Point of View – Tom Krieger


Tom Krieger, 45, absolvierte zuerst eine Ausbildung zum Glaskunstschleifer, nach dem Fachabitur für Gestaltung studierte er dann Visuelle Kommunikation/Grafik Design in Düsseldorf und ist heute ein anerkannter freiberuflicher Fotoillustrator, der bei Hamburg lebt. (Er findet, dass Hamburg die schönste Stadt der Welt ist und das meint unser Kevin auch.)





Tom Krieger sieht sich selbst als Autodidakt in Sachen malerische Techniken. Für ihn ist die künstlerische Kraft im Zusammenhang mit dem handwerklichen Geschick eine Basis, um jeden Auftrag mit Emotionen, Realismus und Detailgenauigkeit neu definieren zu können.


Nach 10-jähriger fotorealistischer Illustration kam gegen 2000 der Wechsel zu Photoshop. Heute werden fotografische Elemente mit gemaltem Look kombiniert, je nach Projekt immer auf sehr unterschiedliche Weise.





Elle:
Für ein künstlerisches Composing ist es wichtig ein Gefühl für Farben und Bildinhalte zu haben, technische Fertigkeiten sind zur Umsetzung das A und O. Welche Rolle spielt die eigene Fantasie?

Tom:

Die Fantasie spielt immer eine zentrale Rolle. Ich denke permanent in Bildern, befinde mich in einer visuell wahrnehmenden Rolle, quasi 24/7 ! Die Fantasie kann ich in eigenen Projekten, die das freie Portfolio erweitern, gut einsetzen. Täglich schreibe ich spontane Ideen auf oder skizziere sie, damit sie nicht verloren gehen. Wenn dann die Zeit gekommen ist, etwas eigenes zu erstellen, dann blättere ich gerne in meinen Fantasien zurück.







Elle:
Was inspiriert dich zu deinen Illustrationstechniken?

Tom:

Im Grunde mein sehr breit gefächertes Interesse: Das reicht von den alten Meistern der Ölmalerei über jegliche Form der Fotografie bis hin zu atemberaubenden 3D-Bildern und auch Filmen. Meine Techniken verändern sich auch ständig mit dem Voranschreiten der eigenen Fähigkeiten und Techniken, mit denen ich arbeite. Das kann durchaus mal mehr fotografisch sein oder auch in die 3D-Richtung driften. Ich bewege mich wie ein Raubfisch, der immer in Bewegung sein muss und seiner Nahrung , die aus visuellen Wahrnehmungen besteht, hinterher ist. Ich mache täglich Beute, sowohl in der Natur als auch im virtuellen Netz. Meine Ideen werden immer komplexer und somit bin auch auf positive Art und Weise gezwungen, plattform-u. technikübergreifend zu agieren. Dieses Jahr steht das Erlernen von 3D ganz oben auf meiner Liste. ZBrush beispielsweise ist ein sehr mächtiges und wunderbares Programm geworden, aber auch einige Landschaftsrenderer interessieren mich sehr. Ich sehe da einige neue und sehr spannende Möglichkeiten für mich…





Elle:
Wie gehst du deine Auftragsarbeiten an?

Tom:

In der Regel bekomme ich klar definierte Briefings mit Layout. Die Agentur oder der Kunde kennt meine Arbeiten und weiß, was er am Ende bekommt. Es kommt aber auch oft vor, dass ich in der Planungsphase mit ins Boot genommen werde und und meinen Input in ein Projekt gebe. Das reizt mich besonders, da ich dann meine Qualitäten voll einsetzen kann.





Elle:
Welche Verbesserungen siehst du bei der neuen Photoshop Version CS6?

Tom:

Die sind immer sehr zahlreich und im Detail verborgen. Hoffentlich wird die 3D Performance verbessert. Ich wünsche auch mir eine starke Verbesserung der schon innovativen Malpinsel, mir sind sie aber immer noch zu träge. Einige Filtervorschauen bedürfen ebenso einer Überarbeitung. Das Pinselverhalten von anderen Programmen, wie z.B. Painter oder von Alchemy könnten eine Bereicherung darstellen wie auch ein fest integrierter Farbkreis. Coole Erweiterungen wie Pixel Bender finde ich wirklich inspirierend und auch hier würde ich eine Ausweitung der Möglichkeiten klasse finden. Einige Erweiterungen in Bender gehen da schon in die richtige Richtung. Ich freue mich immer auf eine neue Version und bin offen dafür..

LIQUID PERFORMANCE_Photoshop CS5_making of


Liquid Performance ist von der technischen Seite her sehr einfach. Hier wurden nur Fotos miteinander kombiniert. Der Schwerpunkt liegt hier in der passenden Pose des Modells und in der Dynamik der Spritzer und der Farbanmutung. Die Kombination mit den Pinselspitzen, die das ganze rough wirken lassen und die Dreidimensionalität lässt hier einen fast schon surrel anmutenden Raum zu – und genau das wollte ich erreichen. Übrigens kann man das Bild sehr bald komplett als making-of auf psd-tutorials.de sehen.


Elle:
Wie siehst du Kunst allgemein und für dich persönlich?

Tom:

Kunst sehe ich zum Einen sehr altmodisch, denn KUNST kommt bei mir von Können. Zum Anderen sehe ich Kunst als sehr modern, da die Strömungen und das Vorantreiben sehr beweglich ist und sie sich dabei alle Medien zu Nutze macht. Kunst muss sehr vielfältig sein.

Spannend ist es für mich zu sehen, wie sich die Kunst durch die neuen Medien entfaltet. Für mich ganz persönlich bedeutet es auch, meine Ideen, Visionen, meine Kreativität ohne Zwänge von aussen auf immer neue Art und Weise auszuleben und mich dabei auf allen Ebenen weiter zu entwickeln.







Vielen Dank, Tom, dass du uns und unseren Readern deine fantastischen Arbeiten näher gebracht hast.

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4 Kommentare

  • kevin am 09.03.2011 um 18:32 Uhr:

    Schönste Stadt Deutschlands… nicht der Welt. ;)

    • Elle am 09.03.2011 um 20:04 Uhr:

      okay – die schönste Stadt der Welt liegt für dich in Frankreich, stimmts? ;)

  • kevin am 09.03.2011 um 20:05 Uhr:

    nicht unbedingt… kenn ja leider nur n bruchteil der welt… ;)

  • Henrik am 10.03.2011 um 18:49 Uhr:

    Toller Blog, ich komme auf jeden fall regelmaessig

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