Wo Schröder – The Synchronizers ft. The Evil Twin of Paul Cless “Fuck That Shit“

wo_schroeder_fuck_that_shit_front_coultique
Düstere, einprägende Szenen und eine starke Message verstecken sich hinter dem freien Projekt von Wo Schröder. Wo ist seit mehr als 11 Jahren in der Kreativbranche tätig, spezialisiert hat er sich auf den Film, 3D und interaktives Design.

Elle:
Zuerst die mysteriöse Fanpage und dann in gewissen Abständen fünf Teaser, damit hast Du uns sehr auf die Folter gespannt, aber es hat sich allemal gelohnt auf das Endergebnis zu warten. Was hat Dich/Euch zu diesem freien Projekt bewegt?

Wo Schröder:

In erster Linie der Song und die Message des Songs. Ich habe Paul im März 2014 kennengelernt. Wir haben uns dann zu einer Listening-Session getroffen, bei der er mir ein paar neue Songs von sich gezeigt hat, von verschiedenen Projekten und Produktionen. Die Kollaboration mit dem Düsseldorfer Trio „The Synchronizers“ gefiel mir hier spontan am Besten. Ich hatte sofort – wie sagt man so schön? – Kopfkino und habe dann gemeinsam mit Paul das Video-Konzept entwickelt. Es passte grad sehr gut, da es bei mir in eine Phase fiel, in der auch ich über sehr viele politische und gesellschaftliche Themen nachgedacht habe, und die Aussage und die Energie des Songs hat bei mir sofort einen Nerv getroffen.

wo_schroeder_fuck_that_shit_01_coultiquewo_schroeder_fuck_that_shit_02_coultique

Elle:
An zwei Tagen habt Ihr “Fuck That Shit” gedreht. 22 Darsteller unter einen Hut zu bekommen, da kann ich nur sagen “Hut ab”. Wie groß war Euer Team und wer übernahm welche Aufgaben?

Wo Schröder:

Ja, das war ein sehr aufregendes und ereignisreiches Wochenende. Das Team hinter der Kamera bestand aus insg. 7 Leuten. Carsten Witte, Eugen Mai und meine Wenigkeit haben sich um Licht, Kamera und Regie gekümmert, Karina Asmus und Erika Uhl haben die HMU in Accord-Arbeit übernommen und Sayuri Bloom war für das Styling und auch für die Set-Assistance zuständig. Die gute Seele an jedem meiner bisherigen Sets – Meine Frau Nadine Asari – war dann als Caterer für unser aller Wohlergehen zuständig.

wo_schroeder_fuck_that_shit_03_coultiquewo_schroeder_fuck_that_shit_04_coultique

Elle:
Bei solch einer großen Zahl an Mitwirkenden gab es da irgendwelche Hürden, die es zu bewältigen galt oder lief alles geregelt und entspannt ab?

Wo Schröder:

Aus meiner Sicht lief das komplette Shooting zu 98% komplett positiv und reibungslos ab. Nach kurzem Eingrooven griff alles schnell wie Zahnräder ineinander und wir kamen alle in den richtigen Flow und haben uns einfach – so gut es ging – in der „Massenabfertigung“ aller Darsteller treiben lassen. Die Energie des Songs, der an den 2 Tagen natürlich ununterbrochen auf voller Lautstärke lief, tat natürlich ihr übriges. Anstrengend wurde es nur in den letzten 2 Stunden des zweiten Drehtages, da wir am Ende nicht ganz im Zeitplan hinterher kamen und wir Gefahr liefen, eine Darstellerin nicht mehr zu schaffen, die zu dem Zeitpunkt aber schon mehrere Stunden auf ihren Einsatz gewartet hat und zudem auch noch eine feste Zugverbindung zurück nach Berlin erwischen musste. Darüber hinaus war es das mit Abstand beste Video-Shooting, was ich bisher gehabt habe.

wo_schroeder_fuck_that_shit_05_coultiquewo_schroeder_fuck_that_shit_06_coultique

Elle:
Bei freien Projekten ist die Finanzierung immer ein sehr großes Thema, das gesamte Budget umfasste 1.200,- €, wie habt ihr das Ding gewuppt bekommen?

