Point of View – Jan Luckenbill

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Jan Luckenbill ist wohl eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die sich in Berlin bewegen, der gelernte Modedesigner, Stylist und Kolumnist, ist einer der wenigen, der Berlin mit viel Persönlichkeit und seinem eigenen Stil prägt.

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Elle:
Die Rede war mal davon, dass du dich gerne mit dem stilvollen Nichtstun beschäftigst. Bei deinen vielen Berufen (Modedesigner, Stylist und Kolumnist) kann ich mir das jedoch schlecht vorstellen. Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines Jan Luckenbills aus?

Jan Luckenbill:

Das „stilvolle Nichtstun“ hast du bestimmt aus einem Artikel einer Berliner Zeitung rausgefiltert. Das war die destruktive Zusammenfassung einer Journalistin, die es nicht verstand das ich ein Mensch bin, der von Zufällen lebt. Ich plane nur bedingt mein Vorgehen, alles weitere passiert so oder so, das hat sie mit „Nichtstun“ verwechselt. Dass ich mich allerdings „stilvoll“ auf die Einflüsse von Zufällen einlasse, hatte die Gute richtig erkannt. Ich könnte bestimmt nicht auf eine gewisse Vergangenheit zurückblicken, wenn ich meine Däumchen gedreht hätte, aber jedem sei seine Wahrnehmung gegönnt.

Ein typischer Luckenbill-Tag ist, glaube ich im Gegensatz zu anderen, gar nicht so verschieden. Ich mag nur nicht gleiche Abläufe, das langweilt mich mit der Zeit. Ich beschäftige mich mit Ideen und Projekten, nehme mir aber auch Momente für mich. Und versuche meine Freunde bei all den anstehenden Vorhaben nicht zu vernachlässigen und bin ständig in Kontakt mit meiner Managementagentur Sebastian Retz. Mal ziehe ich mich im Alltag zurück und dann bin ich wieder offensiv, es gibt keinen Tag, der dem anderen gleicht.

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Elle:
Du hast dich weitestgehend aus dem Modedesign zurückgezogen und arbeitest jetzt vorwiegend als Stylist für namenhafte Fotografen wie Oliver Rath und Salva Mirisola. Wie würdest du mich „ausgehfein“ für die Fashion Week machen? Was ist dein Stylingtipp für die nächste Fashion Week im Januar?

Jan Luckenbill:

Ich würde nicht sagen, dass ich mich vom Modedesign zurückgezogen habe, ich habe mich aber bisweilen keinem Finanzier oder Investor auf die Tasche gelegt, um Big Business zu machen. So ist es ja momentan sehr üblich in der Branche, das macht aber auch abhängig. Ich versuche immer einen Grad dazwischen zu finden, denn ich hasse nichts mehr als Abhängigkeit. Und als Stylist habe ich die Freiheit auch einfach mal mit z.B. Salva Mirisola eine Strecke zu machen, die ohne Vorgaben auch den Weg in ein Magazin finden kann.

Mein All-time-Stylingtipp ist: Bleib du selbst und kleide dich authentisch. Man merkt es Menschen an, wenn sie versuchen etwas zu sein, was sie aber nicht erfüllen können. Um „ausgehfein“ zu sein, brauchst du nur Understatement und das Gefühl für Farben und Proportionen, that´s it. Alles andere hängt von der eigenen Persönlichkeit ab. Wir sind Individuen, das sollten wir nicht vergessen.

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Elle:
Es verwundert mich ja wirklich sehr, dass wir uns zuvor noch nie auf einer Fashion Show begegnet sind, weder im Zelt noch auf der Michalsky StyleNite etc., denn du bist wirklich überall vertreten. Ist das für dich teilweise auch Stress oder überwiegt die Passion zu Fashion und Glam?

Jan Luckenbill:

Ja meine liebe Elle, dann wird ein baldiges Kennenlernen doch wirklich Zeit, ich würde mich sehr freuen.

Nun zu deiner Frage, ich würde es nicht als Stress bezeichnen sich mit den schönen Dingen im Leben zu beschäftigen. Allerdings habe ich keine Passion zum Glam, es ist rein das Interesse und die Neugierde, die mich dann doch jedes Mal antreibt, mich im Zelt blicken zu lassen. Allerdings werde ich das zur kommenden Fashion Week reduzieren, da ich meine Zeit nur noch den spannenden Designer widme und die findest du eher Offsite!

