Das rockt! Asaf Avidan & The Mojos


Melancholischer Folkrocksänger mit Frauenstimme aus Israel? Was für viele wohl ein Grund wäre schnell weiterzuschlagen/-klicken/-schalten wäre, ist für mich eher ein Grund genauer hinzuhören. Das habe ich getan und eine wahre Perle gefunden. Asaf Avidan, der mit seiner Band The Mojos großartige Musik macht.

Klar genießt Asaf Avidan mit seiner Herkunft eine Art Exotenbonus – wann hat man mal die Chance Musik aus Israel genießen zu dürfen. Dieser verfliegt aber relativ schnell, wenn man weiß, dass Avidan viele Jahre als Diplomatensohn in den USA lebte und seine Musik (auch wohl dadurch) ziemlich unisraelisch klingt. Trotzdem klingt seine Musik, vor allem aufgrund seiner einzigartigen Stimme (viele vergleichen sie mit Janis Joplin), sehr speziell.



Im Frühjahr brachte er sein zweites Album „Poor Boy/Lucky Man“ heraus, was ihm ein wenig mehr Aufmerksamkeit zuteil werden ließ, der große internationale Durchbruch lässt allerdings noch auf sich warten, obwohl er zu Hause einer der größten Rockstars ist – zugegeben einer nur kleinen musikalischen Nische in einem Land, das von folkloristischer Musik geprägt ist.





Die erste Hälfte des Albums ist von Begleitinstrumenten wie Akkordeon, Akustikgitarre und Streichern geprägt. Erst später legen Asaf Avidan & The Mojos richtig los und musizieren sich durch die verschiedenen Rockgenres. Eine Art Ying und Yang auf einer Platte versammelt, wie es auch der Titel des Albums aussagt. „Gefühle wie Hass, Schmerz und Depression sind für mich genauso wichtig wie Glück und Hoffnung. Denn alle Gefühle gemeinsam machen das Leben aus.“, lässt er zu diesem Thema wissen.

Auf die Frage hin ob er nicht wichtigere Themen als Liebe und andere Gefühle hat, die er besingen könne, zumal er aus einer (aus europäischer Sicht) brisanten Region kommt. Doch über politische Themen zu singen ist für ihn einerseits nicht wichtig genug andererseits zu schwierig: „Wenn wir eines von der Geschichte lernen konnten, dann dass dieser Konflikt nur ein Komma in den Annalen der Menschheit ist. Viel wichtiger sind doch Frage, wer ich bin und was meine Existenz bedeutet. Für viele Menschen ist Liebe die Antwort. Das ist mir aber zu einfach, denn Liebe kann so vieles bedeuten. Ich wüsste nichts Wichtigeres, als die Bedeutung von Leben und Tod zu ergründen. […] Ich wünschte, ich könnte das. Aber immer wenn ich versucht habe, Lieder über den Krieg oder die politische Situation in Israel zu schreiben, dann hat sich das so wenig real angehört, es fühlte sich immer an, als käme es nicht von mir, als käme es aus meinem Kopf und nicht von Herzen.“



So kommt es also, dass Avidan auf seinem Album seine komplette Gefühlswelt verarbeitet. Ein sehr interessanter Künstler mit wunderbarer Band in die es sich sehr lohnt reinzuhören. Sehr abwechslungsreich und musikalisch einfach gut.

Hier noch ein Interview von den Kollegen von Mulatschag-TV. Vielen Dank dafür:



http://mymojolove.com
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