René Burjack – iKonen


René Burjack wurde 1978 in Heidelberg geboren. Er studierte Kunst auf der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. In der Galerie Schauraum Worms, unter der Leitung von Michael Mahler, fand bis Anfang Juni die Ausstellung “iKonen” statt. Coultique war dabei!

“Die Werkreihe von René Burjack spannt den Bogen von Sensationsmedien, der Kunstgeschichte bis hin zur Popkultur und Street Art. Dabei werden Figuren aus ihrem Zusammenhang genommen, geschreddert, – kombiniert und neu arrangiert. Seine Arbeiten sind großformatig, plakativ und knüpfen an die Werke von Michel Majerus, Andy Warhol und Blek Le Rat an. Die Schau zeigt selbstbewusst die Wucht der Avantgarde als Demonstrationsraum der Kunst.” Michael Mahla



Elle:
Als Ikonen bezeichnen man ein Bild, ein Abbild, ein Vorbild, eine Gestalt, nicht nur ursächlich im kirchlichen Sinne. Auch Personen/Figuren mit Kult-Charakter, Stars aus Film, Fernsehen und aus der Musikbranche, Models, bekannte Sportler und Menschen, die etwas Außergewöhnliches geleistet haben. Jedes Einzelne Ihrer Werke hat mit seinen Details eine besondere Aussage. Wie sehen Sie selbst ihre Kunst? Welche Botschaft steckt dahinter?

René Burjack:

Ich verbinde und trenne, kombiniere Neues mit Altem, Schönes mit Hässlichem, Pop und Schock, alles was mir und uns als Bilderflut in Wellen täglich entgegenschwappt, uns erschlägt und erhebt, mitreißt und uns begräbt. In dieser Umwälzung und in diesem Durcheinander versteckt sich ein unheimlich großes Potential. Es ist das, was die Menschen daraus machen, für sich entdecken. Ich möchte mich selbst dabei nicht festlegen und auch keine Zusammenhänge meiner Bilder erklären. Diese Aufgabe bleibt jedem Betrachter selbst überlassen.



Elle:
Was hat es mit der Collage “Cake” auf sich? Hier hatten die Vernissage-Besucher und Freunde der Kunst die Möglichkeit mitzuwirken.

René Burjack:

The Cake ist meine Ursuppe, mein ständig laufendes Kopfkino, ein Sammelsurium an Bildern, Skizzen und Textfragmenten, welche mich aktuell inspiriert haben und einen Teil meines Arbeitsprozesses aufzeigen. Die Collage fordert zum genauen Hinsehen, zur Auseinandersetzung auf. Es ist auch hier wieder das, was du daraus machst. Alles ist möglich. Pick dir etwas heraus. Und darum geht es. Die Besucher der Ausstellung können sich ein Stück vom großen Kuchen ab- bzw. ausschneiden. Ob Kirsche oder Sahnehäubchen? Es wird selbst Hand angelegt, Kunst zum Anfassen. Dabei werden die ausgewählten Ausschnitte mit Klebeband umklebt und mit dem eigenen Namen markiert. So nimmt der Ausstellungsbesucher selbst am kreativen Prozess teil und entscheidet über Größe, Ausschnitt, Komposition seines Bildfragments. Nach der Ausstellung wird der Kuchen entsprechend in die einzelnen Stücke zerlegt und den Besuchern zugesendet.



Elle:
Wie entstehen Ihre Ideen, was ist für Sie Inspiration?

René Burjack:

Mich inspirieren die Bilder unserer unmittelbaren Umgebung, die Menschen, die Geschwindigkeit und Musik. Musik ist mir unheimlich wichtig. Elektro, Punk Rock, … Es läuft bei jedem Arbeitsprozess Musik und sie wird Teil der Bilder. Die Figuren, der Rhythmus und die Textfragmente. Häufig schreibe ich die Texte direkt auf die Bilder. Sie bringt alles zum Fließen.



Elle:
Inspirationen bieten sicherlich auch Vorbilder, große Künstler. Andy Warhol starb 1987 und Michel Majerus wurde nur 35 Jahre alt. Blek le Rat (Xavier Prou), weilt noch unter den Lebenden und gilt als Urvater der Stencil-Kunst. Würden Sie ihn gerne mal für einen künstlerischen Gedankenaustausch treffen?

René Burjack:

Das wäre sicherlich nicht uninteressant. Wobei sich unsere Verwandtschaft auf die Technik, dem Schablonen-Druck und die Street Art beschränkt. Xavier Prou hat schon vor 30 Jahren viele Themen bearbeitet und Techniken verwendet, die heute für Künstler wie Banksy oder auch mich aktuell sind und die Street Art beeinflussen.



Elle:
In Ihrem kreativen Prozess spielt auch die Maltechnik eine Rolle? Wie haben Sie Ihren ganz eigenen Stil gefunden? Und muss man sich als Künstler jeden Tag neu erfinden?

René Burjack:

In meinem Kunststudium hatte ich den Schwerpunkt Druckgraphik. Schon relativ früh habe ich mit Tontrennung gearbeitet und verschiedensten Materialien. Allerdings waren meine Formate aus technischen Gründen häufig beschränkt und auch der Versuch mehr malerische Elemente zu integrieren war mir nicht gelungen. Beim Arbeiten mit Stencils konnte ich dann endlich beides verbinden. Künstlerisches Arbeiten ist ein langer Prozess und eine ganz eigene Entwicklung aus experimentieren, ausprobieren, verwerfen, anknüpfen und Neues entdecken. Der Zufall spielt dabei natürlich auch eine wichtige Rolle. Wenn man sich nicht neu erfindet, Ungewöhnliches ausprobiert tritt man schnell auf der Stelle.



Elle:
Wenn eine Ausstellung, eine Vernissage ansteht, sind Sie besonders aufgeregt? Welche Erwartungen verknüpfen Sie damit?

René Burjack:

Es steckt unheimlich viel Arbeit und auch sehr viel Persönliches in so einer Ausstellung. Ich bin dementsprechend häufig im Vorfeld sehr aufgeregt. Wenn es aber dann losgeht, die Djs ihre Musik auflegen, was Gutes zu trinken da ist und die Laudatio gehalten wurde, dann ist alles gut. Am Wichtigsten, ist mir dabei zu merken, dass sich die Besucher wohl fühlen, in Kontakt kommen, Spaß haben, was trinken, tanzen und was mitnehmen. Sehr schön ist, wenn man sieht, dass die Menschen immer wieder kommen und das Interesse wächst. Das ist toll. Auf der anderen Seite gibt es nichts schöneres, als einen Abend alleine im Atelier zu arbeiten mit guter Musik und nur auserwählten Besuch.


Elle:
Kunst ist nicht planbar, Kunst entwickelt sich. Können Sie schon heute absehen, was demnächst neues geschieht/entsteht?

René Burjack:

Manchmal gehen diese Entwicklungen sehr schnell, Idee häuft sich auf Idee. Vieles bleibt davon aber auch oft unverwirklicht. Zwei Wochen später kann alles wieder überholt sein und man schmunzelt über vorangegangene Einfälle. Natürlich habe ich ein Bild im Kopf, aber wie das aussieht kann ich noch nicht genau sagen. Vielleicht kommt ein Teil davon gerade im Fernsehen oder ist in einer Zeitung abgedruckt oder fällt aus dem Schlitz eines Passfotoautomats.

Herzlichen Dank für das Interview!

Elle:
Ich habe mich ganz herzlich zu bedanken, sowohl für das Interview als auch den netten Gedankenaustausch auf der Finissage!




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