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Elle:
Dein Geschmack ist extravagant und so gar nicht üblich/langweilig? Hast du einen Ausgeh-Tipp in Berlin, welchen ich das nächste Mal unbedingt befolgen sollte? Eine Lieblingsbar, Undergrounddisco oder ähnliches?

Jan Luckenbill:

Da ich auf vielen Events eingeladen bin, ist mein Bedarf an abendlicher Aktivität ziemlich abgedeckt. Von daher muss ich gestehen das ich keinen unbedingten „Szenetipp“ habe. Ich treibe mich gerne um den Rosenthaler Platz rum, da entstehen immer neue Orte, wo man sich verweilen kann mit einem guten Drink und Gesprächen und seinen Liebsten. Berlin erlebt man ohnehin am besten, wenn man ohne Scheu einfach drauf los geht.

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Elle:
Jan Luckenbill ist in aller Munde, der Name ist Programm, wenn die Rede auf dich fällt, weiß jeder eine sympathische Story oder ein paar liebe Worte. Ein solch offenes und herzliches Wesen wie das deine, ist wirklich selten geworden. Denkst du, dass auch deine sympathische Art zu so viel Erfolg beiträgt, oder was ist deine Wunderwaffe?

Jan Luckenbill:

Ich selbst bekomme das nicht mit das ich „in aller Munde“ bin, es freut mich aber sehr das die Wahrnehmung meiner Person positiv gewertet wird.

Wenn überhaupt ist die angesprochene Offenheit meine „Wunderwaffe“, denn durch mein offenes Visier behalte ich mir die Chance bei, kreativ arbeiten zu können. Aber ich setze keine Waffen ein, Waffen sind etwas urzeitliches und leider in unserer Zeit immer noch viel zu stark vertreten. Ich versuche meinen Verstand einzusetzen und alle Vorhaben realistisch, sowie nüchtern zu betrachten. Eine Weile habe ich mich auch mit Biographien und Karriereverläufen großer Persönlichkeiten beschäftigt. Dabei fiel mir auf, wenn man sich treu, auf dem Boden und dabei sympathisch bleibt, kann man völlig geerdet seine Projekte angehen. Jetzt bin ich aber kein Heiliger, sollte der Eindruck entstanden sein und so auch ab und an eine Diva.
But i love contrasts!

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Elle:
Beth Dito ist begeistert von dir? Woher kennt ihr beiden Euch? Und wer zählt noch zu deinen Promi-Freunden und wem gehst du lieber aus dem Weg?

Jan Luckenbill:

Beth durfte ich kennenlernen während eines Privatkonzerts der Kosmetikmarke MAC in Berlin. Sie erblickte mich in der Masse und wollte sich mit mir unterhalten, es war bezaubernd. Ich liebe Beth, da sie eine ganz Große ist, natürlich und völlig bodenständig. Frei von Konventionen und dem Tragen einer Maske, werden wir von ihr noch vieles erwarten können.

Ansonsten habe ich noch Freunde und Bekannte, die man aus den Medien o.ä. kennt, ich halte aber nichts davon diese hier wie eine Trophäensammlung aufzuzählen. „Aus dem Weg“ gehe ich niemandem! Ich gehe meinen und die anderen, den ihrigen. Mancher Weg kreuzt sich dabei und manch einer biegt ab.

Elle:
Ja, da hast du Recht, man sollte nicht so viel offenlegen und sich so auch ein Stück Privatsphäre bewahren.

Elle:
Wie würde dein kreatives Wunschprojekt aussehen?

Jan Luckenbill:

Mein kreatives Wunschprojekt ist die Summe aller Projekte, für die ich mir wünsche, dass sie verstanden werden und ich diese immer mit Freude erfüllen darf. Projekte müssen meiner Meinung nach auch entstehen, rein aus dem Schaffensprozess heraus und dürfen nicht abhängig von Wünschen oder Träumen sein.

Website/Blog
Fanpage
Instagram: #LUCKENBILLSBEST

Agentur

photocredits:
Tomaso Baldessarini
Salva Mirisola
Oliver Rath

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