Das rockt! SEΛ + ΛIR


„Das ist keine Musik – das ist Kunst.“ Der Gedanke kam mir vor kurzem, als ich SEΛ + ΛIR zum zweiten Mal live sah. Und in der Tat, das was sie machen ist sehr eigen und mit keiner mir bekannten Gruppe zu vergleichen. Ein einzigartiger Sound, der gerade auf der Bühne zu beeindrucken weiß, da er nur von zwei Personen erzeugt wird, die gleichzeitig mehrere Instrumente bedienen.

Der Songwriter Daniel Benjamin, der früher schon als Solokünstler unterwegs war und seine Frau Eleni Zafiriadou, die einst Sängerin der Band “Jumbo Jet” war, starteten Anfang 2011 ihr gemeinsames Projekt unter dem Namen SEΛ + ΛIR (Wortspiel: Sie und Er). Schlüsselerlebnis hierfür waren vier Konzerte, die sie als „Daniel Benjamin“ im Vorprogramm von Whitney Houston gaben und bei denen sie große Arenen zum Schweigen brachten, was Vorgruppen leider nur selten gelingt.



Nach langem Touren quer durch Europa und sogar durch Kanada, erschien am 12. Oktober endlich ihr langersehntes Album „My Heart’s Sick Chord“. Laut Benjamin stellt es den Beginn einer lebenslangen Reise voller neuer Klangerlebnisse und neuer “melodischer Architektur” dar, auf die der Hörer eingeladen wird. Dreh und Angelpunkt des Albums ist das Cembalo, was auch den Albumtitel erklärt. My Heart’s Sick Chord – harpsichord. Ihr versteht schon. Übrigens: es ist das erste Album in der Geschichte der Popmusik, das auf Johann Sebastian Bachs Lieblingsinstrument – eben dem Cembalo – geschrieben wurde.





Im Booklet des Albums schreibt Benjamin: „Die Idee war es Rockmusik zu erschaffen, die auch vor 300 Jahren hätte gespielt werden können. Damals hatten sie schon Trommeln, Konzertgitarren und tief klingende Orgeln. Statt Strom hatten sie nur mechanische Mittel und Wege die Klänge zu manipulieren, was man am Cembalo sehen kann.“ Und genau das haben sie auf die Platte gebracht und machen es auf der Bühne. Hier und da werden trotzdem moderne Akzente gesetzt (sporadischer Einsatz einer E-Gitarre, Synthie-Ausbruch bei dem Song „Do Animals Cry“) und es passt immernoch alles zusammen. Zu allem „Überfluss“ haben die beiden tolle Stimmen, die in unvergleichlichen Harmonien übereinander geschichtet werden, als ob es kein Morgen gäbe.



So entsteht eine homogene Show, deren Magie sich auf das Publikum legt, wie der Morgentau auf eine frische gemähte Wiese. Offene Münder und Augen, die aus dem Staunen nicht rauskommen, geschlossene Augen, um den Hörsinn zu schärfen. All das ist auf SEΛ + ΛIR Konzerten zu beobachten.

Die geheimnisvolle, eher ruhige Eleni Zafiriadou und der megasympathische und irrwitzige Daniel Benjamin (ich taufe ihn hiermit liebevoll: Jacques Palmingers jüngerer Bruder) haben ein Projekt geschaffen, welches in genau dieser Form gebraucht wurde. Leicht hypnotisch, unterhaltend, hoffnungsvoll, sentimental. Eleni dazu: „Wir finden, es ist uns gelungen, das Innenleben eines Menschen darzustellen, wie es ist. Als Achterbahn der Gefühle. Extreme Emotionen wechseln sich da in schnellem Rhythmus ab. Das Geheimnis ist es, von einer Seite zur anderen zu schwanken, ohne aus der Bahn zu fallen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass sie ihre nun schon ein Jahr andauernde Welttournee noch etwas in die Länge ziehen und dass sie somit möglichst viele Menschen mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause schicken.



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