichtstimmungen. Der Mensch den ich betrachte, löst in mir Gefühle und Emotionen aus, vor meinem geistigem Auge sehe ich das Bild und suche nach passender Location und Anziehsachen.

Die vorhandenen Lichtverhältnisse sind stehts eine Herausvorderung. Die Abendstunden in der Sommerzeit wecken eine sinnliche Spannung. Das vorhandene Licht ist großartig und erzeugt eine einzigartige Stimmung im Bild.

Kleine Lichtquellen, wie zum Beispiel in einem Parkhaus bei Nacht, machen das Bild besonders und dazu die Lichter der Stadt im Hintergrund bringen mich zum Schwärmen. Fensterbilder haben einen besondern Reiz für mich, alles was sich noch auf der Fensterscheibe spiegelt regt die Phantasie an und die Portraits wirken wunderschön, da die Haut weich und sinnlich für mich aussieht.

claudia_diaz_16_coultiqueclaudia_diaz_17_coultiqueclaudia_diaz_18_coultiqueclaudia_diaz_19_coultiqueclaudia_diaz_20_coultiqueclaudia_diaz_21_coultiqueclaudia_diaz_22_coultiqueclaudia_diaz_23_coultique

Elle:
Auf was achten Sie besonders bei der Umsetzung des künstlerischen Halbaktes/Aktes bei Ihren Nude-Shootings, damit das Model nicht nur „ausgezogen“ wirkt. Wie wichtig ist Ihnen hier die Ästhetik, die intime Stimmung und die positive Beziehung zu Ihrem Model.

Claudia Diaz:

Ein gutes Aktbild sollte eine Geschichte erzählen und Emotionen und Sinnlichkeit einfangen. Dabei sollte die Nacktheit nie vulgär, obszöne, pornorös im Vordegrund stehen, sondern in erster Linie die Ästhetik. Der Betrachter soll eine Entdeckung machen und nicht nur einen nackten Menschen sehen. Die Aktphotografie ist senibel, das Vetrauen zwischen Photograph und Model, das Zusammenspiel von Wohlbefinden, Entspannung und Spaß ist Voraussetzung.

Mir persönlich ist sehr wichtig, die Würde des Menschen nicht zu verletzen.

claudia_diaz_24_coultiqueclaudia_diaz_25_coultiqueclaudia_diaz_26_coultiqueclaudia_diaz_27_coultiqueclaudia_diaz_28_coultiqueclaudia_diaz_29_coultique

Elle:
Nacktheit und Weiblichkeit in der Fotografie auch als Provokation einzusetzen, das verstand der Starfotograf Helmut Newton auf einzigartige Art und Weise. Er ist auch Ihr Lieblingsfotograf. Die Vertreterin der deutschen Frauenbewegung und Feministin Alice Schwarzer warf ihm in der von ihr gegründeten Zeitschrift Emma mal vor, dass seine Fotos u. a. sexistisch und teils frauenfeindlich sind. Wie sehen Sie bzw. wollen Sie, die Frau in Ihrer Fotografie präsentieren?

Claudia Diaz:

In der Geschichte der Menschheit haben Bilder zweifellos das Bild von einem Menschen stärker geprägt als Worte. Wir Leben in einer Zeit, in dem die Macht eines Bildes zunimmt.

Das was Helmut Newton zu seiner Zeit auslöste, wäre nicht denkbar ohne die Frauenbewegung. Durch ihn hat die Männerwelt einen neuen Blick auf die erstarkten Frauen bekommen. Er hat die Phantasien der Männer, sowohl auch von Frauen plakative gemacht und mit der Sexualität die Gesellschaft schockiert. Eine Welle der Empörung ausgelöst.

Für mich ist es wichtig, das der Betrachter spekuliert, über das was sich im Bild abspielt.

Die Frauen, die ich photografiere, möchte ich die Stärke, die Persönlichkeit, die Sinnlichkeit und ihre Schönheit festhalten. Es gibt viele Facetten eine Frau in Unterwäsche phantasievoll zu präsentieren.

Es geht darum zu inszenieren, eine Geschichte von Emotionen und Leidenschaft zu transportieren. Die Freiheit und Inspiration, die keine Grenzen kennt. Eine nackte Frau lüsternd in einem Bett abzulichten, langweilt mich!

claudia_diaz_30_coultiqueclaudia_diaz_31_coultiqueclaudia_diaz_32_coultiqueclaudia_diaz_33_coultique

Elle:
Die Schwarzweißfotografie ist trotz der verschiedensten Möglichkeiten der Bildbearbeitung und Farbgebung ein wichtiges und ausdrucksstarkes Element der Fotografie. Die Aussage des Bildes lässt sich so auch minimalistisch intensivieren. Wie ist hier Ihr Workflow?

Claudia Diaz:

Ich liebe die Schwarzweiß-Photografie und photografiere alles direkt monochrom. Zuhause am PC entscheide ich mich dann, für ein Farbbild oder ein Schwarzweiß Aufnahme.

Der damalige Makel keine Farben festzuhalten, entweder gab es kein gutes Verfahren oder es war instabil, hat für mich eine wunderschöne Bildästhetik. Kontraste, Körnung, Licht und Schattenspiel auf eine Schwarzweiß Aufnahme ist atemberaubend und fesselnd. Dem Charme kann ich nicht widerstehen und produziere dementsprechend viel in Schwarzweiß.

claudia_diaz_34_coultiqueclaudia_diaz_35_coultiqueclaudia_diaz_36_coultiqueclaudia_diaz_37_coultiqueclaudia_diaz_38_coultiqueclaudia_diaz_39_coultique

Elle:
Wie sieht Ihr Equipment aus? Was außer der Technik ist besonders wichtig bei der Fotografie. Welchen Tipp würden Sie einem Anfänger geben?

Claudia Diaz:

Meine Werkzeuge sind die Nikon D3 für digitale Bildergebnisse. Die Leidenschaft zu analogen Photografie habe ich für mich entdeckt und da verwende ich, die Hasselblad 501 (Mittelformat), die Pentacon Six (Mittelformat) und die Leica M6 (Kieinbild). Verschiedene feste Brennweiten habe ich zur Hand, doch am liebsten verwende ich das 50mm Objektive.

Dem Anfänger würde ich raten, sich mit den Funktionen der Kamera auseinanderzusetzen. So bekommt man technisch gute Bildergebnisse und der Rest ergibt sich mit viel Mühe, Ausdauer und Leidenschaft zur Photografie. Für mich ist die Phantasie und Kreativität am Stärksten und macht ein Bild aus.

claudia_diaz_40_coultiqueclaudia_diaz_41_coultiqueclaudia_diaz_42_coultique

Elle:
Sie lieben es in Ihren Fotografien mit Emotionen zu spielen, expressive, ausdrucksstarke und erotische Darstellungen zu inszenieren. Was wäre Ihr Wunschshooting, wenn Sie sowohl Model(s), Team und Location frei wählen könnten?

Claudia Diaz:

Ich arbeite gerne im Team und habe mit interessanten, kreativen und charismatischen Persönlichkeiten gearbeitet. Toll wäre es für Hochglanz Magazine eine Photostrecke zu erstellen. Mit talentierten Designern, Stylisten und außergewöhnlichen Make up Artisten zu arbeiten. Einen Star oder ein Supemodel in meiner Phantasie zu kleiden, wäre wunderbar.

Doch der unbekannte Mensch ,die Menschen die mich umgeben berreichern mich. Eigentlich bin ich ein Künstler, der davon träumt, die Welt mit seinen Bildern in Ausstellungen zu begeistern. Buchbände herauszugeben um noch mehr Menschen zu erreichen.

Weiterhin mein Leben mit der Leidenschaft zur Photografie auszuleben bis zum letzten Atemzug ist am Ende das Ziel meiner Träume.

Das Fundament meiner Bilder sind die wundervollen Menschen, die ich ablichten durfte. Hiermit möchte ich mich für das Vertrauen, den Spaß und das Ausleben meiner Bildphantasie bedanken.

Lieben Danke Elle für das Interview.

Elle:
Vielen Dank für die Ermöglichung des Interviews und die vielfältigen Einblicke in deine Sicht- und Arbeitsweise!

Share and Enjoy

Pinterest
All images in coultique.com are copyright restricted for coultique,
the artist or label. No reuse of images without express permission.

Leave a Comment


Name*
E-Mail*
Website

* Diese sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht!