Das rockt! Roche & Böhmermann


Seit einigen Wochen nun läuft die wohl ungewöhnlichste Talkshow im deutschen Fernsehen auf zdf.kultur im Gegenprogramm zu Günther Jauch. Sonntags um 22Uhr talken die den meisten sicherlich bekannte Charlotte Roche und Jan Böhmermann, der bei Harald Schmidt zu größerer Bekanntheit gelangte, mit einer Runde, die oftmals „interessant“ gemischt ist.

Erfrischend anders ist das Konzept. Der Look ist einfach gehalten, auf Retro gestylt. Nur eine ringförmige Lichtquelle über der Gesprächsrunde, die wie ein gigantischer Heiligenschein anmutet und der ganzen Sendung eine Art Schwarz-Weiß-Look verleiht. Keine Drahtlosmikrofone, die an der Kleidung angesteckt sind, sondern ein runder Tisch mit stehenden Mikrofonen (Sennheiser MD 441) darauf. Auch haben die beiden Moderatoren keine sogenannten „Knöpfe“ im Ohr, womit in anderen Sendungen die Regie Anweisungen geben kann oder die Redaktion die Gesprächsstruktur lenken kann. Der einzige Kontakt zwischen Regie und Moderatoren wird über Zettel gelöst, die hereingereicht werden.

Auch das Sterile aus anderen Sendungen wird hier ignoriert. Oft wird vermieden Fernsehtechnik zu zeigen – bei „Roche & Böhmermann“ wird konsequent das Gegenteil gemacht. Die Kameras schießen sich gegenseitig ab und das passt zum Konzept. Auch das sonst strikte Rauchverbot in TV-Studios (Ausnahme: wenn Helmut Schmidt zu Gast ist) wird außer Acht gelassen. Im Gegenteil, es wird eher aufgefordert zu qualmen und Whisky zu trinken.



Dies alles sind Zutaten die Neues versprechen. Können Roche und Böhmermann dies halten? Nunja, bedingt. Da es nur wenig Vorbereitung zu geben scheint, ist die Sendung nie genau gleich strukturiert. Da werden auch mal Einspieler zu den einzelnen Gästen doppelt gezeigt, wenn es der Gesprächsverlauf verlangt, so neulich beim Hamburger Allroundtalent Rocko Schamoni geschehen. Trotz solcher unterhaltsamen Situationen plätschert die Sendung eher so dahin. Jeder Gast bekommt eine oder zwei Fragen zu seinen aktuellen Projekten gestellt und spätestens bei der dritten Frage läuft das Gespräch den Moderatoren in alle möglichen Richtungen aus dem Ruder, was aber wohl gewünscht ist. Das erlaubt den Gruppen aber völlig Belangloses zu besprechen.

Die Konstellation der Gruppe ist das, was diese Belanglose aber dann wieder interessant macht. Da trifft mal ein Sido auf den bekennenden Schwulen Jorge Gonzalez, Das Bo auf Kim Gloss oder Lena Meyer-Landrut auf Werner Schulze-Erdel. Gerade bei ersterer Paarung eine Sendung mit Konfliktpotential, möchte man meinen… Zusammen mit dem smarten Auftreten des Jan Böhmermann und der teilweise frechen Art von Miss Roche kommt eine Sendung zustande die vor Charme strotzt und die es absolut wert wäre von zdf.kultur auf’s Mutterschiff zdf versetzt zu werden.

Hier gibt es mehr zu der Sendung. Und unten ein super Ausschnitt aus der ersten Sendung.

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