Das rockt! Neo Kaliske – Alles wird anders, als du denkst!


Neo Kaliske (bürgerlicher Name Marcus Christian Felix Kaliske) wurde 1984 in Leipzig geboren. Seine musisch-künstlerische Ader bekam er von zu Hause mit: Die Eltern – seine Mutter war Grafikerin und Fotografin, der Vater Musiker und Schriftsteller – prägten seinen Lebensweg.

Seine Musik und seine Texte entstehen aus dem Leben heraus. Man spürt die Ehrlichkeit in seiner Musik, die Freude hochmotiviert seinem Publikum das zu präsentieren, was ihn, was uns alle bewegt.


Elle:
Deine klassische Musikausbildung begann früh: Von 1992 bis 1999 warst du Mitglied im Thomanerchor und im Jugendchor des Gewandhaus-Kinderchors. Tourneen durch Deutschland und Gastspiele im Ausland standen auf dem Programm – hat dich diese Zeit sehr geprägt?

Neo:

Singen ist in der Kindheit das natürlichste auf der Welt – so wie Malen und Lachen. Geprägt hat mich das Einstudieren neuer Songs, der Gesangsunterricht… und die Auftritte vor begeistertem Publikum. Ich wollte nicht mehr runter von der Bühne! Der klassische Orchestersound und die Mehrstimmigkeit des Chorgesangs begeisterten mich jedes Mal. Bis heute singe ich in meinen Songs mehrstimmig. Wenn man genau hinhört, fallen einem die verschiedenen Stimmgruppen auf.


Elle:
Danach warst du in der Leipziger Szene und auch in anderen deutschen Städten als Rapper und Entertainer unterwegs. Ein ziemlicher Genrewechsel! Was hat dich angetrieben?

Neo:

In meinen Texten ging es um das Abenteuer, nachts aktiv die Stadt mit Graffiti zu gestalten. Und das Ganze dann tagsüber zu fotografieren und Neues zu entdecken! Es war so ein bisschen das große Spiel als aktiver Rapper und Writer in meinen Crews O.S.T. und Bad Vibes.

Es entstanden eine Menge Graffiti, Vierspur-Tapes und CD-Produktionen mit Vertretern der lokalen Szene. Doch die Angriffe der Hater auf offener Straße – eine Crew hat mich sogar während öffentlicher Auftritten angegriffen – haben meinen Rückzug aus der Szene bewirkt. Wie gesagt: es ist ein Spiel. Und ab diesem Moment hatte ich keine Lust mehr, es zu spielen.



Elle:
2005 hast du mit Freunden aus Leipzig deine erste Band gegründet. Sie hieß M.C.I.M. Was bedeutet das?

Neo:

Das steht für Magnetcrotch and Ironmouth. Der Name bezog sich vor allem auf unsere sehr freizügig sexuellen Texte. Und auf die Abhängigkeit als ewiger Kreis, der uns mit den immergleichen Mustern immer wieder verführt.



Elle:
Eure Stilrichtung war ein Mix aus Stoner Punk und Rock’n’Roll, ihr habt viel experimentiert. Welche Erfahrungen hast du als Frontmann und Sänger gemacht?

Neo:

Gemeinsam als Band einen Sound zu kreieren ist eine geile Erfahrung. Als Sänger standen mir alle Möglichkeiten offen – angefangen von langen Gesangsmelodien bis hin zu Sprechgesang oder auch mal Schreien. Im Proberaum ist immer ein Riesenkrach und ein perfektes Durcheinander. Und auf der Bühne geht dann alles ineinander über. Der Lebensstil war das Größte für mich, die Bühne fordert dich als Sänger, du gehst mit dem Publikum ab. Das ist etwas extremer als der Kopfnickermodus im HipHop. (Und die Mädchen haben es faustdick hinter den Ohren!) Unsere Erfahrungen haben wir in einem englischsprachigen Album und in einem Musikkurzfilm festgehalten.


Elle:
2007 führten viele Jams mit Musikern aus der Jazzszene zur Gründung einer zweiten Band, „Felix & die Popband“. Das Repertoire war aber völlig anders. Was war so anders an eurer Musik?

Neo:

Felix & die Popband war eine Kooperation von Jazz-/Pop-/Rock- Studenten aus Dresden und Leipzig. Einmal in der Woche ging es für einen Abend nach Dresden, dann wurde gemeinsam sehr nüchtern geprobt. Das Zusammenspiel von Kontrabass, E-Gitarre, Schlagzeug, Synthi und Saxophon war völlig neu für mich und hat mich sehr geflasht.

In diesem Jahr lernte ich, die leiseren Töne zu singen. Das gab meinem Gesang eine neue Klangfarbe. Außerdem war unser Stil anders als beim harten Stoner Punk Rock: es war ein Mix aus Jazz, Rock, Pop und etwas Reggae.



Elle:
2010 hast du das Projekt Neo Kaliske realisiert, Bandmitglieder waren Ivo Tschwadarow, Georg Wunderlich, Alex Heider und Leo Resch. Ihr habt erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen, habt unter anderem den Panikpreis der Udo-Lindenberg-Stiftung bekommen, und euch an die Vorproduktion für das Debütalbum gemacht. Und dann habt ihr euch getrennt. Warum?

Neo:

Die Trennung kam wegen der „typischen“ unüberbrückbaren Differenzen zwischen einzelnen Projektmitgliedern. Und wegen des zu hohen bürokratischen und finanziellen Drucks hinsichtlich einer gemeinsam geplanten Firmengründung. Dazu kam, dass die Musik unsere Spielfreude und unsere Träume unter einen bürokratischen Berg erstickte. Ich wusste nicht mehr, was ich wirklich will. Es wurde schwer für uns, unsere Vorstellungen und Wünsche vernünftig mitzuteilen.



Elle:
Im letzten Jahr hast du in Berlin bei Udo Lindenberg den „Panikkurs“ absolviert. Was darf man sich darunter vorstellen? Und welche besondere Verbindung hast du zu Udo Lindenberg?

Neo:

Eine starke Verbindung. Natürlich rufen wir uns nicht ständig an oder so, aber ich stehe in Kontakt mit seinem Team. Udo ist gerade unglaublich erfolgreich und wieder ganz oben, er hat sich alleine durchgekämpft und kennt die Tretminen und die Bärenfallen. Die Gespräche mit Udo und seine Einsichten haben meine Vorstellungen bekräftigt.

Elle:
Gerade erschien auf deiner Homepage www.neokaliske.de die erste Single „Zigarette“ unter dem Namen Neo Kaliske. Wie geht es weiter?



Neo:

Es wird ein gutes Jahr! Die Songs und Texte meines 45-minütigen acoustic Sets kommen sehr gut an, da hat sich das Gitarreüben gelohnt. Ich möchte, dass noch mehr Menschen Neo Kaliske hören. Für die nahe Zukunft ist eine EP geplant. Ende Sommer kommt dann das Album: „Alles wird anders als du denkst! “ 

Elle:
Danke, Marcus für dieses Interview und „No Panic“ – alles wird gut und weiterhin viel Erfolg!

Neo:

Danke auch!


Hier gibt’s Neo Kaliske auf die Ohren:
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Fotografin: Susanne Wagner

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