Wo Schröder:

Ach, wie man solche Projekte eben immer gewuppt bekommt: Mit viel Herzblut und Eigeninitiative, und vor allem in diesem Fall, mit ganz grossem Goodwill sämtlicher Beteiligten und Darsteller. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Es kamen mehrere Darsteller aus Kiel, Berlin, sogar Leipzig angereist, ohne wirklich zu wissen, was sie eigtl. erwartet. Klar, sie kannten den Song, aber mehr eigtl. auch nicht. Und persönlich kannten die meisten auch keinen von uns Video-Initiatoren. Das lief alles über Facebook-Chats ab und man hat sich dann erst direkt auf dem Shooting kennengelernt. Gagen gab es leider keine, nur eine Fahrtkostenübernahme, wobei wir es gerade bei mehreren Berliner Darstellern glücklicherweise geschafft haben, sie so zu koordinieren, dass sie alle zusammen in einem Auto kamen. Zusammen mit den Kosten für das Film-Equipment war das natürlich eine sehr knappe Kiste und ich glaube, jeder von uns Verantwortlichen hat da noch so den einen oder anderen Euro draufgezahlt. Aber jeder Cent aus der eigenen Tasche hat sich für dieses Projekt, für die Erfahrung, für die Bekanntschaften mit den vielen tollen und talentierten Leuten vor und hinter der Kamera mehr als gelohnt.


Client: Moonbootique Records
Production: We Make Movies
Concept, Direction, Edit, Post: Wo Schröder
D.O.P., Co-Direction: Eugen Mai
Lighting: Carsten Witte, Eugen Mai
Styling: Sayuri Bloom
Hair & Make-up: Karina Asmus, Erika Uhl
Fashion: David Tomaszewski, Sayuri Bloom, Jana Sommet, Perlensäue, Anthracite
Set Assistance: Paul Cless, Mario Seyer
Casting: Nadine Asari, Wo Schröder, Paul Cless

Elle:
Welche Message wollt Ihr mit dem Video “Fuck That Shit” den Zuschauern näher bringen?

Wo Schröder:

Da könnte ich jetzt natürlich ausschweifen, da Paul und ich uns im Zuge der FTS-Movement-Fanpage, über mehrere Tage die Köpfe zermartert haben, wie man die ganze Message in eine Art Mission Statement komprimieren kann. Paul hat dann einen tollen Text dazu verfasst, den ich jetzt einfach mal für sich so stehen lassen möchte. Er trifft den Kern sehr gut:

„What is #FTS?

„Fuck That Shit“ is not about profanity or destructive behavior.
„Fuck That Shit“ means speaking up and exploiting the wrong and mindless. It stands for putting the finger on the wound instead of being politically correct. 
„Fuck That Shit“ is a moment of conviction and courage, small or big. The moment you decide not to tolerate something any longer. An unfair teacher, a lie you keep telling yourself or the pollution of our planet.
„Fuck That Shit“ symbolizes individuality as well as unity, because we all know the feeling end yet it comes in an infinite variety of shapes.“


wo_schroeder_fuck_that_shit_07_coultiquewo_schroeder_fuck_that_shit_08_coultique

Elle:
“The Synchronizers ft. The Evil Twin of Paul Cless “Fuck That Shit” hat dann den Berlin Music Video Award 2015 in der Kategorie “Best Editing” gewonnen. Wie hast du und das restliche Team sich bei dieser Benachrichtigung gefühlt? Übrigens, herzlichen Glückwunsch vom Coultique-Team!

Wo Schröder:

Das war natürlich eine sehr aufregende Sache. Irgendwann kurz vor dem offiziellen Release des Videos stolperte ich über einen Link zu den BMVAs und hatte so die fixe Idee, das Video einfach mal einzureichen und zu schauen, was passiert. Ich habe das Ganze zu Beginn wenig ernst genommen, da in direkter Konkurrenz Videos von z.B. Coldplay oder The Prodigy eingereicht wurden. Bigplayer haben ganz andere finanzielle Mittel, einen viel grösseren Handlungsspielraum, als wir mit unserem kleinen Liebhaber-Projekt. Die Nominierung war die erste sehr grosse Überraschung. Dass wir dann tatsächlich die Kategorie „Best Editing“ mit insg. 12 Nominierten für uns entscheiden konnten, machte uns unglaublich stolz. Die unbeschreiblich tollste Erfahrung habe ich allerdings beim Screening der Gewinner-Videos auf der Verleihung der BMVAs gemacht. Unser Video auf einem riesigen Screen vor 700 Zuschauern zu erleben und die direkte Reaktion des Publikums darauf war einfach phantastisch. In diesen 7 Minuten hat sich die monatelange Arbeit an dem gesamten Projekt mit einem Schlag ausgezahlt.

All images in coultique.com are copyright restricted for coultique,
the artist or label. No reuse of images without express permission.

Leave a Comment


Name*
E-Mail*
Website

* Diese sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht!