Guest-Author Steffen Kraft, Mitbegründer von kraft&adel, Diplom-Designer & veganer Yogi – Die Muttermilch der Muse.

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Die meisten Ideen bekomme ich beim Duschen. Oder beim Streicheln einer Katze. Beim Zuhören, im Gespräch oder beim Beobachten von Mensch, Tier oder Plastiktüten im Wind. Auf jeden Fall nicht am Schreibtisch. Inspiration beginnt dort, wo sich Aufmerksamkeit und Entspanntheit küssen. Ohne Drogen.

Meditation ist die Mutter der Muse. (Und deren sinnbildliche Muttermilch ist die einzige Milch, die ich trinke, denn ich bin groß genug, um ohne Milch zu überleben und die falsche Spezies, um Kuhmilch zu trinken.)

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Seedbombs im Kopf

Wenn das Gehirn auf meditativem Durchzug steht, werden die Hirnzellen durchgewirbelt und es finden sich überraschende Paarungen zusammen, die der Samen für weitere Überlegungen sind. Manchmal entsteht aus diesen Ideen-Seedbombs eine kleine Pflanze. Manchmal ein Baum, ein Wald oder eine Wüste. Manchmal dauert es Jahre, bis ein Samen reift; es ist aber auch schon vorgekommen, dass über Nacht ein Baum mit prächtigen Früchten mitten in der Wüste gewachsen ist.

Die sozialen Netzwerke helfen, diese Früchte zu verbreiten. Und damit machen sie ihrem Namen alle Ehre.

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Ethik bis zur hintersten Abstellkammer des Universums

Ein Autor schreibt am besten über Dinge, die er selbst fühlt. Ein Designer illustriert mit Herzblut Dinge, die ihn selbst beschäftigen. Bei mir ist das Natur, Tier und Menschheit und die Zukunft von alledem. Als vorbildlicher Veganer, der die Welt retten will (dieser Satz ist wichtig um für witzige bis hitzige Diskussionen mit vielen Kommentaren zu sorgen; denk an die Klickrate) versuche ich die Zusammenhänge zu sehen: Vegan hört nicht am Tellerrand auf: Veganismus heißt Ethik bis zur hintersten Abstellkammer des Universums. Und wenn in dieser Abstellkammer ein Alienbaby von einem Alien-Besenstil angegriffen wird, dann bauen wir ein Raumschiff und fliegen dort hin. Oder wir erstellen eine Online-Petition.

Deshalb bringe ich in meinen Illustrationen möglichst viele Aspekte eines verantwortungsvollen Umgangs mit sich selbst und der Umwelt ein.

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Create a life you love to live.

Vegan sein heißt nicht nur, Sojalatte in hippen Cafés zu schlürfen und Sojasteaks in der Pfanne zu bruzzeln, um sich männlich zu fühlen. Veganer beschäftigen sich neben einer gesunden Ernährung auch damit, wie und wo ihre Klamotten hergestellt werden, sie kennen die Auswirkungen von Plastik in der Umwelt, benutzen Recycling-Toilettenpapier, sie achten darauf, was sie kaufen und wie sie sich verhalten. Sie überdenken, hinterfragen und reflektieren ihr Verhalten und versuchen dann so zu handeln, dass niemand darunter leidet. Veganismus ist gelebtes Mitgefühl.

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Veganismus und Kreativität

Die meisten Veganer in meinem Bekannten- und Freundeskreis sind kreative Menschen, in ganz verschiedenen Bereichen. Wer hinterfragt und neugierig ist, der ist offen für Neues. (Der Bruder von Kreativät heißt übrigens Veganismus. Kein schöner Name, ich weiß, er wird auch oft gehänselt deswegen, aber das macht ihn nur stärker.)

Denn die Suche nach neuen Lösungen setzt ein Ausbrechen aus festgefahrenen Gewohnheiten voraus. Das ist nicht anstrengend, es fördert die Kreativität und den Spaßfaktor im Leben. Muse macht müde Menschen munter!

Der geliebte innere Schweinehund muss dafür nicht umgebracht werden, er kann artgerecht bei den anderen Schweinehunden draußen in der Prärie ausgesetzt werden. Mein Schweinehund kommt mich abundzu mal wieder besuchen. Wir spielen dann ein bisschen.

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Als Designer kann ich Themen, die mir wichtig sind, abstrakt und unterhaltsam darstellen. Ernährung, Klima, Politik, Wirtschaft, Umwelt, Flüchtlinge, Bienensterben, und Du: Alles hängt zusammen, alles ist eins. Und aus allem kann ich Inspiration schöpfen, um im besten Fall andere Menschen zu motivieren oder zu bestätigen, so mit der Erde umzugehen, wie man mit der eigenen Mutter umgehen sollte: Mit Dankbarkeit und Respekt. Ästhetisches Design und verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen kann Hand in Hand gehen. Das zeigen immer mehr Designer.

Wenn ich mich mit diesen Themen beschäftige, habe ich ein Gefühl großer Zufriedenheit. Das Gefühl, genau das Richtige zu tun. Im Yoga spricht man von Dharma. Kann ich jedem empfehlen. Namasté.


Mehr von Diplom-Designer und Mitbegründer von Kraft&Adel könnt Ihr hier lesen.

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