Wolfgang Schröder & Eugen Mai – Until Death Do US Part

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Bis dass der Tod uns scheidet, zusammensein in guten wie in schweren Zeiten, aber was ist wenn…

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„Until Death Do US Part“ ist ein freies Projekt, das aus Liebe zur Filmkunst entstanden ist, eine freie Arbeit, die selbst finanziert wurde, ohne Filmförderung, ohne jegliche finanzielle Unterstützung. Die Menschen hinter der Kamera, der kreative 32jährige Wolfgang Schröder aus Hamburg, der sich besonders auf Film und Motion spezialisiert hat und der 26 jährige Top-Fotograf Eugen Mai aus Berlin, haben sich zu einer Kollaboration mit dem Namen WE-Films (W.o und E.ugen) zusammengeschlossen.

Elle:
Oftmals orientiert sich der Fashion Film zu sehr an klassischen Werbespots und im Mittelpunkt stehen nur schöne Frauen, ohne dass es eine Handlung gibt oder eine Idee dahinter steht, die das visuelle Geschehen noch untermauert.

Das Genre Fashion ist noch in allen Richtungen offen. Auf was legt ihr beide bei Eurer zukünftigen Zusammenarbeit besonderen Wert. Die Ästhetik im Auge des Betrachters ist Euch auch sehr wichtig und es sollen auch keine Filme werden, bei denen simple fotografische Szenen zusammengefügt werden, wie das manchmal bei einfachen Modefilmen von Fotografen der Fall ist.

Wo Schröder:

Richtig. Mir als Director ist es am Wichtigsten, jedem Film einen Sinn zu geben, ein Skript, eine Story, eine Idee, auch wenn sie nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen ist. Irgendetwas mit Substanz eben. Nur schöne Models in interessanten Perspektiven und schönem Licht, die sich räkeln und mit der Kamera flirten, reicht mir einfach nicht. Diese Filme gibt es im Internet zu Hauf, und, so schön sie auch hier und da ,cinematographisch gesehen, sein mögen, sie langweilen mich mittlerweile nur noch. Diese Filme sind mittlerweile fast schon zur Wegwerf-Ware verkommen, eben weil es mittlerweile so einfach ist, sie zu machen. Mein Background ist im Musik-Video- Bereich, ein Film-Genre, in dem es essentiell ist, rein visuelle Geschichten, ohne Dialoge, zu erzählen. Diese Geschichte muss sich auch nicht unbedingt an die Aussage des Songs anlehnen, das ist in manchen Fällen sogar garnicht möglich. Diese Art des Storytellings, sozusagen die moderne Form des Stummfilms, möchte ich gerne in das Fashionfilm-Genre hineinbringen.

Eugen Mai:
Da ich aus der Fashionszene komme und mich nun schon seit einigen Jahren mit der Materie auseinandersetze ist es mir sehr wichtig geworden, mehr Tiefgang in den Videos zu haben. Es gleicht auch einem Ausbruch aus den momentan üblichen Mustern der schnellen und einfach erstellten Fashionvideos. Mein Augenmerk hierfür liegt ganz klar in der Ästhetik, um einen Film so auszuschmücken, dass er eine Geschichte, sollte sie noch so kurz sein, untermalt und dem Film eine Seele gibt. Wo und ich greifen da ziemlich gut ineinander. Er ist der kreative und konzeptstarke, ich als Perfektionist mit Fashion-Hintergrund. Und wir teilen eine tiefe Hingebung zum Detail.. Eine Geschichte zu erzählen ist aktuell wichtiger denn je – deswegen verschwimmt die Grenze zwischen Kurzfilm, Independentfilm und Fashionfilm immer mehr und das macht das Gebiet sowohl spannend als auch umfangreich.

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Elle:
Wie seht Ihr die Entwicklung des Bewegtbildes z. B. für Modelabels in der Zukunft? In Deutschland hat die filmerische Darstellung noch nicht den gleichen Stellenwert wie im Ausland.

Wo Schröder:

Das ist richtig, noch nicht. Ich denke aber, wir sind auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass sich der Trend noch lange fortsetzen wird, und dass auch deutsche Modelabels, bzw. eigtl. alle Marken, die filmisch agieren wollen, mutiger werden, auch kreativere Konzepte anzugehen.

Die Technik, die benötigt wird, um einen qualitativ hochwertigen Film zu produzieren, wird immer erschwinglicher. Man braucht keine 60.000,- € Kamera mehr, um tolle Bilder zu kreieren. Ich hoffe, dass auch kleinere Modelabels mit weniger Budget als die „Grossen“ diesen Trend erkennen und ihn für sich nutzen, jenseits der grossen Filmproduktionen auch freie Film-Teams für ihre Projekte zu engagieren. Es muss nicht immer 6-stellig sein. Es geht auch mit deutlich weniger. Man muss eben nur kreativ und flexibel genug sein, auch mit geringeren Budgets zu arbeiten.

Eugen Mai:
Ich denke, dass es zwei Unterschiede zum Ausland gibt. Da die großen Labels meist im Ausland sitzen und auch oft nur im eigenen Land produzieren, sei es aus Gründen der Liebe, des Stolzes oder der kürzeren Wege willen, wirkt Deutschland dazu eher schwach. Hauptsächlich ist also die Größe und Bekanntheit des Labels ausschlaggebend, und nicht der Standort. Das was die Parfumindustrie schon längst umsetzt kommt meiner Meinung nach nun auch mehr und mehr in die Fashion. Berlin wächst als Modestadt immer weiter und duelliert sich bald auf Augenhöhe mit Düsseldorf, der Beautystadt. Wünschenswert wäre, dass Unternehmen sich in einer gesunden Mitte einpendeln und zum einen verstehen lernen das für gute Bilder nicht immer Highproduktionen verantwortlich sind – andersrum geht eine gewisse Qualität auch nicht No- Budget durch. Wie so oft ist es die gesunde Mitte wo sich viele Produktionen kreativ treffen können und auch sollten.

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Elle:
Doch endlich zu Eurem Startprojekt, dem Fashionfilm „Until Death Do US Part“. Das 1.79 m große langhaarige Model Regina Murtazina spielt zusammen mit dem Tattoo Model Mirage De Marquis in überzeugender Weise ein Liebesdrama. Nach welchen Kriterien habt Ihr Eure Hauptdarsteller ausgesucht?

Eugen Mai:

Wo und ich haben in unzähligen Telefonaten diverse Ideen hoch und runter gesponnen. Ich habe in erster Linie versucht, optisch möglichst starke Charaktere zu finden. Da ich beide persönlich kenne und schon lange auf dem Schirm für ein gemeinsames Projekt hatte, in welcher Form auch immer, habe ich mir die Bilder der beiden ausgedruckt, zusammengestellt und schließlich angefragt. Angetan von einer ersten groben Idee haben beide sofort zugesagt. Da wir nicht wussten was beide schauspielerisch an den Tag legen, konnte ich mich zumindest optisch etwas in Sicherheit wiegen. Sie als elegante Schönheit, die die nötige Attitüde mitbringt, sehr authentisch ist und viel Erfahrung mitbringt. Er als eher rougher Typ, mit einer geheimnisvollen Ausstrahlung und Tattoos, die für sich sprechen. Wo maßschneiderte dann die die Story und die Rollen auf Regina und Mirage. Es hätte nicht besser laufen können. Die Darsteller, Das Skript, die Rollen, die Location, das Styling – alle liebten die Idee und waren sofort unterstützend am Dreh beteiligt. Sogar Anna, die ein sensationelles Make Up zauberte und immer den Blick zum Detail behielt – kam hierfür speziell aus München angereist. Ein perfektes Team war geboren und hat sich bewiesen.

Wo Schröder:
Das war tatsächlich bis zum Dreh eine grosse Unbekannte für mich, da ich beide Models nicht persönlich kannte und auch nicht wusste, was man ihnen schauspielerisch zutrauen kann und, vor allem, was nicht. Man darf ja nicht vergessen: Es sind Models und keine professionell ausgebildeten Schauspieler. Aus dieser Ungewissheit heraus habe ich sogar ein zweites Script geschrieben, das mehr darauf ausgerichtet war, unseren Hauptdarstellern schauspielerisch nicht zu viel zuzumuten. Eben von purer Verzweiflung zur kühlen, arroganten Abgeklärtheit. wir erzählen ja eine ziemlich heftige Geschichte. Und diese wird nur in Bildern transportiert, ohne Tonspur. Daher ist das mimische und gestikulare Spiel der Protagonisten das wichtigste Mittel für die Erzählung der Geschichte.

Wie sich aber bereits nach den ersten Shots herausstellte, konnte ich das Alternativ-Skript getrost wegschmeissen. Beide haben meine Erwartungen mehr als erfüllt.

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Fashion: Ewa Herzog, Guido Maria Kretschmer
Lingerie: Triumph International
Styling: Ewa Herzog
Hair/Make up: Anna Melmann
Models: Regina Murtazina, Mirage de Marquis
Assistenz: Halim Mohamed, Harry
Organisation: Katja Schmuhl
Director/Regie: Wo Schröder
DoP/Co-Regie: Eugen Mai

Elle:
Erzählt wird in einer klaren Bildsprache, ohne Worte, die Geschichte einer Frau, die von ihrem gewalttätigen Liebhaber misshandelt wird und sich aus dieser Verbindung lösen will.

Der Trailer gewährt einen Einblick auf eine spannende Story, ohne zu viel zu verraten. Wir warten ungeduldig auf das komplette Video, das wir dann auch in Coultique präsentieren werden.

Wie entstand die Idee zu diesem Film und wie habt Ihr Euch als Partner beim Arbeitsprozess ergänzt? Liegt Ihr generell auf einer Linie oder sind Euch auch unterschiedliche Gedankengänge zu einem erfolgreichen Austausch wichtig?

