Das rockt! Immanu El


Immanu El – ein Name den man sich merken sollte. Gewiss werden die fünf jungen Schweden nie Chartstürmer sein, doch durch ihre Musik, die man wohl als „poppiger Postrock“ bezeichnen müsste, weht ein Hauch Magie. Komplexe Gitarrenmusik mit Tiefgang und Wohlfühlgarantie.

Auch wenn die aus Göteborg stammende Band um die Gebrüder Strängberg die Schwere des Herbstes im Herzen der Platte verpflanzt hat, so durchzieht das neue und dritte Album der Schweden eine gewissen Leichtig- und Luftigkeit. Alles fließt wie die ruhige See, Taktwechsel und härtere Passagen wirken handzahm.
Zufall? Wohl kaum. Vor einigen Jahren wurde ein ca. 270Jahre altes Schiff, gesunken vor der Westküste Schwedens, gefunden, rekonstruiert und ist anschließend über die Weltmeere gesegelt. Mit an Bord: Gitarrist von Immanu El Per Strängberg. Während er ein Jahr lang auf See war, unterstützten seine Bandkollegen von zu Hause aus das Projekt, indem sie Stücke für den Soundtrack der Dokumentation schrieben, die an Bord entstand. Das erklärt die enge Verbundenheit zum Ozean, die sich sowohl im Cover des Albums als auch im Meeresrauschen am Anfang des Openers „Skagerak“ deutlich wiederspiegelt.

http://www.youtube.com/watch?v=FY2TtOW-OLc

„In Passage“ zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es ein in sich geschlossenes Meisterwerk ist. Ein einziges Highlight: das Album in Gänze. Kein Hit, der, mehr als die anderen Lieder, eine besondere Hervorhebung verdient hätte, kein Song, der abfällt. Dadurch laufen Immanu El Gefahr dem gemeinen Musikhörer, der ja auf herausragende Songs, Höhe- und Wendepunkte getrimmt zu sein scheint, verschlossen zu bleiben. Bei dieser Band muss man Hörgewohnheiten über Bord werfen und das Album mal wieder als Ganzes Werk sehen und hören.

Der Sound der Band ist sehr schwer zu beschreiben. „Poppige Strukturen, die sich mal von Horizont zu Horizont erstrecken und gezielt gesetzte rockige „Ausbrecher“ reichen sich die Hand, um gemeinsam in epischer Tiefe zu versinken.“ So oder so ähnlich müsste man es wohl schreiben. Im Grunde sind es geschickt gewählte und ineinander greifende Gitarren- und Klaviermelodien, wunderbare Rhythmik und die über allem schwebende luftig leichte und sanfte Stimme von Claes Strängberg, die zwar kurz davor steht, weggeweht zu werden, aber dem ohnehin schon großartigen Sound noch die gewisse Würze verpasst.



Am Dienstag 20.12.2011 hatte ich das Glück beruflich in Köln zu sein und mir diese Band live anzuschauen. Was ich sah und hörte haute mich aus den Socken und übertraf meine Erwartungen um ein Vielfacher. Unfassbar was fünf Anfang 20-Jahre alte „Bubis“ für einen reifen Sound auf die Bühne bringen können. Gekonnt, abgeklärt, cool… Immanu El schafften es einen Zauber über die ca. 50 Zuschauer zu legen. Kein Gejohle, absolute Ruhe während der Songs, konzentriertes Zuhören, andächtiges Klatschen, pure Begeisterung am Schluss des Auftritts. Perfekter Abend.
Ich sprach vor und nach dem Konzert mit Gitarrist und Keyboarder David Lillberg und dem Sänger Claes Strängberg und was soll ich sagen: super sympathische und bodenständige Jungs.
Als ich das aktuelle Album „In Passage“ und das Vorgängeralbum „Moen“ kaufen wollte, erklärte mir David Lillberg den Sound der einzelnen Platten: „Im Grunde sind die Cover ziemlich charakteristisch für den Klang der jeweiligen Alben. Unser erstes Album „They’ll Come, They Come“ (siehe unten) ist sehr verträumt und sphärisch, das zweite (Moen) geht eher in die schwermütige Richtung des Pops und unser neues ist eine gute Mischung aus beiden.“
Und das hörte man auch live. Ich könnte schwören die auf der Bühne gespielten Lieder den Alben zuordnen zu können, ohne die beiden ersten Alben gehört zu haben.

In den letzten Wochen habe ich eine Band lieben gelernt und kann jedem raten, der etwas für gute ruhige und handgemachte Pop-Rock-Musik übrig hat, sich zumindest das aktuelle Album „In Passage“ zuzulegen und sich die Jungs mal live anzuhören. Leider ist ihre ausgedehnte Tour gerade zu Ende gegangen, doch wie sie mir verrieten, werden sie im Mai/Juni und August wohl für Festivals und einige normale Konzerte zurück nach Deutschland kommen.
HIN DA!

www.immanu-el.com
www.facebook.com/immanuelband
www.myspace.com/immanuelband
http://immanuelband.blogspot.com







Share and Enjoy

Pinterest
All images in coultique.com are copyright restricted for coultique,
the artist or label. No reuse of images without express permission.

Leave a Comment


Name*
E-Mail*
Website

* Diese sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht!