Baby, I’m your DJ! – Boris Brejcha

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Der DJ und Musikproduzent Boris Brejcha ist wohl schon mit einem gewissen Rhythmusgefühl zur Welt gekommen, sein Vater hat ihm die Liebe zur Musik förmlich in die Wiege gelegt. Heute im Interview erzählt uns der gebürtige Ludwigshafener mehr über seinen Musikstil „High-Tech Minimal“ und wie er überhaupt zur elektronischen Musik kam. Checkt unbedingt auch seine Tourdaten, denn „I feel bad for the people who never go to a rave.“

Elle:
So richtig etablierte sich die elektronische Tanzmusik in Europa in den 90er Jahren, verschiedene Musikkulturen wurden immer mehr auf dieses neue elektronische und elektrisierende Musik aufmerksam. Wie und wann bist auf EDM gekommen? Du spielst selbst auch Schlagzeug und Keyboard!?

Boris Brejcha:

Ich bin auch ziemlich früh auf elektronische Musik aufmerksam geworden. Mein Papa spielte damals in einer Tanzband Schlagzeug. Da war ich gerade mal 6/7 Jahre alt. Durch ihn habe ich damals dann Schlagzeug Unterricht genommen. Das Keyboard spielen habe ich mir zum größten Teil selbst beigebracht. Mein Bruder aus zweiter Ehe zeigte mir damals die Basics. Noten, Akkorde, etc. Mit 12 Jahren brachte ein Freund von mir die erste „Thunderdome“ CD mit in den Musikunterricht in der Schule. Das war mein erster Kontakt zu elektronischer Musik. Für mich war das sprichwörtlich der „Hammer!“. So sounds hatte ich zuvor noch nie gehört gehabt in meinem Leben. Von dem Zeitpunkt an, hörte ich nur noch elektronische Musik. Das ging von Hardcore, über Trance, bis hin zu Techno/Minimal. Ich war davon so fasziniert, das ich unbedingt wissen wollte wie man so etwas selbst macht und so kam ich dann zum Musik produzieren.



Elle:
Techno ist heute populärer denn je und nicht mehr aus der Musikszene wegzudenken. Jeder kann Techno verstehen, die Musik ist universal und ist aus den Tanzclubs nicht mehr wegzudenken. Du beschreibst deinen Stil als High-Tech minimal. Deine Sounds sind immer andersartig, du bist experimentierfreudig und begeisterst Deine Fanbase immer mit neuen frischen Sounds. Wie wird sich nach deiner Meinung die elektronische Musik in 25 Jahren weiterentwickeln?

Boris Brejcha:

Das stimmt. Elektronische Musik ist aktuell überall vertreten. Und ich denke mal dass das auch in Zukunft so bleiben wird, da sie einfach am innovativsten ist und sich ständig weiterentwickelt. Zum Vergleich kann sich eine Gitarre oder ein Schlagzeug ja schlecht weiterentwickeln. Wie es sich grundsätzlich in der weit entfernten Zukunft evtl. ändern wird, ist schwer zu sagen. Sound technisch, denke ich mal, wird da nicht mehr so viel kommen. Zumindest kann ich mir aktuell keine Sounds vorstellen die es noch nicht gab. Ich finde, einer der wichtigste Thematiken wäre, in Clubs nicht nur „Monster“ Anlagen zu installieren sondern sie vielmehr auch auf den Club, die Raumakustik abzustimmen. Denn was bringt dir eine sündhaft teure Funktion One Anlage wenn die Raumakustik beschissen ist. Und davon sind 90% der Clubs auf der Welt betroffen. Das finde ich immer super schade. Wenn ich meine Lieder bei mir zu Hause im Studio höre, hört man jedes Detail heraus und der Sound ist super knackig. In den Clubs an den Wochenenden dann eher weniger.

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Elle:
Du wurdest in der Metropolregion Rhein-Neckar, um genau zu sein, in Ludwigshafen geboren. Du bist sehr erfolgreich, tourst von Club zu Club und hast mittlerweilen viel von der Welt gesehen, ganz besonders fühlst du dich mit Südamerika verbunden, warum? Und wie ist es für dich nach einer Reise wieder in die alte Heimat nach Hause zu kommen?

Boris Brejcha:

Südamerika, speziell Brasilien ist meine Heimat was meine Karriere angeht. Dort spielte ich meinen allerersten DJ Gig. Die Fans dort halfen mir dabei, meine Karriere schon sehr früh als DJ zu starten. Daher auch diese spezielle Verbindung. Im Vergleich dazu kam Deutschland erst sehr spät auf meinen Geschmack. Da war ich schon längst auf der ganzen Welt bekannt 🙂

Mittlerweile ist Deutschland aber ziemlich groß geworden und ich freue mich über jeden einzelnen Auftritt in der Heimat. Kurze Reisen, kein Fliegen und coole Parties… das ist natürlich super entspannt für mich.

Grundsätzlich finde ich es zu Reisen, neue Kulturen kennenzulernen super schön und ich finde jeder sollte das in seinem Leben machen. Aktuell bin ich aber auch sehr froh, nach einer längeren Südamerika Tour wieder in die Heimat zu kommen und einfach nur zu relaxen. Da fühlt sich die Heimat gleich wie Urlaub an.



Elle:
Wie bist du auf die Idee gekommen, bei ausländischen Auftritten eine Maske zu tragen. Hat dies für dich eine symbolische Bedeutung und wirst du diese auch mal bei Deinen Gigs in Deutschland tragen?

Boris Brejcha:

Das hatte sich damals so ergeben, da mein allererster Auftritt in Brasilien war. Damals dachte ich mir, ich müsste mich bei all den anderen Dj ́s irgendwie abheben. Da kam mir der Karneval von Rio de Janeiro in den Sinn und ich kaufte mir eine Maske. Heute ist die Joker Maske mein Markenzeichen. Seit Anbeginn trage ich sie bei jedem Auftritt. Also auch schon immer in Deutschland. Sie gehört einfach mit dazu und ich finde, in Kombination mit meiner Musik, hat es einen ganz besonderen, mystischen touch.

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Elle:
Jeder DJ kennt es, die typischen Fragen tobenden Meute, nun folgen ein paar dieser Phrasen, zu denen ich gerne Deine weniger ernstzumeinenden Antworten wüsste:

Can you put me on the guest list?
Boris Brejcha:
Of course! because your second question is: „and can you put my 20 friends on your guest list too?“

If I bring you a CD can you play it?
Boris Brejcha:
Sorry… from which century are you from? What is a CD?

Can I leave my coat in the DJ booth?
Boris Brejcha:
Yes, please. I forgot mine, so I can take yours.

How do you know what all those buttons do?
Boris Brejcha:
Come over and help me, cause I have no fckng clue.

Easy with a computer hey?
Boris Brejcha:
Yes. As you can see my computer is from the future, small like a USB pen drive.

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