Wo Schröder:

Die Entstehungsgeschichte dieses Films ist eigentlich total atypisch. Eugen und ich haben uns auf einem anderen Dreh kennengelernt, den wir gemeinsam Anfang diesen Jahres zusammen gemacht hatten. Zu der Zeit wohnte Eugen 4 Tage bei mir in meiner Hamburger Bürowohnung und wir hatten viel zeit uns kennenzulernen. Es war schon sehr schnell klar, dass wir beiden definitiv zusammen Film-Projekte machen wollen. Kurz darauf kam es dazu, dass ich aus familiären Gründen nach Berlin musste und da kam die Idee auf, dass ich doch einfach ein paar Tage früher komme und wir beiden „irgendein schnelles Spass-Projekt“ zusammen machen. Zu der Zeit war es noch in einem sehr kleinen Rahmen eines Testshootings oder dergleichen angesetzt. In den darauf folgenden Wochen wurde das Projekt dann grösser und grösser. Als unsere Models fest zugesagt haben, war dann auch klar, dass wir mit einem männlichen Hauptdarsteller und einer weiblichen Hauptdarstellerin arbeiten werden und anhand der SetCards der Models habe ich dann eine Geschichte konzipiert, in der die Rollenverteilung gut zu den Bildern, die ich von den Models vorliegen hatte, passen könnte. als dann die Location feststand, das Haus Torno am See, floss dann irgendwie alles zusammen zu einem Guss und dann war das Skript auch schon fertig. Es lief also genau andersherum als normalerweise, aber genau das hat eben auch den Reiz dieses Projektes ausgemacht.

Wir ergänzen uns sehr gut, die Aufgaben sind bei uns sehr klar aufgeteilt und da gab es auch nie Unklarheiten. Es war von vornherein klar, dass Eugen, aufgrund seiner guten Kontakte in die Berliner Fashionszene, die komplette Pre-Production übernimmt. Ebenso wie Equipment-Rent, Location-Scouting, Styling und und und. Genauso war klar, dass ich die gesamte konzeptionelle Arbeit und jetzt, nach dem Dreh, auch die komplette Post-Produktion übernehme. Während des Drehs war die Aufteilung Director / DoP auch ganz klar geregelt. Meine Waffe ist der Referenz- Monitor, seine die Kamera. Regie-Anweisungen geben wir beide nach Absprache, wobei ich natürlich darauf achte, dass wir im Script bleiben und Eugens Regie-Fokus mehr auf dem Acting der Schauspieler liegt. Und natürlich bringe ich mich auch in die Bildgestaltung ein, genauso wie Eugen sich an den konzeptionellen Part beteiligt hat. Es ist das übliche Kreativ-Pingpong, was m!an im Team, und speziell im Duo, immer machen sollte.

Eugen Mai:
Wo trifft das Ganze schon ziemlich genau auf den Punkt. Da wir beide das machen, was wir am besten können und uns gegenseitig zum einen pushen und zum anderen auch den nötigen Freiraum geben, kreativ zu sein. Immer in Rücksprache mit dem anderen, was gerade und als nächstes passiert. Das Potential ist sehr groß, sehr bald, sehr viel mehr zu machen. Wo und ich – das hat gepasst wie Arsch auf Eimer.

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Elle:
Wenn ich Coultique-Clips mit Musik unterlege, achte ich natürlich auch dabei auf die Musikrechte. Wie sieht das bei „Until Death Do US Part“ aus? Ihr werdet hier eigens dafür einen Sound Designer engagieren?

Wo Schröder:

Richtig. Genaugenommen konnte ich sogar 2 Sound-Designer dafür begeistern, das Sounddesign für den Film zu übernehmen. als erstes konnte ich das Dubliner Sound-Design-Duo „Soundbutlers“ für das Projekt gewinnen, mit denen ich schon diverse freie Projekte zusammen gemacht habe. Und dann macht noch ein befreundeter Sound-Designer und Musiker hier aus Hamburg mit, mit dem ich auch schon das ein oder andere Projekt zusammen gemacht habe. Der Produktionsablauf ist hier so, dass ich zunächst den kompletten Film mit einer sog. Dummy-Tonspur fertig schneide, der dann als Vorlage und Inspirationsquelle für die Sound-Jungs dient, die dann, auf der Basis, den finalen Sound für den Film kreieren.

Eugen Mai:
Hier liegt für mich ein weiterer spanender Teil an diesem Projekt – es ist für mich das erste Video, das an sich gar keine Musik in Form von Songs beinhaltet. Ein Punkt der Wo und mir sehr wichtig war. Ich wollte unbedingt laute Bilder für taube Augen produzieren und das ist mit den beiden Sound-Designern von Wo definitiv ein ungeheuer großer Mehrwert.

Ein heißer Tipp an unsere Reader, bitte die Projekte von Wolfgang Schröder und Eugen Mai verfolgen!

Website
Fanpage Wo Schröder

Website
Fanpage Eugen Mai

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